05.04.2008 Persönlicher Glaube | Dienst

Zeit nutzen für die Ewigkeit

Wenn wir die Zeit, die der Herr Jesus uns zur Verfügung stellt, nur für uns und unser eigenes Vergnügen gebrauchen, verlieren wir etwas – nämlich geistlichen Gewinn.

Nebenbei bemerkt: Wenn wir nichts Rechtes mit unserer Zeit anzufangen wissen, einfach nur rumlungern, können wir leicht auf dumme Gedanken kommen. Wenn diesen Gedanken dann zwar keine unmittelbaren Taten folgen, sind diese (oft unreinen) Gedanken trotzdem zum Schaden.

Die oben zitierte Liederzeile sollte deshalb auch unsere Bitte zum Herrn Jesus sein. Er wird dieser Bitte gerne nachkommen und uns helfen, unsere Zeit sinnvoll einzusetzen.

Das soll natürlich nicht heißen, dass wir jetzt alle „vollzeitige“ Diener des Herrn werden sollen (obwohl der Ausdruck irreführen kann, da ein Jünger des Herrn Jesus immer im Dienst für Ihn ist, ob er seinen Beruf aufgibt oder nicht), aber wir sollen unsere Zeit bewusst für unseren Heiland zu nutzen. „Was irgend ihr tut, arbeitet von Herzen, als dem Herrn“ (Kol 3,23).

Wenn wir uns jetzt die Frage stellen, was wir für unseren Herrn machen können, also etwas, was auch Wert für Ihn und damit für die Ewigkeit hat, dann können uns einige Beispiele aus der Bibel von Menschen verschiedenen Alters dabei helfen.

Zur rechten Zeit das rechte Wort

Es gibt manchmal Worte, die sitzen. Genau dieser Satz zur rechten Zeit, und man hat ins Schwarze getroffen.

Damit das auf unsere „geistlichen“ Worte zutrifft, gibt es eine Voraussetzung: Unser Verhalten muss zu unseren Worten passen. Wir können den Menschen, mit denen wir zu tun haben, noch so treffende Worte sagen. Wenn die Worte aber nicht zu unserem Verhalten passen, trifft man eben nicht ins Schwarze.

Das gilt übrigens nicht nur für Situationen, bei denen wir uns wohlfühlen. Nein, besonders in Extremsituationen kann man das unter Beweis stellen. Dabei denke ich an ein Mädchen, das sich in solch einer Situation befand. In 2. Könige 5 kann man diese Geschichte nachlesen.

Das besondere ist, dass wir nur zwei Sätze von diesem Mädchen hören. „Ach, wäre doch mein Herr vor dem Propheten, der in Samaria wohnt! Dann würde er ihn von seinem Aussatz befreien“ (2. Kön 5,3). Diese kurze Rede setzt eine ganze Menge von Menschen in Bewegung mit dem Ergebnis, dass zumindest ein Mensch zum Glauben an Gott kommt. Daraus folgere ich, dass das Verhalten des Mädchens so war, dass man seinen Worten Glauben schenkte. Zur Verdeutlichung: Bei dem Mädchen handelte es sich um eine Sklavin und bei dem Mann um den Oberbefehlshaber der Armee. Naaman hätte sich wohl kaum, sogar mit Unterstützung des Königs und einem wahren Schatz an Geschenken im Gepäck, auf eine lange Reise gemacht, wenn das Mädchen nicht seinen häuslichen Pflichten nachgekommen und dadurch glaubwürdig gewesen wäre. Er hätte sich ja bis auf die Knochen blamieren können.

Wir lernen also: Zu allererst müssen wir treu unsere Pflicht tun (uns richtig verhalten), um dann auch einmal zur rechten Zeit etwas von unserem Heiland zu sagen.

Dabei sind und bleiben wir alle fehlerhaft und unvollkommen. Wenn wir warten wollen, bis wir der „vollkommene Christ“ sind, bevor wir unseren Mund öffnen, dann werden wir nie etwas sagen. Aber das war auch nicht gemeint.

