17.02.2003Persönlicher Glaube | 2. Chronika

Josia - Eifer für Gott

Einleitung

Eine Person, der Gott etliche Seiten Seines Wortes widmet, ist der König Josia. Sein Leben darf uns ein Ansporn sein.

1. Gottes Urteil (34,1-2)

"Und Josia tat, was recht war in den Augen des HERRN; und er wandelte auf den Wegen seines Vaters David und wich nicht zur Rechten noch zur Linken" (2. Chr 34,2). Das ist Gottes Urteil über das Leben Josias. Er war ein Mensch, der für die 31 Jahre seiner Königsherrschaft im Rampenlicht stand. Was wohl die Menschen für ein Urteil für ihn übrig hatten? Josia war sich bewußt, daß letztlich ausschließlich Gottes Urteil zählt. Er wollte dem HERRN gefallen. Dazu nahm er sich David zum Vorbild. Und er wich nicht zur Rechten noch zur Linken. Das bedeutet nicht, daß er Kompromisse schloß. Diese lehnt Gott immer ab. Nein, er führte einfach kein lasches und lockeres Leben, aber auch kein gesetzliches, das vor allem durch Strenge gegenüber anderen und zu enge Auslegung des Wortes Gottes gekennzeichnet gewesen wäre. Er war keiner, der sich 110%-ige Treue zuschrieb - die es nicht gibt und die nur von Überheblichkeit zeugt - und der sich selbst zum Maßstab für andere machte. Er richtete einfach sein Herz darauf, Gott wohlzugefallen. Dafür erntete er Gottes Anerkennung.

2. Josia mit 16 Jahren (34,3): Bekehrung zu Gott

Man muß nicht warten, bis man "Erwachsener" ist, bevor man dem Herrn Jesus dienen kann. Josia war 16, als er anfing, Gott zu suchen. Man hat den Eindruck, daß seine "Bekehrung" die Ursache für ist. Vielleicht sagt mancher: "Ich bin aber schon mit 6 Jahren oder 8 Jahren Christ geworden." Wir müssen hier berücksichtigen, daß Josia in einer Zeit lebte, in der der Glaube an Gott alles andere als "in" war. Sein Großvater - Manasse - war ein sehr böser Mann, der viele Jahre seines Lebens Gott richtig herausgefordert hat. Josias Vater Amon war sogar noch schlimmer, indem er die Schuld gegen Gott weiter anhäufte. Und Josias Sohn war auch nicht besser. Da war es schon etwas Besonderes, daß Josia Gott aufrichtig suchte und fand - und das bereits während seiner Jugendzeit. Dieses Suchen schloß mit ein, daß er sein Leben nach göttlichen Maßstäben ausrichtete.

3. Josia mit 20 Jahren (34,4-7): Eifer für Gott

Nachdem Josia Gott gefunden hatte, lebte er nicht mehr so weiter wie zuvor. Er führte von nun an ein Leben der Hingabe für Gott. Sein Glaube wurde sichtbar: Er reinigte das Land von den Götzenaltären und -bildern. Das war keine leichte Aufgabe, da das ganze Volk an diesen Götzen hing. Denken wir nur an die Schwierigkeiten des Gideon, der aufgrund seiner Entschiedenheit angefeindet wurde (Ri 6,25-32). Auch wir kennen Götzen in unserem Leben. Man kann sie gar nicht alle aufzählen: Sport, Musik, Bücher, Autos, Mode, Computer, Kino, Comics, Faulenzen, das eigene Ich, vielleicht sogar Bibelkommentare, etc. Alles das, was uns wichtiger ist, als die Liebe zu unserem Heiland, ist ein Götze. Teilweise sind diese Dinge nicht von vornherein böse, aber sie können dazu führen, daß unser Eifer für den Herrn Jesus und unsere Zuneigung zu Ihm erlahmt. Josia räumte auf - in seinem Leben und in dem der Leute, für die er als König Verantwortung trug. Er tat es aus Liebe zu seinem HERRN.

