25.01.2007 Persönlicher Glaube | Jesus Christus / Gott

Willkürliche Bibelinterpretation?

Kritik an einer fundamentalistischen Bibelauslegung hat der baptistische Theologe Prof. Erich Geldbach (Marburg) geübt. Ihre Vertreter interpretierten die Bibel nicht von Jesus Christus aus, sondern machten willkürliche Kriterien zum Maßstab für Rechtgläubigkeit. Dazu gehörten „Endzeitfahrpläne“, eine verkürzte Darstellung des Kreuzesgeschehens als Sühneopfer, ein für wahr Halten von Wunderberichten und das Rechnen mit der leiblichen Wiederkunft Jesu Christi, sagte Geldbach gestern.

Es erschüttert, dass ein Theologe, der einer bibelgläubigen Gemeinde nahe steht, in der es viele Gläubige gibt, sich in einen derartigen Widerspruch zur Bibel setzt und wichtige Fundamente der Bibel aufgibt.

1. Wie legen wir die Bibel aus?


Wir wollen keinen „willkürlichen Kriterien“ zur Bibelauslegung, sondern schlicht das für wahr nehmen, was in der Bibel steht. Wenn man „von Jesus Christus aus interpretiert“, dann kann das nur in dem Sinn gelten, dass man den Christus der Schriften zum Maßstab nimmt. Einen außerbiblischen Jesus können bibelgläubige Christen nicht akzeptieren, denn die Bibel ist der einzige objektive Maßstab für Christen. Alles andere ist maximal Menschenwerk, wenn nicht direkt vom Teufel inspiriert!

2. Endzeitfahrpläne


Vermutlich bezieht sich Geldbach auf die in der Bibel nachzulesende Lehre, dass Christus zur Entrückung der Gläubigen wiederkommen wird, BEVOR Er dann mindestens 7 Jahre später auch sein Königreich öffentlich auf dieser Erde aufrichten wird, wenn Er sichtbar wiederkommen wird. Diese Wahrheit wird in dem ERSTEN Brief von Paulus, der im Neuen Testament zu finden ist, bereits niedergelegt. „Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit bei dem Herrn sein“ (1. Thessalonicherbrief, Kapitel 4, Verse 16.17).

Dass es sich NICHT um das Kommen des Herrn in der Öffentlichkeit handelt, wird dadurch bestätigt, dass sofort im Anschluss dieser Verse davon die Rede ist, dass der Tag des HERRN kommen wird und die Thessalonicher darüber nicht weiter belehrt werden mussten. Das ist das öffentliche Erscheinen des Herrn. Aber über die (nicht öffentliche) Entrückung mussten sie belehrt werden. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegt die sogenannte Drangsalszeit, welche die 70. Jahrwoche Daniels umfasst - also 7 Jahre.

3. Das Kreuzesgeschehen als Sühneopfer


Es gibt für einen Christen kaum etwas wichtigeres, als das Werk des Herrn am Kreuz mit seiner Wirkung der Sühnung festzuhalten. Das Neue Testament bezeugt das ausdrücklich: Wir „werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist; den Gott dargestellt hat als ein Sühnmittel durch den Glauben an sein Blut“ (Römerbrief, Kapitel 3, Verse 24.25). Das Blut - also der Tod des Herrn, sein dahingegebenes Leben - ist die Sühnung für unsere Sünden. Sein Leben war vollkommen, aber es konnte niemanden retten. Es ist der Tod, der uns rettet. Wir sind versöhnt durch den Tod des Herrn (vgl. Römerbrief, Kapitel 5, Vers 10).

Wer die Sühnung durch das Kreuzessterben - genau genommen durch die drei Stunden der Finsternis und seinen Tod - ablehnt, lehnt das Werk des Herrn ab. Von dem muss in Frage gestellt werden, ob er überhaupt gläubig ist. Denn nur der Glaube an dieser Erlösungswerk rettet. Nur dieser!

4. Für wahr halten von Wunderwerken


In den Evangelien werden uns viele Wunder beschrieben. Man mag allein Matthäus, Kapitel 8 einmal lesen. Es ist faszinierend und führt zur Anbetung des Herrn, wenn wir sein Wunderwirken sehen, dass nie für Ihn selbst war, sondern immer nur für andere.

Wer diese Wunderwerke ablehnt, lehnt die Inspiration der Bibel ab. Der lehnt letztlich Gott ab. Denn wenn wir anfangen, alles von vornherein zu vergeistlichen, auch diese Erzählungen, haben wir keinen objektiven Maßstab mehr in den Händen. Dann mag jeder für sich selbst entscheiden, was er wie für richtig hält. Dann handelt es sich nicht mehr um Gottes Wort!

5. Die leibhaftige Wiederkunft des Herrn


Er hat gesagt: „Ich komme bald“ (Offenbarung 22). Hat Er gelogen? Hat Er uns nur die halbe Wahrheit gesagt und gemeint, Er würde nur im Geist wiederkommen? Gott bewahre und vor einem solchen blasphemischen Gedanken! Wenn die Engel gesagt haben: „Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird ebenso kommen, wie ihr ihn habt auffahren sehen in den Himmel“, dann wird Er wiederkommen. Leiblich. Und wenn Paulus das in 1. Thessalonicher 4 für die Entrückung ebenfalls sagt, dann dürfen, dann müssen wir daran glauben.

Oder wollen wir Ihn zum Lügner machen? Es ist traurig, wenn man solche Sätze von jemandem liest, der einer Gruppierung nahe steht, in der viele ernsthafte Gläubige sind.