08.07.2008 Versammlung / Gemeinde

Wir suchen einen fähigen Pastor …

Vor kurzem las ich davon, dass Freikirchen auf der Suche nach den besten Pastoren seien. Denn in den Freikirchen stehe und falle alles mit dem Pastor. Die Bibel gibt uns zwar keinen Anhaltspunkt, dass es örtlich ordinierte Pastoren geben solle. Vielmehr wird von Pastoren = Hirten in einem überörtlichen Dienst gesprochen. Denn Hirten sind nach Epheser 4,11 Gaben, die der verherrlichte Herr seiner Versammlung weltweit gegeben hat. Das macht aber zugleich klar, dass solche Hirten niemals bei Menschen oder in einer (institutionalisierten) Gemeinde angestellt werden sollen. Sie sind ihrem Herrn verpflichtet. Er ist Ihr Auftraggeber.

Dennoch kann man auch da, wo es keine angestellten Prediger oder Pastoren gibt, glauben, dass der Erfolg einer örtlichen Versammlung davon abhängt, wie begabt und gut die vorhandenen Gaben sind. Das war eine Falle, in die auch die Korinther getappt sind. Sie wussten, dass sie „an keiner Gnadengabe Mangel“ hatten (1. Kor 1,7). Deshalb meinten sie auch, sie seien eine erfolgreiche Versammlung.

Das aber zählt vor Gott nicht. Erfolgreich ist auch nicht die Versammlung, die möglichst jedes Jahr ein äußeres Wachstum von 10% oder 20% aufzuweisen hat, auch wenn es beschämend ist und Fragen aufwirft, wenn an einem Ort nie jemand dazukommt. Aber äußeres Wachstum darf kein alleiniges Ziel sein, wiewohl wir auch da wachsen sollen, denn das Evangelium hat grundsätzlich das Kennzeichen, dass es wächst (Kol 1,6). Aber es bringt eben auch Frucht, geistliche Frucht, in denen, die es hören. Das trifft auch auf Gläubige zu, hoffentlich …

Wir sollen Frucht bringen, unabhängig davon, ob es einen gewaltigen Prediger gibt oder nicht. Wir sollen auch nicht versuchen, um der Zahl willen das Evangelium zu verwässern. Entscheidend ist letztlich unser persönliches Glaubensleben. Nur wenn dieses konsequent auf den Herrn Jesus ausgerichtet ist, werden unsere Versammlungsstunden lebendig sein und wertvoll für Gott und damit auch anziehend für andere. Nicht die Wirkung auf andere sollte uns antreiben, sondern die Freude, die Gott hat. Wenn diese stimmt, werden wir solche ansprechen können, die bereit sind, Gottes Stimme in ihrem Leben anzunehmen.