03.04.2009Fragen und Antworten | Persönlicher Glaube

Als Christ im (Fußball)-Verein?

 

Hallo FMN-Team,

ich suche einen Beitrag über das Thema: Als Christ im Fußballverein? Hierzu habe ich zwei Fragen:

 

  1. Kann man als Christ, wenn man bibeltreu leben möchte, Mitglied in einem Fußballverein sein?

  2. Welche Stellen in der Bibel sprechen dafür bzw. dagegen?

 

Vielen Dank für eine zeitnahe Antwort.

 

Mit herzlichen Grüßen, P.H.

 

Antwort:

Lieber P.,

herzlichen Dank für Deine Mail und die Fragen zum Thema Fußball-Verein. Nach meinem Verständnis lässt sich das Ziel der meisten Vereine insbesondere auf zwei Grundsätze zurückführen:

 

  1. Gemeinsam ist man stark. Man ist stärker in einer Mannschaft als allein.

  2. Man möchte im Leben Spaß, Zerstreuung und Unterhaltung haben.

 

Beides wird in Vereinen angeboten. Das erste Ziel hat zum Beispiel mit der Organisation von politischen Bewegungen, Gewerkschaften oder Arbeitgeberverbänden zu tun. Dazu ist der Bericht über die Entstehung von Babel aufschlussreich. Denn der Ursprung von Babel ist, dass sich die Menschen zusammentun wollten, damit sie gemeinsam unschlagbar würden. Genau das ist die Erfüllung des genannten Ziels: „Und sie sprachen: Wohlan, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm, dessen Spitze an den Himmel reicht, und machen wir uns einen Namen, dass wir nicht zerstreut werden über die ganze Erde! Und der Herr fuhr herab, um die Stadt und den Turm zu sehen, die die Menschenkinder bauten. Und der Herr sprach: Siehe, sie sind ein Volk und haben alle eine Sprache, und dies haben sie angefangen zu tun; und nun wird ihnen nichts verwehrt werden, was sie zu tun ersinnen" (1. Mo 11,4-6). Babel ist in der Bibel immer wieder das Symbol von Bosheit, Sünde und Rebellion gegen Gott (Ps 137,8; Jes 13; Sach 5,5-11; Off 17.18).

 

Das zweite Ziel hat besonders mit der Welt in ihrem moralisch bösen, das heißt  gottlosen Charakter zu tun. Satan versucht, die Menschen mit allen möglichen Dingen zu beschäftigen, damit sie nicht zum Nachdenken über die Notwendigkeit der Bekehrung kommen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. Das reicht von mäßig nützlichen und harmlosem Zeitvertreib über Arten der „Belustigung" (vgl. 2. Mo 32,6) bis hin zu unmoralischem Treiben. Dieses Spektrum wird auch von Vereinen abgedeckt, von Musik- und Sportvereinen über Sammler- und andere Freizeitvereine wie Tanzvereine bis hin zu Karnevalsvereinen oder Zusammenschlüssen, die auf sündige Dinge ausgerichtet sind.

 

Sport & mehr?

Natürlich findet in einem Sportverein zunächst einmal eine körperliche Betätigung statt. Bei kleinen Kindern und gegebenenfalls auch Älteren ist es damit zunächst auch getan. Aber sehr schnell kann das dazu führen - das weiß ich aus eigener Erfahrung - dass man nach dem Training zusammensitzt, länger miteinander spricht und, wenn man älter wird, ein Glas Bier oder mehr trinkt. Und dann sitzt man inmitten von Ungläubigen, vielleicht auch beiderlei Geschlechts, so dass weltliche Bindungen entstehen.

 

In Psalm 1 heißt es: „Glückselig der Mann, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen und nicht steht auf dem Weg der Sünder und nicht sitzt auf dem Sitz der Spötter, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!" (Verse 1.2). Auch wenn sich die „Kameraden" nicht unbedingt so verhalten - genau inmitten solcher Leute kann man sich über einen Verein wiederfinden.

 

