13.12.2009 Matthäus | Persönlicher Glaube

Wohltätigkeit üben (1)

Der Herr Jesus spricht zu seinen Jüngern vom persönlichen Geben für solche, die bedürftig sind. In unserer heutigen Gesellschaft wird viel von sozialem, karitativem und kirchlichem Geben gesprochen. Ein wichtiger Grundsatz, der sich dazu in der Öffentlichkeit festgesetzt hat, lautet: „Tu Gutes und rede darüber!" Der Herr Jesus lehrt uns hier das Gegenteil. Wir sollen eben nicht vor uns herposaunen, wenn wir einem anderen Menschen, der es nötig hat, Geld oder Lebensmittel oder sonstige Unterstützung schenken.

Es gab Menschen, die noch bevor sie die Hand zum spenden öffneten, dies laut verkündigten. Jesus nennt sie „Heuchler". Warum sind solche Menschen Heuchler? Die Antwort liegt darin, was Wohltätigkeit üben bedeutet: Man hilft einem oder mehreren Menschen, damit es ihnen besser geht. Man hat ihre Bedürfnisse vor Herzen, nicht die eigenen. Wohltätigkeit üben ist daher das Gegenteil von Egoismus.

Wenn ich jedoch meine Taten vor mir her posaune, dann tue ich nichts anderes, als mich selbst in den Augen der Menschen groß zu machen. Ich bringe diejenigen, die ich unterstütze, in ein Abhängigkeitsverhältnis zu mir. Das aber will der Herr vermeiden! Wohltätig zu sein heißt, sich um das Wohl eines anderen zu kümmern. Vor sich herzuposaunen heißt dagegen, das eigene Ansehen im Auge zu haben.

Es ist ein Kennzeichen des menschlichen Herzens, dass es die schönsten und besten Dinge, die Gott gibt, dazu verwendet, um sich selbst zu ehren. Die größte Gabe Gottes, die wir mit Dankbarkeit annehmen sollten, kann dazu missbraucht werden, das egoistische Herz zu ehren.