27.03.2007Jesus Christus / Gott | Persönlicher Glaube | 1. Petrus

Die Langmut Gottes

Gott ist ein erhabener und herrlicher Gott. Welchen Aspekt seines Wesens wir auch anschauen, alles an Ihm ist großartig und anbetungswürdig. In letzter Zeit ist mir besonders seine Langmut aufgefallen. Menschen, selbst Christen, denen die Gemeinschaft mit Gott nicht wichtig ist, merken gar nicht, dass Gott ständig, immer wieder und immer noch vollkommene Langmut übt.

Der heilige Gott ist langmütig

Wenn Gott ausschließlich entsprechend seiner Heiligkeit handeln würde, wäre diese Erde nicht mehr bevölkert, denn als Folge unserer Sünden müsste Er sofort Gericht üben. Dann könnte sich kein einziger Mensch bekehren, denn bevor jemand Buße tut, hat er unzählige Sünden begangen. Aber Er ist „langmütig gegen euch, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen" (2. Petr. 3,9).

Petrus hat ein besonderes Empfinden für die Langmut Gottes, weil er wusste, dass er selbst in besonderem Ausmaß Gegenstand dieser Langmut war. Wie hatte Gott, wie hatte der Herr ihn in seinen Fehlern ertragen und nicht durch sofortiges Gericht geantwortet. Man denke nur an die Selbstüberschätzung von Petrus und seine schrecklichen Lügen in den letzten Stunden vor dem Tod unseres Retters. Aber der Herr ist seinem Knecht gegenüber langmütig gewesen.

Langmut heißt nicht Toleranz

Auch heute ist dies nicht anders. Wenn wir in unser eigenes Leben schauen: Wie viele Sünden begehen wir als Gläubige jeden Tag, manchmal immer wieder die gleichen! Und trotzdem antwortet Gott in Langmut, zeigt uns unsere Fehler und bringt uns zum Bekenntnis. Und selbst Christen, bei denen wir den Eindruck haben, dass sie keine Buße über ihre Sünden tun, trägt der Herr dennoch.

Auch der praktische Zustand der Versammlung Gottes könnte für Gott Anlass genug sein, sofort Gericht zu üben. Tatsächlich spüren wir immer wieder die züchtigende Hand des Herrn auf uns. Und doch trägt und erträgt Er uns nach wie vor, indem Er Propheten sendet, die uns unseren erbärmlichen Zustand und unsere Fehler auf das Gewissen binden. Gott sucht solche, die diese Botschaften zu Herzen nehmen, die die Langmut Gottes nicht als Anlass für das Fleisch nehmen, um im Bösen fortzufahren, sondern die in ihren Herzen berührt werden und umkehren.

Langmut für nur 8 Menschen?

Es ist beeindruckend, dass Gott in den Tagen Noahs Langmut übte, obwohl Er wusste, dass nur acht Menschen gerettet würden. Auch heute handelt Gott in Langmut, weil Ihm an jedem Einzelnen, der Buße tut, gelegen ist - an mir und an Dir! Gott sieht nicht auf große Zahlen. Er zeigt seine Langmut jedem einzelnen gegenüber. Wenn doch diese Langmut nicht vergebens an uns erwiesen würde!

Die Langmut Gottes ist unendlich, aber begrenzt. Wir können die Größe seiner Langmut nicht erfassen, denn sie übersteigt menschliche Dimensionen. Aber genau so, wie in den Tagen Noahs das Gericht durch die Flut doch irgendwann begann, so hat die Langmut Gottes auch in unseren Tagen ein Ende. Wenn sich die Menschen nicht bekehren wollen und Jesus Christus als ihren persönlichen Erretter und Herrn ablehnen, dann übt Gott Langmut, bis der Augenblick erreicht ist, dass Er eine göttliche Antwort auf das Böse geben muss. Kein Mensch kennt diesen Zeitpunkt, aber er kommt bestimmt.

„Es wird der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb" (2. Petrus 2,9). Aber noch ist Gnadenzeit - Zeit, um sich zu bekehren und retten zu lassen.

Langmut hat ein Ende - auch bei Gläubigen!

Auch für den Gläubigen hat die Langmut Gottes ein Ende. Wenn wir von unseren Sünden, vom Aufstehen gegen Gott und vom Eigenwillen nicht lassen wollen, kommt eines Tages der Augenblick, an dem die Langmut Gottes auch für uns ein Ende hat. Das beeindruckende ist dann allerdings, dass sich das Gericht Gottes in Barmherzigkeit äußert. Das Wiederkommen des Herrn ist kein Akt des Gerichtes für die Versammlung - auch wenn wir ein solches verdient hätten, sondern ein Akt reiner Barmherzigkeit.

Und auch, wenn der Herr einen der Seinen abrufen muss, weil die Langmut Gottes ein göttliches Ende bestimmt hat, dann ist es letztlich nichts als Barmherzigkeit, dass Er uns zu sich selbst ins Paradies ruft. Aber wir wollen mit Ausharren persönlich und gemeinsam sein Wiederkommen erwarten und uns danach ausstrecken!

„Deshalb, Geliebte, da ihr dies erwartet, so befleißigt euch, ohne Flecken und untadelig von ihm erfunden zu werden in Frieden. Und erachtet die Langmut unseres Herrn für Errettung... Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes, Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit sowohl jetzt als auch auf den Tag der Ewigkeit! Amen" (2. Petrus 3,14-18).