22.09.2008 Persönlicher Glaube

Christliche „Lehren“ aus der Kapitalmarktkrisen

Es ist natürlich ein gefährliches Unterfangen, ökonomische Krisen zu vergeistlichen. Keine Frage. Es sollen auch nur ein paar Vergleiche gezogen werden, damit wir nicht den Verdruss zu vieler Ökonomen riskieren …

Es gab mehrere Ursachen für diese Kapitalmarktkrise:

a)     Der freie Markt (wenn er denn wirklich frei war und nicht durch politische Einflussnahme zum Beispiel im Immobiliensektor längst verzerrt worden war) war nicht in der Lage, mit Selbstheilungskräften zu einer Bereinigung der Marktkrise zu kommen, ohne dass es weltwirtschaftlich dramatische Folgen gehabt hätte. Daher griffen die Notenbanken und die Regierungen ein.

b)      Eine scheinbar vernachlässigbare Krise – die sogenannten Subprimes in den USA (Kredite an Kreditnehmer mit geringerer Bonität, Zuverlässigkeit, etc.) – führten zu einer weltweiten Krise.

c)      Das lag daran, dass immer komplexerer Derivate (abgeleitete Wertpapiere) produziert wurden, die kaum noch jemand verstand, und die immer weniger mit der realen Wirtschaft, mit realem Handel, mit der Wirklichkeit zu tun hatten. Als ein Dominostein umfiel, fiel das gesamte Kartenhaus in sich zusammen.

Im christlichen Bereich gibt es Parallelen:

a)      Es gibt die christliche Freiheit („Denn für die Freiheit hat Christus uns freigemacht“, Gal 5,1). Aber diese Freiheit heißt nicht, dass wir tun und lassen können, was wir wollen. Es gibt zwei Leitplanken: das ist Gottes Wort und die Autorität unseres Herrn. Zuweilen muss Er direkt in unser Leben eingreifen, damit wir praktisch wieder in die richtige Richtung gelenkt werden. Zudem besitzt das Wort Gottes absolute Autorität – wenn wir diesem nicht folgen, wird es immer in die falsche Richtung gehen.

b)      Manchmal sind es ganz kleine Dinge in unserem Leben, die uns von Christus wegführen. „Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, welche die Weinberge verderben“ (Hhl 2,15). Es sind oft ganz kleine Anlässe, Sünden, die wir so gering achten mögen, die, wenn sie nicht bekannt werden, früher oder später dramatische Folgen in unserem Leben haben können.

c)      Als Christen können wir uns ganz schnell von der Wirklichkeit entfernen und uns eine zweite, eine Traumwelt aufbauen. In der Wirklichkeit leben wir in Sünde – aber vor den Geschwistern und in der Außenwelt sieht alles ganz rosig aus. Mit frommem Gesicht und scheinbar heiligen Worten können wir eine Zeitlang manches übertünchen. Aber irgendwann, wenn ein Dominostein fällt, bricht unser gesamtes Kartenhaus in sich zusammen.

Es gibt immer die Möglichkeit, Sünden zu bekennen und wieder neu mit dem Herrn Jesus anzufangen. Wohl dem, der diese Chance nutzt, spätestens in Krisenzeiten. Vielleicht fällt es uns da leichter.