23.12.2014 Jesus Christus / Gott | Gute Botschaft

Wann war eigentlich Weihnachten?

Können wir wissen, wann Christus geboren wurde?

Es gibt noch einen zweiten deutlichen Hinweis auf das ungefähre Datum der Geburt. Aus 1. Chronika 24,1–19 wissen wir, dass David den Dienst der Priester in 24 aufeinander folgende Abteilungen einteilte. Diese 24 Priesterklassen wurden – so wird es verschiedentlich überliefert – zweimal im Jahr jeweils für eine Woche in den Dienst gestellt. Bei bestimmten Festwochen wie zum Beispiel bei dem Passah und dem Laubhüttenfest waren alle Priesterklassen gefordert, weil mit großen Besuchermengen zu rechnen war, die jeweils priesterlich zu bedienen waren.

Zacharias gehörte zu der Abteilung Abias (Lk 1,5), deren Dienst der achten Abteilung zugerechnet wurde (1. Chr 24,10). Da das jüdische Jahr im Monat Abib bzw. Nissan begann (vgl. z. B. 2. Mo 13,4; 5. Mo 16,1) – das ist ungefähr unser März/April [Fußnote 1] – hatte Zacharias wohl Mitte Juni seinen einwöchigen Dienst. [Fußnote 2] Die Woche danach war dann wieder ein gemeinsamer Dienst aller Priester bei dem Pfingstfest, so dass Zacharias vermutlich Ende Juni nach Hause kam. Die Erscheinung des Engels muss am Anfang seines Dienstes gewesen sein (vgl. Lk 1,23).

[Fußnote 1: Das Passahfest des Jahres 8 v. Christus begann am 4. April (7 v. Chr.: am 25. März, 6 v. Chr.: am 12. April). Ende der Fußnote]

[Fußnote 2: Das ist die 9. Woche, weil in der Passahwoche alle Priesterklassen Dienst hatten. Die 10. Woche – also die Woche nach dem Dienst von Abia – war die Woche des Wochenfestes (Pfingstfest), bei der wieder alle Dienst hatten, also auch Zacharias. Ende der Fußnote]

Seine Frau Elisabeth wurde unmittelbar nach seinem Dienst schwanger (Lk 1,24), also Anfang Juli. Somit wurde Johannes der Täufer ungefähr Mitte April geboren. Als Elisabeth im 6. Monat schwanger war (Lk 1,26), kam der Engel Gabriel zu Maria – also im Dezember – um ihr die Geburt von Christus anzukündigen. Die Geburt unseres hochgelobten Herrn dürfte somit neuneinhalb Monate später – also im Oktober des Folgejahres stattgefunden haben. Unser Retter ist somit vermutlich im Oktober geboren worden – nicht im Dezember oder Januar, wenn wir diesem Bericht des Evangelisten Lukas folgen.

Fehlte uns etwas, wenn die Geburt Jesu im Oktober wäre?

Fehlt uns denn etwas, wenn die Geburt Jesu nicht „an Weihnachten“, sondern in den Herbsttagen des Oktobers stattgefunden hat? Natürlich nicht. Abgesehen davon fällt die Einführung des Weihnachtsfestes, das sich ja erst seit 336 als kirchlicher Feiertag in Rom nachweisen lässt, in die kirchengeschichtliche Zeit, die in Offenbarung 2 durch die Versammlung (Gemeinde, Kirche) Pergamus dargestellt wird. Wie heißt es dort: „Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du solche dort hast, welche die Lehre Bileams festhalten, der den Balak lehrte, einen Fallstrick vor die Söhne Israels zu legen, Götzenopfer zu essen und Hurerei zu treiben“ (Off 2,14). Pergamus war da, „wo der Thron des Satans ist“ (Vers 13).

Die Krippenspiele und der Adventskranz sind seit dem 11. Jahrhundert und das Beschenken seit dem 16. Jahrhundert bzw. später bekannt. Das 11. Jahrhundert fällt in die Zeit des Mittelalters, die in Offenbarung 2 durch die Versammlung Thyatira repräsentiert wird. Das ist die Zeit, in der die Römisch-Katholische Kirche ihre Hochzeit hatte und die Päpste zu Weltherrschern aufstiegen. Wie wird diese Epoche charakterisiert? „Aber ich habe gegen dich, dass du die Frau Jesabel duldest, die sich eine Prophetin nennt, und sie lehrt und verführt meine Knechte, Hurerei zu treiben und Götzendopfer zu essen“ (Off 2,20).

Nicht immer kann man sagen, dass eine falsche Entstehung auch dauerhaft negativ auf einer Sache lastet. Ein Beispiel sind die Entstehung von „Städten“ und von Kultur, die aus der Linie Kains entstanden sind. Aber jeder muss für sich selbst die Frage beantworten, ob Weihnachten, mal abgesehen davon, dass es das falsche Datum trifft, nicht doch nach wie vor etwas von Götzendienst enthält. Es ist bemerkenswert, dass es gerade diese Tage sind, wo die Kirchen von Menschen gefüllt sind, die mit einem persönlichen Glauben an Jesus Christus oft nicht viel zu tun haben.