In 2. Korinther 6 heißt es ergänzend: „Seid nicht in einem ungleichen Joch mit Ungläubigen. Denn welche Genossenschaft hat Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? Und welche Übereinstimmung Christus mit Belial? Oder welches Teil ein Gläubiger mit einem Ungläubigen?" (Verse 14.15). Wenn man in einen Verein eintritt oder sein Kind dort anmeldet - und das tut man freiwillig -, geht man bewusst eine Bindung mit Ungläubigen ein. Solch eine Gemeinschaft führt dazu, dass man mit ihnen gemeinsame Sache macht - mit solchen Menschen, die Jesus Christus nicht als Retter annehmen wollen. Passt das zu unserem Bekenntnis als Christen? Allerdings gibt es Unterschiede bei der Intensität der Bindung und bei der Zwecksetzung des Vereins, die auch eine unterschiedliche Bewertung rechtfertigen können.1 Manchmal ist es notwendig, im Blick auf die medizinische Versorgung (Multiple Sklerose) in bestimmten Vereinen Mitglied zu sein. Darauf beziehe ich mich hier nicht. Man kann wohl auch einen Unterschied zwischen einer aktiven Mitgliedschaft mit viel Zeitaufwand und Einsatz sehen und einer passiven Mitgliedschaft, durch die man etwa bei einer Autopanne versichert ist. Manchmal ist es für jüngere Kinder medizinisch angesagt, Sport zu treiben. Das ist zuweilen nicht anders möglich als in einem Verein. Bei alledem können Christen, die persönlich vor dem Herrn Jesus stehen und ihre Entscheidung treffen, zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Die Eltern sollten jedenfalls darauf achten, dass diese „Vereinszeit" zeitlich begrenzt ist. Denn früher oder später entstehen Bindungen, die sie sicher schnell bereuen würden. Dabei ist zu beachten: Austreten ist für die meisten Menschen schwerer als Eintreten, nicht zuletzt für Kinder, die noch nicht in der Lage sind, eine moralische Beurteilung auf der Grundlage der Schrift vorzunehmen.

 

Gerade wenn es um einen Fußballverein geht, sollte man allerdings bedenken, dass man (grundsätzlich) auch außerhalb eines Vereins mit Freunden, mit Gläubigen, Fußball spielen kann. Man sollte es sich andererseits auch nicht zu einfach machen und als Jugendlicher oder Erwachsener auf eine Vereinsmitgliedschaft verzichten, aber dennoch viel Zeit für Sport und mehr mit nicht gläubigen Altersgenossen verbringen - in der Meinung, damit das Problem gelöst zu haben. Das ist abgesehen von normalen Schul- oder Nachbarschaftskontakten letztlich und bei Dauerhaftigkeit genauso Gemeinschaft zwischen Licht und Finsternis wie bei einer regulären Vereinsmitgliedschaft. Das gilt im Übrigen nicht nur für den Sport, sondern auch für andere vermeintlich „bessere" Beschäftigungen wie Chor, Orchester usw.

 

Man darf auch nicht übersehen, dass Fußballspiele (oder Musikauftritte) oft an Wochenenden oder sogar am ersten Tag der Woche stattfinden. Wenn man nun in einen Verein eingetreten ist, kann man den anderen Spielern kaum zumuten, gerade bei den Spielen zu fehlen. Es fällt vielen von uns schwer, dann abzusagen - die Bindung ist meistens stärker als die Kraft abzusagen. Für den Herrn Jesus und die Geschwister bleibt dann nur der zweite Platz ...

 

Bessere Alternativen?

In Anbetracht dessen ist es umso wichtiger, dass Eltern und erwachsene Gläubige ihre Verantwortung erkennen, jungen Menschen auch in ihrer Freizeit sinnvolle Gesellschaft und Betätigung zu ermöglichen. Wenn es um Fußball geht - vielleicht sollten sie oder andere erwachsene Christen selbst mit ihnen Fußball spielen oder auch andere Spiele machen. Sie können Kindern, die Bewegung brauchen, sicherlich nicht sagen: „Du darfst nicht in einen Verein gehen. Aber wir haben auch keine Zeit für Dich." Hier sind Eltern und andere gefordert, die nötige Zeit für Kinder und Jugendliche einzusetzen. Wenn sich erwachsene Christen für jüngere Kinder und Jugendliche keine Zeit nehmen, brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn diese später auf Zeit und christliche Gemeinschaft mit ihnen verzichten.

 

Herzliche Grüße

Dein Manuel

 

(aus: Folge mir nach - Heft 4/2009)


Fußnoten:

1 Manchmal ist es notwendig, im Blick auf die medizinische Versorgung (Multiple Sklerose) in bestimmten Vereinen Mitglied zu sein. Darauf beziehe ich mich hier nicht. Man kann wohl auch einen Unterschied zwischen einer aktiven Mitgliedschaft mit viel Zeitaufwand und Einsatz sehen und einer passiven Mitgliedschaft, durch die man etwa bei einer Autopanne versichert ist. Manchmal ist es für jüngere Kinder medizinisch angesagt, Sport zu treiben. Das ist zuweilen nicht anders möglich als in einem Verein. Bei alledem können Christen, die persönlich vor dem Herrn Jesus stehen und ihre Entscheidung treffen, zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Die Eltern sollten jedenfalls darauf achten, dass diese „Vereinszeit" zeitlich begrenzt ist. Denn früher oder später entstehen Bindungen, die sie sicher schnell bereuen würden. Dabei ist zu beachten: Austreten ist für die meisten Menschen schwerer als Eintreten, nicht zuletzt für Kinder, die noch nicht in der Lage sind, eine moralische Beurteilung auf der Grundlage der Schrift vorzunehmen.

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