4. Josia mit 26 Jahren (34,8-35,19): Gehorsam gegenüber Gott

Das 26. Lebensjahr Josias war durch drei entscheidende Dinge gekennzeichnet:

a. Er kümmerte sich um den Tempel - das Haus Gottes
b. Er unterwarf sich dem Gesetzbuch - dem Wort Gottes
c. Er feierte mit dem Volk das Passah des HERRN - das Gedächtnismahl des Herrn

a. Das Haus Gottes (34,8-13)

Offenbar war der Tempel nicht mehr in einem ordnungsgemäßen Zustand. Josia sah dies - und handelte. Er sorgte dafür, daß alles wieder instandgesetzt wurde. Für ihn und seine Knechte bedeutete dies ganz praktische Arbeit. Wir wissen aus 1. Kor 3,16, daß der Tempel unter anderem ein Bild der Versammlung, d.h. aller Gläubigen der aktuellen Gnadenzeit, ist. Auch heute sucht der Herr Jesus solche, die ein Empfinden dafür haben, daß der Zustand des Volkes Gottes nicht so ist, wie er nach den Gedanken Gottes sein sollte. Hier ist Eifer für Ihn gefragt, auch in jungem Alter. Als junger Christ wird man sicherlich nicht damit anfangen, die älteren Gläubigen zu belehren und zurechtzuweisen - auch wenn Gott das in Seiner Souveränität im Einzelfall so führen kann - denken wir an Samuel oder manchen Propheten. Möglichkeiten, sich unter dem Volk Gottes nützlich zu machen, gibt es jedoch allemal. Man kann sie wohl kaum aufzählen: Kranke besuchen; ältere Geschwister besuchen; ältere Geschwister zu Zusammenkünften abholen; ihnen von den Stunden und vom Herrn Jesus erzählen, wenn sie die Zusammenkünfte nicht mehr besuchen können; praktische Hilfe anbieten; Sonntagschule halten; sich um Kinder kümmern; bei evangelistischen Aktionen mithelfen; etc.

b. Das Wort Gottes (34,14-33)

Durch die Arbeit Josias wurde das Gesetzbuch gefunden. Die Reaktion Josias war nicht, dieses sofort in einer passenden Ecke verschwinden zu lasen. Nein, er erkannte, daß das Volk nicht nach den Worten des Gesetzbuches gehandelt hatte und er demütigte sich aus diesem Grund. Josia erfaßte, daß das Volk zu Recht aufgrund seiner bösen Taten Gottes Gericht auf sich gezogen und verdient hatte, und demütigte sich darunter. Daher bekam er persönlich die Gnade Gottes zur Antwort. Auch heute besitzt das Wort Gottes - für uns das Alte und das Neue Testament - größte Wichtigkeit. Gott hat darin alle Gedanken niedergelegt, die wir für unser Leben benötigen. Nur derjenige, der in diesem Wort eifrig liest, wird den Willen Gottes erkennen können. Losgelöst von Seinem Wort wendet sich unser Herr nicht an uns. Auch Gott, der Heilige Geist, wirkt durch das lebendige Wort Gottes an unseren Herzen. Ohne das Wort gibt es kein Wachstum für den Gläubigen. Wer dagegen "im Wort wohnt", der besitzt eine feste Stütze für sein Leben.

c. Das Passah des HERRN - das Gedächtnismahl des Herrn (35,1-19)

Schließlich finden wir, daß Josia das Passah feiern ließ. Dieses war von Gott anläßlich der Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten eingesetzt worden und sollte jedes Jahr gefeiert werden. Es erinnert uns einerseits daran, daß wir aus der Macht des Teufels - des Pharao in Ägypten - durch die Errettung befreit worden sind. Auf der anderen Seite weist es uns auf den Herrn Jesus hin. Wir lesen in 1. Kor 5,7: "Denn auch unser Passah, Christus, ist geschlachtet." So, wie das Volk Israel sich an die Errettung aus Ägypten erinnern konnte, dürfen wir uns heute an das erinnern, was der Herr Jesus am Kreuz von Golgatha vollbracht hat. Er hat uns sogar - ähnlich wie das Passah für das Volk Israel - ein Mahl gegeben, bei dem wir Seiner gedenken dürfen: das Gedächtnismahl (Abendmahl). Hier dürfen wir Seiner Person und Seiner Leiden an jedem Tag des Herrn, dem Sonntag, gedenken. Und wenn wir es in Schlichtheit und Aufrichtigkeit tun, dürfen wir erkennen: "Es war kein solches Passah in Israel gefeiert worden wie dieses, seit den Tagen Samuels, des Propheten" (2. Chr 35,18). Wenn wir in einer Zeit wie der heutigen, wo sich jeder Christ nennt, aber die wenigsten wirklich etwas mit Christus zu tun haben wollen, zum Gedächtnis des Herrn zusammen kommen, werden wir eine tiefe Freude im Herzen erleben.

5. Gott belohnt Treue (35,20-27)

Josia hat in seinem Alter leider auch einen bedeutenden Fehler begangen. Das zeigt uns, daß wir auf dieser Erde in unserem praktischen Wandel nie vollkommen sein werden. Vor allem aber lernen wir durch Josia, daß Gott Treue, Hingabe und Gehorsam gegenüber Seinem Wort belohnt.