Für uns Christen ist es wichtig, an dem tatsächlichen biblischen Bericht festzuhalten. Letztlich ist das spezielle Datum – wir wissen es ohnehin nicht ganz genau – nicht entscheidend. Aber es hat doch den Anschein, dass die Geburt Jesu im Oktober oder in dieser Zeit stattfand. Dies passt auch in wunderbarer Weise zu einem Vorbild, das wir durch ein Fest des Alten Testamentes dargestellt finden. Denn im Oktober fand in Israel das sogenannte Laubhüttenfest statt. Wir wissen, dass dieses Fest als ein Hinweis auf das 1000-jährige Reich zu verstehen ist, in dem der Friede Gottes durch die Person des Herrn Jesus hier auf dieser Erde herrschen wird.

Jesus – die Erfüllung des Laubhüttenfestes

Dieses Fest der Laubhütten darf uns zunächst daran erinnern, dass der Herr Jesus auf diese Erde kam, um hier zu wohnen. „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns (und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater) voller Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14). Tatsächlich steht für das Wort „wohnen“ wörtlich im Grundtext: zelten. Der Schöpfer der Welt zeltete als Mensch hier auf der Erde – beginnend mit dem Fest der Laubhütten.

Können wir so nicht auch gut verstehen, dass es in der Herberge keinen Platz gab? Es war ja das Laubhüttenfest, an dem das ganze Volk nach Jerusalem gehen musste (5. Mo 16,13–16). Daher werden wohl alle Herbergen in der näheren Umgebung Jerusalems belegt gewesen sein.

Matthäus 2

Dann noch ein paar Sätze zu Matthäus 2. Zu den Krippenspielen, die es bis heute gibt, gehören auch immer die „3 Könige aus dem Morgenland“. Mal abgesehen davon, dass uns Matthäus weder sagt, dass es sich um Könige gehandelt hat, noch dass es drei waren – das hat man wohl aus den drei Geschenken geschlossen, obwohl zu vermuten ist, dass deutlich mehr Weise bzw. Magier aus dem Osten gekommen sind, wird aus dem Text sehr deutlich, dass diese Begebenheit deutlich später stattgefunden hat als die Geburt, von der wir in Matthäus 1 und Lukas 2 lesen.

Diese Weisen – es handelt sich dabei nicht um Astrologen, sondern um Astronomen – waren durch einen Stern auf die Geburt des Königs Israels aufmerksam geworden und haben dann Reisevorbereitungen getroffen, bevor sie den langen Weg begonnen haben. Als sie dann in Jerusalem ankamen, denn sie rechneten damit, dass sich der König in der Hauptstadt Israels befindet, mussten sie noch weiter warten, bis ihnen mitgeteilt wurde, dass sich der König in Bethlehem befindet. Es ist übrigens auffallen, dass nicht von einem Prinzen die Rede ist, sondern von einem König. Im Unterschied zu den weltlichen Königen, die als Prinzen starten, war Er von Anfang an König!

Bis diese Astronomen also in Bethlehem angekommen sind, ist eine längere Zeit vergangen. Wie lange? Vermutlich mehr als ein Jahr. Denn Herodes ließ dann nach Matthäus 2,16 alle Kinder von bis zu zwei Jahren umbringen. Man fragt sich, warum Maria und Joseph mit Jesus dann wieder in Bethlehem waren. Wahrscheinlich ist anzunehmen, dass es sich um eine der drei Festzeiten handelte, für die alle männlichen Juden nach Jerusalem kommen mussten. Da auch Maria und Joseph wussten, dass sie kein „normales“ Kind bei sich hatten, gingen sie wohl jedes Mal wieder nach Bethlehem, dem Geburtsort Jesu.

Die Geburt Christi - der Tod Christi

Welche Bedeutung, fragt man sich, hat eigentlich die Geburt Jesu Christi? Denn es ist nicht die Geburt Jesu, die uns rettet, sondern allein sein Tod! Natürlich ist für uns das Kreuz der Mittelpunkt der Dankbarkeit. Aber ohne die Krippe hätte es kein Kreuz gegeben, ohne Bethlehem kein Golgatha, ohne Geburt keinen Tod, ohne Menschwerdung keine Auferstehung. 

So ist beides nötig für die Befreiung des Menschen von seinen Sünden, für das Geschenk des Himmels: Geburt und Tod. Nur dadurch, dass Jesus am Kreuz für uns gestorben ist (und natürlich dadurch, dass wir diesen Tod ganz persönlich für uns in Anspruch nehmen, in dem wir Gott unsere Sünden bekennen, weil wir Sünder sind und einen Retter nötig haben, um in den Himmel zu kommen), bekommen wir ein neues Leben, das Gott ehren kann. Aber das Kreuz verlangt die Inkarnation, die Menschwerdung Jesu. Daher: Ohne "Weihnachten" kein "Ostern"!

Aber: Bethlehem ohne Golgatha führt nur dazu, dass wir Menschen ewig verloren gehen. Golgatha ohne Bethlehem ist ganz umöglich, denn Gott konnte nicht an einem Kreuz sterben, nur der Mensch Jesus Christus. Und dann gilt: "Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe" (Joh 3,16). Christus nahm irdisches Leben an, um zu sterben. Wir dagegen bekommen Leben aus seinem Tod geschenkt. Ein Wunder der Gnade Gottes, die wir annehmen (oder verwerfen) können.

Es liegt heute nicht mehr an Gott - Er hat alles getan. Es liegt einzig und allein an uns selbst, ob wir Ihn annehmen und in unsere Herzen aufnehmen!