Nutzen wir also unsere Zeit, indem wir im ganz normalen Leben das tun, was man von uns erwartet. Wir können ruhig durch „richtiges“ Verhalten auffallen, dann schenkt man unseren Worten auch Glauben. Und das kann man schon tun, wenn man noch sehr jung ist. Von dem Mädchen in unserem Beispiel wird ausdrücklich gesagt, dass es noch jung war.

Die Gelegenheit beim Schopf ergreifen

Es gibt Zeiten, da scheint die Situation so zu sein, dass man nur warten kann und nichts für den Herrn Jesus tun kann. In meinem nächsten Beispiel aus der Bibel schien es für einen jungen Mann auch so zu sein. Durch eine falsche Anschuldigung war er ins Gefängnis gekommen. Er hätte mit seinem Schicksal hadern oder sich einfach gehen lassen können. Aber genau das er hat er nicht getan. Ich spreche von Joseph, dessen Geschichte man in 1. Mose ab Kapitel 37 nachlesen kann. Die Begebenheit, die ich hier speziell meine, steht in 1. Mose 40 und 41.

Joseph machte sich nützlich im Gefängnis. Zunächst gewann er durch sein Verhalten das Vertrauen des Gefängnisdirektors. Wenn er sich genauso verhalten hätte wie die anderen Gefangenen, wäre das mit Sicherheit nicht der Fall gewesen. Und dann diente er auch den anderen Gefangenen, die teilweise hohe königliche Beamte waren. Wenn man selber in einer unangenehmen Situation ist, fällt es nicht leicht, von sich aus anderen zu dienen. Aber genau dieses Verhalten hatte weitreichende Folgen. Zwar musste er noch zwei Jahre warten, aber dann zeigten sich die Früchte seines Verhaltens. Ein Ex-Gefangener erinnerte sich an ihn und empfahl ihn dem König. Die Folge war, dass Joseph der zweitwichtigste Mann im ganzen Land wurde und viele Menschen vor dem Hungertod - darunter seine eigene Familie - bewahrte.

„Unsere Zeit nutzen“ kann also auch heißen, in scheinbar unmöglichen Situationen die Gelegenheit, die sich bietet, beim Schopf zu ergreifen und anderen eine Hilfe zu sein. Dabei kann es sich um praktische Hilfe handeln (Joseph hat den Gefangenen gedient), aber mit dem Ziel, ein Wegweiser zum Heiland zu sein (Joseph hat in jeder Situation klar gemacht, dass er diese Dinge nur durch Gottes Hilfe tun konnte). Denn erst dann ist unsere Zeit wirklich für die Ewigkeit genutzt.

Wir wollen uns also auch in schwierigen Situationen fragen, wie wir unsere Zeit nutzen können wir die Ewigkeit:

  • Vielleicht warst Du ein gutes Zeugnis für den Herrn Jesus an Deinem Arbeitsplatz und hast dann den Job verloren. Du bist (verständlicherweise) unzufrieden mit dieser Situation, aber möglicherweise kannst Du die Dir jetzt zur Verfügung stehende Zeit dafür nutzen, anderen zu helfen, Zugang zu Menschen zu finden, um etwas von der Liebe des Herrn Jesus weiterzusagen. Vielleicht kannst Du so einen Menschen zum Herrn Jesus führen.

  • Vielleicht bist Du auch an einem Arbeitsplatz, der Dir (und Deinen Arbeitskollegen) überhaupt nicht gefällt. Ergreife die Gelegenheit, wenn sie sich bietet, und sei Deinen Kollegen eine Hilfe, mit der Situation umzugehen.

  • Vielleicht bis Du krank und verbringst viel Zeit im Krankenhaus. Könnte das eine Gelegenheit sein, die Zeit zu nutzen für die Ewigkeit? Die meisten anderen Kranken um Dich her werden nicht die Hoffnung haben, die Du hast.

Die oben genannte Bitte geht uns alle an:

  • Ein rechtes Wort zur rechten Zeit, nimmt nicht viel Zeit in Anspruch, kann aber Auswirkungen für die Ewigkeit haben. Hier sind sogar schon die Kinder gefragt.

  • Situationen, die vielleicht sehr schwierig sind, von Gott annehmen und sich nützlich erweisen. Die Auswirkungen sehen wir vielleicht erst im Himmel.

(aus: Folge mir nach - Heft 4/2008)