14.01.2010 Persönlicher Glaube | Fragen und Antworten

Problem in der Nachfolge Jesu?

Ich habe ein Problem: Die Nachfolge Jesu. Ich bin frisch getauft aber tue mich mit der Nachfolge noch sehr schwer. Im Prinzip bemerke ich bei mir folgende Punkte:

  • Ich bin immer noch sehr weltlich eingestellt bzw. sehr empfänglich für weltliches Vergnügen.
  • Obwohl ich getauft bin und demnach ja eigentlich für die Sünde tot sein müsste, sündige ich immer noch und bin noch gar nicht ganz von der Sünde frei.
  • Meine Sucht nach Porno, Alkohol etc. sind weiterhin vorhanden, obwohl ich es zu unterdrücken versuche schlägt es alle paar Tage immer wieder durch, so dass ich das Gefühl habe, es nicht zu schaffen.
  • Ich möchte Jesu wirklich nachfolgen, aber die für mich sehr hohe Forderung nach totaler Selbstverleugnung erscheint mir total schwer.

Was soll ich tun? Der gute Wille, Gott gefallen zu wollen ist definitiv da, aber ich fühle mich trotzdem total unfähig es durchzuhalten.

Kannst Du mir einen guten Rat geben wie ich damit umgehen soll?

Herzliche Grüße

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Hallo,

schön, dass Du jetzt getauft bist. Nur musst Du bedenken, dass die Taufe ÄUßERLICH ist, während das, was die Taufe bedeutet, INNERLICH ist. Und die Römer etc. werden ja gerade daran erinnert, was sie äußerlich mit der Taufe ausgedrückt haben, offenbar, um das dann auch innerlich zu verwirklichen. Wir alle brauchen also den Anstoß immer wieder, damit wir das, was wir durch die Taufe bekannt haben, auch verwirklichen.

Welt: Es ist wichtig, sich immer wieder bewusst zu  machen, dass ich mit dem Herrn Jesus gestorben bin, auch der Welt gestorben (Gal 6,14; Kol 2,20). Wenn ich mir in einer Situation, in der die Welt ankommt mit ihren Verlockungen, klar mache: Ich bin tot für die Welt, die Welt ist tot für mich, weil ich mit Christus damals mitgestorben bin, und wenn ich dann den Herrn um Kraft bitte, werde ich mehr und mehr von diesen Verführungen wegkommen.

Sündigen: Das werden wir leider noch, bis wir beim Herrn sind. Aber wir sollen uns praktisch dafür halten, der Sünde tot zu sein (Röm 6,11). Das heißt, wir sollen uns bewusst machen, dass die Sünde sich an einen Lebenden richtet, wir aber mit Christus gestorben sind. Damit hat die Sünde keinen Ansprechpartner mehr in uns, auch keinen Anspruch mehr auf uns. Wir dürfen uns das gegenseitig immer wieder sagen und dann den Herrn bitten, uns zu helfen. Dafür muss ich natürlich bereit sein, mich in meinem praktischen, täglichen Leben mit dem Guten zu beschäftigen, mit Christus, mit seinem Wort. Wenn ich den Tag durch dreckiges Wasser schwimme, brauche ich mich abends nicht zu wundern, wenn ich dreckig bin (und unsauberen Gedanken anhänge).

Sucht: Wir tragen das Fleisch, diese alte Natur, die von Adam kommt, immer noch an uns. Die will nichts andere als Porno, Alkohol, Filme usw. Daher müssen wir uns auch da sagen: Ich bin tot für diese Dinge. Einen Toten kannst Du bereden, anreden, locken, reizen - der rührt sich nicht mehr. Gott sieht uns genau so, was unsere Beziehungen zur Sünde und zur Welt und zu Satan betrifft. Also soll ich selbst das auch so sehen. Immer dann, wenn so eine Sehnsucht der alten Natur wieder durchschlägt, sollten wir uns bewusst daran erinnern - vielleicht uns ein Schild machen aus Pappe: Ich bin tot - und so soll ich jetzt auch leben. Gebet ist dann ganz wichtig, gerade in dieser Situation. Aber uns muss klar sein (Römer 7, zweite Hälfte), dass wir in eigener Kraft unterliegen werden. Immer. Wenn wir versuchen, in eigener Anstrengung mit diesen Dingen fertig zu werden oder durch gesetzliche Haltung: Ich will jetzt einen Tag durchhalten, jetzt zwei Tage ..., werden wir unterliegen. Nur der Blick, der ganz konkrete Blick auf den Herrn Jesus, wird uns weiterhelfen. Und dann ruf einen Christen an, um den Kontakt zum Positiven zu halten. Vielleicht verabredet Ihr Euch, oder Ihr betet zusammen. Es ist auch gut, wenn man dann einen älteren Gläubigen hat, der speziell für einen betet und einen auch immer mal wieder fragt, wie es einem geht.

Selbstverleugnung: Das fällt uns allen schwer. Wenn wir auf den Herrn Jesus schauen, wie Er jetzt im Himmel ist (Philipper 3) - das ist unser Ziel! - und dann den Herrn Jesus anschauen, wie Er auf der Erde gewandelt ist (das ist Philipper 2) und Ihn nachzuahmen suchen, dann werden wir zunehmend bereit sein, uns selbst hinten anzustellen. Aber das ist eine Schule, die bis an unser Lebensende reicht. Wir haben es nötig, immer wieder daran zu denken, dass der Herr Jesus bereit war, hier auf der Erde wirklich den untersten Platz einzunehmen. Und wir haben sein Leben geschenkt bekommen. Wir haben Ihn als Vorbild. Wir haben Ihn als Lebensziel. Sollten wir dann nicht - unter Gebet und mit seiner Kraft - dazu fähig sein, ebenso zu leben wie Er? Wir packen das nicht, wenn wir meinen, wir würden es packen. Wir werden auch das nur schaffen, wenn wir Ihn in unserem Leben wirken lassen. Wenn ich dann aber mal wieder jemand sein will vor Menschen, vor Gläubigen, dann muss ich mich erinnern: Er will und wollte das nicht. Er ist mein Herr. Ich möchte so leben wie Er.

Wir sind alle unfähig. Aber Er und der Geist Gottes versetzen uns in die Lage, treu zu leben. Er hat uns dafür ein neues Leben und eine neue Natur geschenkt, die dazu wirklich in der Lage sind. Wenn wir mehr auf den Herrn Jesus schauen und uns von Ihm prägen lassen, wird Er uns helfen.

Herzliche Grüße

Dein Manuel