14.11.2006 Persönlicher Glaube

Spott für Christen

Gründe

In den letzten Wochen wird vermehrt Spott und Hohn über Christen ausgeschüttet. Letztlich werden diese in eine fundamentalistische Ecke geschoben, die der Gesellschaft deutlich machen soll: Das sind nicht nur Irregeleitete, das sind ganz gefährliche Menschen! Sie misshandeln Menschen und können nicht geduldet werden.

Es gibt drei aktuelle Beispiele dafür, die diesen Trend symbolisieren. Leider muss man hinzufügen: Es gibt mindestens zwei Gründe, die diesen Trend verstärken:

a) das fehlerhafte Verhalten von uns Christen, und

b) die Intoleranz der sogenannt toleranten Gesellschaft in Bezug auf entschiedene Christen.

Während wir gegen die zweite Begründung nichts unternehmen können, weil der Herr sie angekündigt hat: „Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieb haben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, darum hasst euch die Welt“ (Johannesevangelium, Kapitel 15, Vers 19), sind wir an Punkt selbst beteiligt, selbst schuld. Das wird an den drei Beispielen klar!

Die christliche Gastfamilie - religiöse Eiferer

Dieser Tage war von „fundamentalistischen Christen“ in den USA die Rede, die als Gasteltern Schüler aus Europa aufnehmen. Montags reden sie - angeblich - über Sex. Seit 17 Jahren haben die Eltern nämlich keinen mehr, weil sie ihr Leben Gott widmen. Wer Bier und Wein trinke, in dem stecke der Teufel. Besonders ihr harter, religiöser Eifer wird betont.

Leider kann man nicht sagen, ob die genannten Fakten stimmen. Leider ist das in vielen journalistischen Berichten nicht der Fall. So kann eine allgemeine Stimmung gegen Christen dazu genutzt werden, auch falsche Behauptungen aufzustellen, um in diese Kerbe zu schlagen.

Aber wenn der Bericht stimmt: Wird man auf diese Weise einen ungläubigen Menschen erreichen, indem man ihn mit Geboten überfrachtet, die ohnehin für uns Christen nicht gelten? Ist das die Liebe des Christus, die Menschen zu Gott ziehen kann?

Der kreationistische Museumsbauer - Steuerhinterziehung

In Florida hatte ein Schöpfungsvertreter ein Museum aufgebaut, in dem er die Schöpfungsgeschichte, Fossilfunde und Riesenechsen darstellte. Es gibt nur ein Problem: Anfang November wurde der Mann von einem Bundesgericht wegen Steuerhinterziehung und anderer Dinge verurteilt. Auch Angestellten blieb er angabegemäß den Lohn schuldig. Es könnte bis zu 288 Jahre an Gefängnis geben.

Der Spott von Journalisten: Gemessen an den Maßstäben einer bibeltreuen Schöpfungsauslegung ist das viel Zeit. Sind wir es nicht selbst schuld, wenn wir solche Fehler, ja Sünden begehen, wenn man dann noch auf Christen mit dem Finger zeigt?

Der Vater, der sich auf Gott beruft - mit Elektro-Schocks

In Hessen stand vor kurzem ein Mann vor Gericht, der seine Kinder „in der Zucht und Ermahnung des Herrn“ (Epheserbrief, Kapitel 6, Vers 4) erziehen wollte. Der Haken: Er bezog sich bei seiner Auffassung auf die Bibel und benutzte Elektro-Schocks, um seine Kinder in die Schranken zu weisen.

Die Bibel macht klar, dass die Kinder ihren Eltern gehorchen sollen. Dass Eltern ihre Aufgaben als Autorität in der Familie wahrnehmen sollen. Aber von Elektro-Schocks ist an keiner Stelle die Rede. Und mit ihnen kann sich niemand auf Gott berufen. Auch so kann man Christen in Misskredit bringen!

Man sieht: Wir tun unser Teil dazu, dass die Menschen unserer Gesellschaft kritisch mit uns Christen umgehen. Wir können daraus lernen und uns „ehrbar“, anständig verhalten. Dann wird der Hass dieser Menschen nicht aufhören. Siehe das Johannesevangelium. Aber dann geben wir selbst keinen Anlass mehr für ihre berechtigten Zeigefinger.