13.04.2009 Persönlicher Glaube

Unser Herz

Es gibt zwei Arten von Frieden - den Frieden des Gewissens und den Frieden des Herzens. Den Letzteren zu besitzen geht viel weiter, als nur den Frieden des Gewissens zu haben. Es handelt sich um einen Frieden, der das Herz und die Zuneigungen regiert. Die Zuneigungen sind zur Ruhe gekommen, so dass man stets Dingen nachstrebt, um deretwillen uns unsere Gewissen nicht anklagen. Wer sich einfach in seinem Herrn erfreut, ist innerlich zur Ruhe gekommen. Wenn man noch ruhelos oder unzufrieden in seinen Gedanken und im Innern ist, besitzt man diesen Frieden des Herzens noch nicht. Dann denkt man an sich; das eigene Ich ist in das Herz hineingekommen und man wünscht noch etwas für sich selbst.

Der Geist dagegen wendet das Auge weg von sich selbst hin zu dem Herrn. Die Dinge des Fleisches sind zu klein, um das Herz zu erfüllen. Um die Dinge des Geistes dagegen zu erfassen, muss das Herz erweitert werden. Einer der Gegensätze der beiden Bücher Prediger und Hohelied hängen gerade mit diesem Punkt zusammen. In Prediger sagt uns Salomo, dass es unter der Sonne keine gute Sache gibt. Alles ist Eitelkeit und eine Erregung des Geistes. Warum ist das so? Für Salomo bestand das Ich darin, seine eigene Befriedigung zu suchen. Darin konnte es keine Ruhe, keinen Frieden geben. Ein anderes Ergebnis konnte nicht dabei herauskommen. Kein menschlicher Gegenstand kann eine unsterbliche Seele zufrieden stellen, noch kann ein sterbender Mensch Ruhe in den Dingen finden, aus denen er sozusagen heraussterben wird. Als Salomo dann an sich selbst dachte, war alles: Ich, ich, ich, ich tat es und ich fand es Eitelkeit.

Aber im Hohenlied sehen wir all den Segen, in dem er sich befand, denn er spricht von Christus, der ihm alles ist. Wie einmal gesagt worden ist: Das Herz des Predigers war zu groß für alles, was er suchte und fand. Im Hohenlied ist der Gegenstand des Herzens zu groß für das Herz.

Uns fehlt eine ausreichende Kapazität, um Gott wirklich genießen zu können. Er hat einen solchen „Umfang", eine solche Tiefe, die niemand als nur Gott uns geben kann, eine Fülle, die nur Gott erfüllen kann. Wo das dann vorhanden ist, da gibt es „Leben und Frieden".