01.04.2003 Prophetie | Psalmen

Eine Betrachtung von Psalm 37

Wir finden zudem viele praktische Hinweise für ein Leben, das Gott gefällt und das Er segnen kann.

Verse 1.2. Ungläubige beneiden – ein Problem für Gläubige

Das Problem, das in den Versen 1 und 7b angesprochen wird, ist wohl allen von uns bekannt: Wir beneiden die Ungläubigen, weil es ihnen besser geht als uns. Sind wir nicht schon bitter geworden über solche, die trotz des Unrechts, das sie tun, mehr Erfolg hatten als wir? Und wir versuchten doch, in Gottesfurcht unseren Weg zu gehen! Die Bibel warnt uns vor derartigen Gefühlen (Sprüche 23,17; 24,1.19) und erinnert uns an das unselige Ende all derer, die nicht Buße tun und im Unglauben sterben (V. 2; Ps 73,17-20; Spr 24,20).

Verse 3-8. Dem Herrn vertrauen – Sorgen Ihm übergeben – sich nicht gehen lassen

Anstatt uns über solche zu ärgern, die scheinbar so leben können, wie sie wollen, und dabei erst noch Erfolg haben, lasst uns die göttlichen Aufforderungen in den Versen 3-8 beherzigen und ausleben:

1) Auf den Herrn vertrauen, an Ihm uns erfreuen und bei Ihm zur Ruhe kommen. In Johannes 15,4.9 drückt der Herr Jesus ähnliches aus, nur mit anderen Worten: "Bleibt in mir … Bleibt in meiner Liebe." Als Kinder Gottes dürfen wir uns in dem gewaltigen Gebiet des Glaubens bewegen, was mit den Worten ausgedrückt wird: "Wohne im Land!"

2) Alle Sorgen im Gebet auf Ihn wälzen und vertrauensvoll auf seine Antwort und sein Eingreifen warten. In den Versen 5-7 sagt der Herr eigentlich: Übergib mir das, was dir zu schaffen macht; es ist zu schwer für dich. Er möchte, dass wir alles, besonders die uns unbekannte Zukunft, vertrauensvoll Ihm überlassen und dann still warten, bis seine Hilfe kommt. Sie wird kommen!

Wenn wir dem Herrn unser ganzes Leben anbefohlen haben, dann brauchen uns die Sorgen nicht länger niederzudrücken. Weiterhin beunruhigt zu sein, wäre Unglauben, der den Herrn verunehrt.

3) Sich nicht gehen lassen und nicht fleischlich reagieren, denn dies führt zu Tatsünden. Vers 8 richtet sich an jeden Gläubigen, denn wir alle haben noch die Sünde in uns. Wenn wir uns zum Zorn hinreissen lassen, hat die alte Natur wieder die Oberhand, und sie verleitet uns zu bösen Taten.

Darum: "Stehe ab vom Zorn, und lass den Grimm!" Den Sanftmütigen gehören die Verheissungen des Wortes Gottes.

Verse 10.11. Auf das Ende kommt es an!

Wenn es in diesem Psalm mehrmals heisst, dass die Gläubigen das Land besitzen werden, dann ist dies die Hoffnung der Israeliten. Die Hoffnung der gläubigen Christen aber ist himmlischer Art. Wir sind Himmelsbürgen Es wird nicht mehr lange dauern, bis der Herr Jesus wiederkommt, um all die Seinen zu sich zu entrücken (Hebt 10,37). Doch dann wird auch das Schicksal derer besiegelt sein, die im Unglauben verharrten.

Ja, auf das Ende kommt es an. Das hat David schon erkannt und in diesem Psalm klar ausgedrückt. Als der reiche Mann in Lukas 16 nach seinem Sterben im Hades die Augen aufschlug und in Qualen war, sprach Abraham zu ihm: "Denke daran, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben." Er hatte ein "herrliches" Leben ohne Gott gelebt und war nun in der Ewigkeit am Ort der Qual. Wie schrecklich! Deshalb wollen wir es uns aufs neue merken: "Die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit" (1. Joh. 2,17).

Verse 12-15. Die Welt hasst die Gläubigen

Seit dem Anfang der Menschheitsgeschichte, seit Kain und Abel, "sinnt der Gesetzlose gegen den Gerechten". In seinem Gebet zum Vater sagte der Herr Jesus von den Seinen: "Die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind." Und diese Haltung hat sich bis heute nicht geändert.

Am Ende der Zeit wird der Widerstand der Gesetzlosen gegen Gott und seinen Gesalbten den Höhepunkt erreichen. Aber "der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet ihrer" (vgl. V. 13 mit Psalm 2,4). Gott wird mit jedem fertig. Die Gesetzlosen werden durch ihre eigene Waffe umkommen.

Verse 16-20. Der Herr steht den Gläubigen auch in Notzeiten bei!

