21.06.2007Ehe & Familie

Ungewollt schwanger

Das Desaster

Heute las ich von einer jungen Frau, die mit 16 Jahren „ungewollt schwanger“ wurde. Das Kondom war geplatzt, der Freund machte sich aus dem Staub – da stand sie. Wie reagierte sie: Sie versteckte alles, bis sich im 7. Monat schwanger war, aß fast nichts mehr, um nicht aufzufallen und sprach auch mit niemandem darüber.

Nun ist nicht zu hoffen, dass unter bekennenden Christen viele junge Mädchen „ungewollt schwanger“ werden. Denn wir wissen, dass der sexuelle Verkehr zwischen einem jungen Mann und einer jungen Frau nur in der Ehe stattfinden soll: „Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so lasst sie heiraten, denn es ist besser zu heiraten als entbrannt zu sein“ (1. Kor 7,9).

Intimer Verkehr gehört allein in die Ehe

Dieser Vers besagt, dass man dann, wenn man die eigene Sexualität nicht unter Kontrolle hat, heiraten soll. Denn entbrannt zu sein – also sexuellen Verkehr zu haben – ist in den Augen Gottes Sünde, weil es außerhalb der Ehe ist. – In diesem Punkt ist die Bibel eindeutig!

Was aber ist mit solchen, die in dieser Weise gesündigt haben? Die Frage ist, ob wir als Christen ihnen eine solche Atmosphäre bieten, dass sie sich uns dennoch anvertrauen. Dass sie dennoch den Mut haben – denn der gehört für ein Mädchen von 16 Jahren (oder einen Jungen, der ein Mädchen schwanger „gemacht hat“) dazu, sich zu offenbaren – sich einer gläubigen Person des Vertrauens zu offenbaren. Wie wir als Eltern wohl auf eine solche Schockoffenbarung reagieren würden/werden?

Atmosphäre der Hilfe

Sünde ist Sünde – daran gibt es nichts zu deuteln. Und dennoch haben wir einen Menschen vor uns, der dann ganz offensichtlich Hilfe nötig hat. Wenn wir nämlich nicht hilfsbereit sind, drängen wir eine solch junge Person womöglich noch dazu, eine noch schwerere Sünde zu begehen, nämlich abzutreiben. Das ist nicht im Sinn der deutschen Justiz, wohl aber in den Augen Gottes Mord. Das wird wohl niemand von uns wollen!

Daher ist es so wichtig, für junge Menschen eine Atmosphäre des Vertrauens aufzubauen, so dass sie zu uns kommen, wenn sie Not haben. Wir sollen nicht die biblischen Grundsätze in irgendeiner Weise aufgeben oder aufweichen. Sünde ist und bleibt Sünde. Aber wir sollen nicht mit unbarmherziger Härte solchen begegnen, die sich ein solches, menschlich nicht zu packendes Problem aufgehalst haben.

Demut und Nüchternheit sich selbst gegenüber ist angesagt.

Haben wir vergessen, wie oft wir selbst uns in solche Gefahren begeben haben und nur deshalb bewahrt worden sind, weil der Herr seine Hand im Spiel hatte? Und wollen wir nicht dankbar anerkennen, wie Gott und sogar der Herr Jesus in manchen Fällen Sündern begegnet ist, die in großer Not waren? Man muss dazu nur die Bibel lesen!

Das Mädchen, von dem ich eingangs sprach, sagt heute: Mich gibt es nur noch zu zweit.“ Sie hat trotz größter Not und trotz wenig Hilfe nicht abgetrieben. Dieser – und wenn vielleicht auch nur dieser – Punkt ist in einem solchen Fall beispielhaft.