06.05.2009Hebräer | Fragen und Antworten

Wahrhaftiges Heiligtum – Himmel

Frage

In Hebräer 9,24 heißt es: „Denn Christus ist nicht eingegangen in das mit Händen gemachte Heiligtum, ein Gegenbild des wahrhaftigen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen." Was ist der Unterschied zwischen dem wahrhaftigen Heiligtum und dem Himmel?

Antwort

Der Schreiber des Hebräerbriefes meint mit dem wahrhaftigen Heiligtum in Hebräer 9,24 nichts anderes als den Himmel. Er stellt in diesen Versen besonders die Unterschiede zwischen dem irdischen Gottesdienst und der Stiftshütte auf der einen Seite sowie dem Opfer des Herrn Jesus, seinem Werk und dem Himmel auf der anderen Seite heraus. Dabei bezeichnet er die Elemente des jüdischen Gottesdienstes mit „Abbild" (V. 23) und „Gegenbild" (V. 24). Sie stellen gewissermaßen eine Art irdische Kopie des himmlischen Originals dar - mehr nicht.

Christus hat durch sein Blut, das ist sein Tod (Verse 22.25), nicht die Abbilder gereinigt, sondern die Grundlage gelegt für die Reinigung der himmlischen Dinge selbst. Denn die geschaffenen Himmel sind durch den Fall Satans verunreinigt worden und bedürfen der Reinigung. Man denke nur daran, dass sich Satan bis heute im Himmel aufhält (vgl. Eph 6,12). Der Himmel wird in der Bibel unter verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Einer davon ist das „wahrhaftige Heiligtum", ein anderer ist zum Beispiel der Thron Gottes (vgl. Mt 5,34; Hiob 1.2). Satan hält sich natürlich nicht in dem wahrhaftigen Heiligtum auf. Aber da das wahrhaftige Heiligtum nichts anderes als der geschaffene Himmel ist - eben ein spezieller Blickwinkel -, wo Satan bis heute Zutritt hat, muss dieser Himmel auf der Grundlage des Werkes des Herrn gereinigt werden.

Christus ist auch nicht in die Stiftshütte hineingegangen, die mit Händen angefertigt worden ist, sondern in den Himmel. Und genau davon war dieses irdische Heiligtum ein Gegenbild. Gott hatte nicht in erster Linie die Stiftshütte im Sinn, als Er Mose die Anweisungen zum Bau dieses Hauses gab, sondern das, was bleibend und wahrhaftig - in diesem Zusammenhang: echt und dauerhaft - war. Und das ist der Himmel. Dort im „wahrhaftigen Heiligtum" erscheint der Herr jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns. Was für eine Gnade!

(aus: Folge mir nach - Heft 5/2009)