16.04.2007Daniel | Versammlung / Gemeinde | Matthäus

Kopfbedeckung und mehr

Frage: Matthäus 18,20/Kopfbedeckung

1. Matthäus 18,20: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.“ Verändert „zu meinem Namen hin“ nicht den Sinn dieser Stelle? Was bedeutet das genau? Ich dachte immer, dass sich das nur auf die Versammlung bezieht – und deshalb ziehe ich mein Kopftuch in den Versammlungsstunden auf. Kürzlich traf ich mich mit C. zum Gebet. Da hat sie diesen Vers auf unser gemeinsames Gebet bezogen. Aber kann das überhaupt auf das Gebet bezogen werden? Gebetsstunde ist eigentlich nicht 1. Korinther 14. Durch das Gebet bringen wir doch zum Beispiel unsere Sorgen zu Gott – das ist doch kein Gottesdienst, oder? Sind wir dann „in seinem Namen“ aber nicht „zu seinem Namen hin“ versammelt?


Antwort:

In Matthäus 18,20 geht es um solche, die die direkte Absicht haben, zu Christus hin versammelt zu sein. Das Wort, das hier mit in oder zu übersetzt wird, gibt nicht nur eine Richtung, sondern eine Absicht, einen Beweggrund an. Wir dürfen uns also nicht in erster Linie an der Übersetzung festbeißen, sondern müssen den zentralen Gedanken verstehen: Diejenigen, die sich hier versammeln, haben das, was dieser Name bedeutet – nämlich die Person des Herrn Jesus selbst – zum Gegenstand, zum Ziel ihrer Zusammenkunft. Sein Name ist der zentrale Punkt ihres Zusammenkommens. Nur Er ist der Mittelpunkt.

Der Zusammenhang der Verse zeigt, dass es um „die Versammlung“ geht. Wenn wir das auf die heutige Zeit übersetzen wollen, in der leider nicht mehr die ganze Versammlung an einem Ort zusammenkommt, dann handelt es sich um die Zusammenkünfte „als Versammlung“, in denen in Übereinstimmung mit der offenbarten Wahrheit über Christus und seine Versammlung (Gemeinde, Kirche) zusammengekommen wird.

Die Verse in 1. Korinther 11, die unter anderem die Kopfbedeckung behandeln, sprechen nicht (jedenfalls nicht direkt) von den Zusammenkünfte als Gläubige, weil die Frauen dort nach 1. Korinther 14,34 schweigen müssen, also nicht weissagen dürfen. Bedecken sollen sich die Frauen, wenn sie beten oder weissagen. Ich hatte vor einiger Zeit in FMN eine Frage zu diesem Thema beantwortet:

„Eine andere Frage ist jedoch, ob sich die Frauen ... bedecken sollen. Dieses Thema wird nicht in konkretem Zusammenhang mit den Versammlungsstunden behandelt. Wir finden es in Verbindung mit der Weissagung und dem Gebet der Frau in 1. Korinther 11,2–16. Diese Verse stellen gewissermaßen das Bindeglied zwischen der Belehrung über den Tisch des Herrn (Kapitel 10) und über das Mahl des Herrn (Kapitel 11,17–34) dar. Etwas weiter gefasst sind diese Verse die Verbindung zwischen dem Haus Gottes (Kapitel 8–11,1) und dem Leib Christi (Kapitel 11,19–14,40). Und inmitten dieser geistlichen und erhabenen Themen führt der Apostel Paulus die göttlichen Gedanken über die Schöpfungsordnung von Mann und Frau ein – etwas, was ausschließlich unser Verhalten auf dieser Erde betrifft.

Warum? Ein wichtiger Grund scheint darin zu liegen, dass auch in der heutigen Gnadenzeit, in der geistlicherweise nicht Jude noch Grieche ist, nicht Sklave noch Freier, nicht Mann und Frau , „denn ihr alle seid einer in Christus Jesus“ (Gal 3,28) – also eigentlich keine Unterschiede existieren – die Schöpfungsordnung mit ihren Unterschieden zwischen Mann und Frau aufrecht erhalten werden soll. Und zwar so lange wir hier auf der Erde leben. Daher soll sich die Frau auf jeden Fall bedecken, wenn sie im Beisein von anderen hörbar geistlich aktiv wird (Weissagen, Beten).