Wie ganz anders sieht die Seite des Gläubigen aus, auch wenn er vielleicht in mancher Hinsicht schlechter gestellt ist als seine ungläubigen Mitmenschen. Er hat die Zusicherung des Herrn, dass Er ihn auch durch Notzeiten hindurchbringen will. Und am Ziel wird er ewige Glückseligkeit bei Ihm in der Herrlichkeit finden, während die Ungläubigen ewig verloren gehen.

Verse 21.22.26. Geben ist seliger als Nehmen

Gläubige sind Menschen, die Gottes reiche Gnade erfahren haben. Nun sollte auch ihr Verhalten gegenüber ihren Mitmenschen davon geprägt sein Wir sollten etwas von der empfangenen Gnade an die anderen weitergeben. Umsonst haben wir empfangen, umsonst sollten wir weitergeben, und zwar sowohl praktische Hilfe als auch Liebe, Anteilnahme, Mitgefühl usw.

Leider stehen wir Erlöste heute in Gefahr, uns der Welt anzupassen und dabei vom Materialismus angesteckt zu werden. Anstatt zu geben, wollen wir selbst reich werden. Das ist sehr gefährlich (1. Tim. 6,9.10).

 Verse 23-25. Lassen wir uns vom Herrn bewahren?

Von Seiten des Herrn fehlt es an nichts, um die Seinen auf dem rechten, Gott wohlgefälligen Weg zu bewahren. Die Frage ist nur: Wollen wir uns bewahren lassen? Sobald wir unsere Schritte in Unabhängigkeit vom Herrn gehen, werden wir zu Fall kommen. Und dann? Dann ist die Lage, dem Herrn sei Dank, nicht hoffnungslos. Er bemüht sich um uns. Wenn wir Ihm unsere Sünde, unseren Fehltritt, bekennen, richtet Er uns wieder auf (1. Joh. 2,1; 1,9).

Das hat David in seinem eigenen Leben erfahren, als er infolge mangelnder Wachsamkeit in eine schwere Sünde fiel (Ps. 51,3.4.17). Im weiteren hat er erfahren, dass der Gerechte nie von Gott im Stich gelassen wird. Das war auch die Überzeugung des Apostels Paulus: "Denn dafür arbeiten wir und werden geschmäht, weil wir auf einen lebendigen Gott hoffen, der ein Erhalter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen" (1. Tim. 4,10).

Verse 27-31. Vom Bösen weichen und Gutes tun, gehört zusammen

In den Versen 27.28 haben wir einerseits die Seite Gottes, der die Seinen nie verlässt. Aber anderseits gibt uns der Geist Gottes auch eine klare Empfehlung, wie wir bewahrt bleiben können:

a) "Weiche vom Bösen!", oder mit anderen Worten gesagt: Fliehe die Sünde! "Von jeder Art des Bösen haltet euch fern" - das ist die eine Seite.

b) Der zweite, ebenso wichtige Punkt heisst: "Tue Gutes!" Es ist die Beschäftigung mit dem Guten, wodurch wir bewahrt bleiben. "Im übrigen Brüder, alles, was wahr, alles, was würdig, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was lieblich ist, alles, was wohl lautet, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, dies erwägt" (Phil. 4,8)

Was lenkt sowohl die Zunge als auch die Schritte eines Gläubigen? Das, was in seinem Herzen die Oberhand hat. Wohnt das Wort Gottes in meinem und in deinem Herzen? Je besser wir es kennen, bewahren und ausleben, desto eher wird unser Mund Weisheit und Recht reden und desto sicherer werden unsere Schritte auf dem Lebensweg (Ps. 119,11)

Verse 32-38. Warte auf den Herrn!

Welch ein Vorrecht ist es doch, im Glauben und in Gemeinschaft mit Gott vorangehen und dabei auf den Herrn und seine Weisungen harren zu dürfen! Daneben wollen wir nicht vergessen, dass wir verantwortlich sind, unser Leben vom Heiligen Geist, der in jedem Gläubigen wohnt, leiten zu lassen. Unsere Werke und Wege sollen zeigen, dass wir gläubig sind. Und welch ein herrliches Ziel liegt am Ende dieses Weges: das Haus des Vaters, wo der Herr Jesus jetzt schon ist.

Verse 39.40. Jede Rettung kommt vom Herrn, nicht vom Menschen!

Nach den verschiedenen Hinweisen im Blick auf unser praktisches Glaubensleben ist es wichtig, die beiden letzten Verse des Psalms nicht zu übersehen. Alle Kraft, alles Gelingen für einen Gott wohlgefälligen Wandel kommen vom Herrn. In uns selbst besitzen wir das nicht, was wir nötig haben, um Gottes Anweisungen zu befolgen. "Die Rettung der Gerechten ist von dem Herrn, der ihre Stärke ist … Der Herr wird ihnen helfen … denn sie trauen auf ihn."

Das bedeutet aber auch, dass Er unsere Stärke oder unsere Schutzwehr in Notzeiten ist. Welch ein Trost für jedes bedrängte Kind Gottes!



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Mit freundlicher Genehmigung des Beröa Verlages
Halte Fest Jahrgang 1999 - Seite: 182