13.07.2009 Ehe & Familie

Taschengeld für Schulnoten und Zeugnisse?

In einer Schweizer Schule werden Sekundarschüler für gute Schulnoten mit Geld belohnt. 78 % der deutschen Bevölkerung findet das nicht gut, nur 15 % ist dafür. Im persönlichen Bereich sieht das schon ganz anders aus. 61 % belohnen ihr Kind ab und zu, wenn es gute Noten schreibt - das man das nicht jedes Mal tun kann, liegt auf der Hand. Allerdings gibt es tatsächlich 21 %, die immer belohnen, nur 14 %, die grundsätzlich nicht belohnen. Die Belohnung besteht zu 42 % aus Geld, zu 36 % aus Geschenkten wie Spielzeug, CDs, Bücher usw., 22 % besteht in anderem. Das hat das Allensbach-Institut in einer repräsentativen Befragung herausgefunden.

Belohnungssysteme sind auch für uns Christen von Interesse. Wir wollen uns fragen, ob wir Schulnoten belohnen? Ist das eigentlich gerecht, wenn jemand, der von dem Schöpfer-Gott eine höhere Intelligenz verliehen bekommen hat, dafür belohnt wird? Ist das nicht Gnade? Wesentlicher erscheint doch wohl zu sein, dass wir das Bemühen um gute Noten belohnen, nicht das Ergebnis als solches.

Wenn man sich das Gleichnis der Talente in Matthäus 25,14-30 durchliest, wird man feststellen, dass nicht derjenige stärker belohnt wird, der mehr Fähigkeiten erhalten hat - nein, alle, die gearbeitet haben, bekamen 100 % Lohn. Gott belohnt Treue, Hingabe, wie wir in Lukas 19,16-19 lernen. Das wollen wir uns auch im Blick auf die Erziehung und Belohnung sagen lassen.

Genauso im negativen Fall. Ist es nicht so, dass wir aus der Haut fahren können, wenn ein „Tollpatsch" schon wieder das Glas umgeworfen oder die teure Vase in Scherben geworfen hat? Und wenn jemand aus dem Herzen heraus gemein war, jemanden verleumdet hat, gelogen hat, dann rufen wir ihn zur Ordnung (oder nicht einmal das) - aber das war's? Wir wollen lernen, auch in diesen Dingen die richtigen Maßstäbe anzuwenden und das Böse zu bestrafen, nicht Ungeschicktheit, auch wenn uns diese „mehr kosten" kann.