Nun beten Frauen nicht hörbar in den Zusammenkünften; sie weissagen dort auch nicht, wie wir aus 1. Korinther 14 lernen. Sollen sie sich dann dort nicht bedecken? Es scheint geistlich und im Sinne der Belehrungen der Schrift zu sein, wenn sich die Schwestern an dem Ort bedecken, an dem wir uns mit den höchsten geistlichen Dingen beschäftigen und uns bewusst in der Gegenwart Gottes/des Herrn Jesus befinden. Denn wenn sich Frauen auch nicht hörbar beteiligen, so legen sie doch Wert darauf, dass gerade an diesem Ort die Herrlichkeit Gottes sichtbar wird, nicht aber die Herrlichkeit des Menschen. Sie bezeugt durch die Kopfbedeckung, dass sie unter der Autorität des Mannes steht (vgl. 1. Kor 11,7). So weist geistliche Einsicht auch ohne ein konkretes Gebot in die Gedanken Gottes über die Stellung von Mann und Frau diesen Weg.“

Zusammenfassend kann man sagen: Wenn Ihr Euch zu zweit oder mit mehreren trefft, um zu beten, wirst Du Dich nach 1. Korinther 11 immer bedecken. Aber das ist kein Zusammenkommen als Versammlung, worauf sich Matthäus 18,18–20 und 1. Korinther 14 (dort handelt es sich um ein Zusammenkommen zur Erbauung) beziehen.

Frage: Daniel 11 und 12

2. Was kann man aus den letzten Kapiteln Daniels mitnehmen?


Antwort:

Das ist eine Frage, die an und für sich nicht in zwei Sätzen zu beantworten ist:

a) Daniel 11 und 12 sind Gottes Wort. Gott ist es wichtig, uns diese Punkte mitzugeben. Auch wenn wir nicht alles verstehen, redet Gott zu uns ganz konkret durch diese Kapitel.

b) Ein großer Teil von Kapitel 11 (bis Vers 35) hat sich buchstäblich erfüllt. So schenkt uns Gott dieses Kapitel, um uns auch Sicherheit zu geben, dass sich alle anderen Prophezeiungen erfüllen werden.

c) Die weiteren Verse (bis Kapitel 12,13) sind dann auch noch für uns Prophetie. Es geht um die Drangsal und den verwüstenden Gräuel, um den Antichristen – von alledem hat auch unser Herr gesprochen. Und das, was Er sagt, interessiert uns doch brennend!

d) In diesem Kapitel lernen wir, wie Politik funktioniert und was für ein schmutziges Geschäft Politiker bis heute betreiben – denn dies hat sich nicht geändert.

e) Wenn man die Schlechtigkeit der Menschen sieht, dann sehnt man sich umso mehr nach dem Wiederkommen des Herrn Jesus.

f) Wenn man diese Kapitel mit den Augen des Herrn liest, führt das Lesen zu einer Abscheu vor der Sünde – man möchte ein anderes Leben führen als diese Männer und Frauen.

g) Wir lernen: Was auch immer für Katastrophen existieren mögen – Gott hat die Dinge absolut in seiner Hand. Ihm entgleitet nie etwas – auch nicht in unserem Leben, selbst wenn wir einmal persönlich schwer geprüft werden.

h) Wir lernen, welchen Stellenwert Israel in den Augen Gottes einnimmt.

i) Wir lernen etwas über die erstaunliche und für uns geheimnisvolle Engelwelt – über ihre Fürstentümer (Michael).

j) Schon in diesem Kapitel wird uns etwas von der Auferstehung berichtet – ein Thema, mit dem bis heute viele Menschen und auch christliche Theologen ihre Mühe haben.

k) Wir werden dankbar, dass für uns diese Dinge im Gegensatz zu Daniel nicht versiegelt sind (vgl. Dan 12,4).

l) Wir lernen, dass Gott immer einen besonderen Segen für diejenigen hat, die sich in Zeiten des allgemeinen Verfalls auf seine Seite stellen (12,13).

m) Wir erkennen auch, dass der Herr damals „Verständige“ (11,33) hatte, welche diejenigen im Volk, die sich belehren lassen wollten, unterwiesen. Und dann denken wir an die Maskil-Psalmen, die für uns sehr nützliche Unterweisungen enthalten.

Das sind nur ein paar Hinweise, warum ich das Buch Daniel überhaupt und diese Kapitel wirklich gerne lese und zur Lektüre empfehle!

(aus: Folge mir nach - Heft 3/2007)