18.03.2008Ehe & Familie

Anregungen für Verlobte (56) – Abtreibung IV

Noch einmal zum Überblick: Ich habe das Thema Abtreibung in fünf Abschnitte eingeteilt:

1. Was ist Abtreibung in den Augen Gottes? Was ist von dem Begriff zu halten?

2. Was kann einen dazu führen abzutreiben?

3. Alternativen zur Abtreibung

4. Was kann man machen, wenn man abgetrieben hat?

5. Was können wir als Hilfe solchen gegenüber tun, die abgetrieben haben?

Was kann dazu führen abzutreiben?

Die genannten 10 Gründe waren:

1. Leider habe ich vergessen zu verhüten. Ein Kind passt jetzt nicht in meine Zeit- und Karriereplanung.

2. Mein Bauch gehört mir. Ich selbst darf entscheiden, ob und wann ich ein Kind zur Welt bringe oder nicht.

3. Konnte ich ahnen, was aus diesem one-night-stand hervorkommt?

4. Ich gehe noch zur Schule und bin zu jung, als dass ich Verantwortung für ein Kind übernehmen könnte.

5. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mit diesem Partner mein Leben auf Dauer verbringen will. Daher will ich lieber noch warten und sicher werden.

6. Mir ist bescheinigt worden, dass das Kind schwer behindert ist.

7. Wir haben schon 10 Kinder. Mehr schaff ich einfach nicht.

8. Ich bin vergewaltigt worden.

9. Das Leben der Mutter steht auf dem Spiel

10. Ich will das Kind nicht!

Die ersten drei Punkte hatten wir uns angesehen – jetzt folgen weitere Punkte.

4. Ich gehe noch zur Schule und bin zu jung, als dass ich Verantwortung für ein Kind übernehmen könnte.

Der vorherige Punkte hat mit diesem manches zu tun. Was hat ein jugendliches Kind, das noch zur Schule geht, mit einem Partner anderen Geschlechts im Bett zu suchen? 1. Mose 2,24 und die Wiederholung in Epheser 5,31 spricht nicht von Kindern, die ihre Eltern verlassen, sondern von erwachsenen Menschen, die geistig, seelisch und körperlich in der Lage sind, eine neue Familie zu gründen. Wir haben immer gesehen, dass der körperliche Bereich des Zusammenseins nicht am Anfang sondern am Ende einer Beziehungskette steht.

Ob wir das unseren Kindern auch einmal in einem vertrauensvollen und liebevollen Gespräch weitergegeben haben? Das, was wir an guter Nahrung früh an unsere Kinder weitergeben, bleibt in ihren Herzen oft lange vorhanden. „Erziehe den Knaben seinem Weg entsprechend; er wird nicht davon weichen, auch wenn er alt wird"“(Spr 22,6).

Wenn wir als Eltern hier versagen, werden wir auch für unsere Kinder in einer solch misslichen Lage Verantwortung mit übernehmen müssen. Es hilft ja nichts, dem Kind dann zu sagen: Du hast Dich selbst in dieses Chaos hineingeritten! Jetzt schau, wie Du wieder raus kommst. Selbst wenn es wahr sein mag, dass wir unser Kind vielleicht sogar vielfach gewarnt haben: Waren wir vielleicht in den Erziehungsjahren äußerst hart, nicht ansprechbar, äußerst lasch, nie zu Hause, nie zu einem vertrauensvollen Gespräch in der Lage, immer abweisend, immer witzig aber nie ernsthaft, waren die Rollen bei uns zu Hause verdreht, usw.?

Der Fehler, die Sünde des „Kindes“ bleibt als Verantwortung dessen bestehen, der oder die sich hier versündigt hat. Keine Frage. Aber wir können uns leicht aus unserer Verantwortung herausstehlen, obwohl diese Verantwortung vorhanden sein mag! Es geht nicht darum, dass sich Eltern hier falsche Vorwürfe machen müssten. Erwachsene Kinder haben selbst Verantwortung für ihr Tun! Und gerade Mütter werden geradezu depressiv, wenn sie sehen, in welches Elend sich ihre Kinder hineinreiten können. Eine ehrliche Bestandsaufnahme ist nötig.

5. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mit diesem Partner mein Leben auf Dauer verbringen will. Daher will ich lieber noch warten und sicher werden.

Dann stellt sich die Frage: Warum hast Du Dir diesen überhaupt für Deine Bettgemeinschaft ausgesucht? In Dein Bett gehört Dein Ehepartner, sonst niemand. 1. Mose 2,24 und 1. Korinther 7,9 habe ich immer wieder angeführt. Wenn man nicht sicher ist, ob ein Gegenüber der Partner auf Dauer ist, dass Gott „ja“ sagt zu einer Eheschließung, sollte ich mich mit ihm auch überhaupt nicht weiter abgeben. Dann ist Gebet gefragt.

Wenn Du ihn oder sie heiraten kannst, dann tu das. Dann gibt es auch kein Problem mit einer Abtreibung. Denn dann kannst Du von Gott voller Dankbarkeit jedes Kind annehmen. Auf einem guten Fundament lässt sich gut bauen.

6. Mir ist bescheinigt worden, dass das Kind schwer behindert ist.

Damit kommen wir zu Entscheidungen, die für Eltern und besonders für die betroffene Frau besonders hart sind. Wer wollte leugnen, dass die Aussicht auf ein (schwer) behindertes Kind eine enorme psychische Belastung ist für diejenige, die das Kind in sich trägt?! Zum einen darf man an dieser Stelle aber auch darauf hinweisen, dass sich solche Prognosen nicht nur in Einzelfällen als falsch herausgestellt haben.

Die folgende Geschichte dürften manchen bekannt sein: Ein Professor erzählt seinen Studenten folgende Geschichte: „Eine Mutter erwartet ein Kind. Sie ist Alkoholikerin, der Vater auch, Eltern leiden an Syphilis. Die Geburten bis jetzt waren Totgeburten oder die Kinder waren behindert, usw. Schlussendlich fragt der Professor das Auditorium, ob sie in diesem Fall für eine Abtreibung wären. Die Studenten beraten und beschließen einstimmig: „Das Kind hat kein lebenswertes Leben vor sich, der Fall ist beispielhaft für die Möglichkeit einer Abtreibung.“ Professor: „Ich gratuliere Ihnen, Sie haben gerade Beethoven umgebracht.“

Dennoch bleibt wahr, dass in vielen Fällen wirklich ein behindertes Kind geboren wird. Abgesehen davon, dass auch dieses ein Geschenk von Gott ist, kann das teilweise zu lebenslangen Betreuungsaufgaben für Eltern führen. Aber ist die Not damit und die Trauer, die unbedingt damit verbunden ist, ein Grund, ein Kind umzubringen? Oftmals hat man neben der großen Arbeit viel Freude gerade an diesen Kindern. Aber selbst wenn nicht: „Wir sollten das Gute von Gott annehmen, und das Böse sollten wir nicht auch annehmen?“ (Hiob 2,10). Als Nicht-Betroffener kann man sich bei diesem Thema natürlich sehr leicht äußern! Darum geht es nicht. Wir wollen einfach versuchen, die Gedanken Gottes zu verstehen.