05.03.2003 Ehe & Familie

Anregungen für Verlobte (11) - Flirten vor der Verlobung?

Vom Spielen mit den Augen finden wir vielleicht nicht so viel in der Bibel. Aber immerhin finden wir diese furchtbare Frau in Sprüche 7, die den einfältigen Mann mit ihren Blicken und Worten in die Hurerei führt (Sprüche 7,6-27). Ihre Blicke führen dazu, dass dieser junge Mann ihr wie von unsichtbarer Leine gefesselt folgt. Ob das nicht eine Beschreibung ist, wie manche jungen Leuten – vielleicht ohne es erst zu wollen – mitten in die Sünde der Hurerei oder des Ehebruchs gezogen werden?

Das Auge wird leicht zu einer Tür zu Begierden und Sünden

Dann denken wir an David, dessen Blick (und die dann folgende Disziplinlosigkeit) dazu führte, dass er Ehebruch beging und sein ganzes Haus in größte Nöte führte: „Und es geschah zur Abendzeit, als David von seinem Lager aufstand und auf dem Dach des Hauses des Königs wandelte, dass er von dem Dach herab eine Frau sich baden sah; und die Frau war sehr schön von Ansehen ..." (2. Samuel 11,2). Und man kann an Matthäus 5,28 denken. Natürlich ist dort von einem verheirateten Mann die Rede. Aber man kann diese Sünde sicher allgemeiner anwenden, und das Auge ist von Bedeutung: „Jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, hat schon Ehebruch mit ihr begangen in seinem Herzen."

Flirten – das ist heute gang und gäbe. Es fängt schon in der Schule an. Die Augen von einem Jungen und einem Mädchen treffen sich. Und zunächst spielt man in Gedanken, dann in Gefühlen, schließlich in Träumen über körperliche „Begegnungen" mit dem anderen. Und dann fängt man an, mit dem anderen zu spielen. Man schaut halt immer wieder hin – und freut sich, wenn der andere es merkt. Und dann beginnt eine innere Spannung, Elektrisierung, wenn sich die Blicke kreuzen. Und schließlich geht das Spiel dahin, dass man den anderen zuerst schauen lassen will. Es ist eben ein Spiel.

Du hast das Spiel nicht im Griff – nie!

Das Problem ist nur, dass die Spielregeln jedes Mal anders sind. Denn es passiert leicht, dass einmal das Spiel aus den Händen gerät. Was, wenn der oder die andere ein bisschen mehr Erfahrung hat und dann aufs ganze will? Dann sind Christen oft wehrlos, weil sie so überrumpelt werden, dass sie nicht wissen, was mit ihnen passiert. Wie in Sprüche 7. Vielleicht sitzt man auf einmal nebeneinander. Und dann berührt man sich – natürlich mehr zufällig. Und dann sind auf einmal die Hände im Spiel – und so geht es weiter, bis wahr wird: „Auf einmal ging er ihr nach wie ein Ochs zur Schlachtbank geht, und wie Fußfesseln zur Züchtigung des Narren dienen, bis ein Pfeil seine Leber zerspaltet; wie ein Vogel zur Schlinge eilt und nicht weiß, dass es sein Leben gilt" (Sprüche 7,22-23).

Man kann nicht mehr „nein" sagen. Kuss und mehr sind die Folge – vielleicht sogar mit einer ungläubigen Person, vielleicht mit einem Christen – auf jeden Fall zur Unzeit! Willst Du unter solchen Vorzeichen wirklich eine Beziehung beginnen, die ein Leben lang halten soll? Wirst Du nicht immer an diesen unbeherrschten Anfang denken, bei dem Du selbst gar nicht Herr Deiner selbst und der Situation warst? Lass Dich warnen, dieses Spiel mit dem Feuer zu beginnen!

Lass das flirten!

Vielleicht ist es auch nicht so schlimm. Vielleicht kannst Du noch gerade rechtzeitig abbrechen. Vielleicht bist Du derjenige/diejenige, der/die Erfahrung hat. Und Du bist es, der mit einer anderen Person „spielt". Wird es dadurch besser? Jeder wird sich wohl eingestehen, dass er/sie den Herrn Jesus nicht auf seiner/ihrer Seite hat! Denn unser Herr möchte in unserem Leben Ernsthaftigkeit (auch bei Freude) – und einen Lebensweg, den wir in Abhängigkeit von Ihm gehen.

Das Spiel mit den Gefühlen und dem Leben eines anderen ist abartig, entwürdigend. Möchtest Du von einer anderen Person „um den Finger gewickelt" werden? Dann lass es auch bei anderen! Das Leben – auch das Liebesleben – einer Person ist zu wertvoll, als dass man damit leichtfertig umgehen dürfte. Das gilt für Dich/mich genau so wie für andere. Als Männer/Jungen müssen wir zudem doppelt vorsichtig sein. Nicht nur, weil unsere Triebe und Begierden sofort „anspringen". Sondern auch, weil die Emotionen einer Frau anders arbeiten als bei einem Mann. Und die Wunden und Narben, die bei einer Frau hinterlassen werden – egal, ob sie gläubig ist oder nicht – sind in aller Regel weitaus langwieriger und tiefer gehend als bei Männern.

Freue Dich an Deinem Ehepartner/Verlobten – das ist genug!

Was vor der Verlobung ein Tabu ist, darf natürlich während der Verlobungs- oder Ehezeit genau so wenig praktiziert werden. Vielleicht gibt es nur ganz wenige, die sich hier nicht selbst anklagen müssten. Denn immer wieder sieht man junge Menschen, die verlobt sind, in leichtfertiger – und sündiger – Weise mit der eigenen Beziehung und den Gefühlen anderer umgehen. Ist es möglich, dass jemand, der verliebt und verlobt ist, dem anderen Geschlecht hinterher pfeift oder –sieht? Leider ja – auch bei Gläubigen. Und dabei gibt es keinen Unterschied im Verhalten von Männern und Frauen. Und wenn es um verheiratete Menschen geht – spätestens dann erfährt Matthäus 5,28 seine konkrete Anwendung.

Wir dürfen nicht mit anderem Menschen spielen! Wir dürfen uns vor dem Herrn einen Ehepartner erbitten. Er wird uns einen solchen zeigen. Und dann dürfen wir ihn/sie lieben und auch verliebt sein. Lasst uns dann jeden (erotischen) Gedanken an eine andere Person verwerfen und richten, wenn sie aufkommt. Das ist zum Segen für uns – und unsere vom Herrn geschenkte Beziehung.