30.04.2008Versammlung / Gemeinde | Dienst | Persönlicher Glaube

Schafherde stoppt ICE II

In dem letzten Artikel haben wir gesehen, was für ein Schaden entstehen kann, wenn Schafe ihrem Hirten einfach davonlaufen, oder wenn Hirten sich nicht um die Schafe kümmern. Heute möchte ich noch auf ein konkretes Problem weiter eingehen, was zu einem Zersprengen von Schafherden führen kann.

Hintergrund ist ja, dass eine Schafherde in der vergangenen Woche einen schlimmen ICE-Unfall verursacht hat, bei dem 19 Personen verletzt wurden, als der Zug in der Röhre mit Tempo 200 in eine Schafherde raste und entgleiste.

Paulus sagt in seinen Abschiedsworten an die Ältesten in Ephesus: „Ich weiß, dass nach meinem Abschied reißende Wölfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht verschonen. Und aus euch selbst werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her“ (Apg 20,29.30).

Böse Hunde und Wölfe – böse Menschen, die vorgeben, den Gläubigen etwas Gutes anzubieten, in Wirklichkeit aber nur ihr eigenes Interesse (Ehre, Geld, usw.) suchen, können eine Schafherde verjagen. Diese Menschen bringen Streit unter die Gläubigen. Oftmals wissen sich dann viele nicht anders zu helfen, als zu flüchten. Und wenn sie keinen Führer haben, können sie auch auf Gleise rennen. Dann kommen sie selbst um und gefährden viele andere. Der Herr wird ihr Leben von denjenigen fordern, die als Wölfe Schaden angerichtet haben.

Genauso können sich aber auch Menschen und sogar Gläubige, die inmitten des Volkes Gottes aufgewachsen sind, „weiterentwickeln“ und von dem klaren Weg der Wahrheit abkommen. Auch solche Menschen wirken sehr zerstörerisch und scheuchen die Herde auf, statt ihr Nahrung und Ruhe zu schenken.

Daher wollen wir die Ermahnung von Paulus gerade heute sehr ernst nehmen: „Darum wacht, und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen jeden mit Tränen zu ermahnen. Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das vermag, aufzuerbauen und das Erbe zu geben unter allen Geheiligten“ (Apg 20,31.32).

Der Herr hat uns Brüder gegeben, die im Guten über uns wachen. Und Er hat uns sein Wort gegeben, auf das wir uns stützen können. So können wir uns davor bewahren lassen, auf falsche Wege und Schienen zu laufen und dadurch uns selbst und andere zu schaden.