08.04.2008Persönlicher Glaube | Jesus Christus / Gott

Der gute und große Hirte

Während der Herr Jesus als der gute Hirte sein Leben für die Schafe – für uns Menschen – sogar hin- und aufgegeben hat, denn Er ist für uns gestorben, setzen Hirten heute ihr Leben für ihre Schafe ein. Das ist natürlich ein Unterschied – aber wir können manches von den heutigen Hirten lernen!

Der Hirte ist Tag und Nacht für seine Schafe da

Der Hirte, dem ich heute begegnete, sagte mir beispielsweise, dass sie bei jedem Wetter, an jedem Tag für die Schafe da wären. Wir kennen Feiertage – sie nicht. Denn die Herde Schafe bedarf des Hirten. Wenn sie für eine gute halbe Stunde auf einem Feld das Gras gefressen hat – es handelte sich um eine Schafherde mit rund 500 Schafen – muss sie weiterziehen, weil sie sonst den Boden praktisch vollständig zerstört. Und während dieser Zeit ruht das Auge des Hirten auf seiner Herde, um zu beobachten, ob alle Schafe gesund sind und damit nichts passiert.

So ist es auch mit unserem Hirten. Tag und Nacht ist Er als der große Hirte für uns tätig. Ruhe gibt es für Ihn nicht. Bei jedem Wetter – nennen wir es die Umstände, in denen wir uns befinden – ist Er bei uns. Geht es uns gut, wacht Er über uns, damit es zu unserem Guten ist. Sind wir äußerlich bedrängt, nimmt Er sich als Hirte unser an, damit wir tragen können. Geht es uns innerlich nicht gut, kümmert Er sich um uns, damit wir wieder zu Kräften kommen. Befinden wir uns auf falschen Wegen, geht Er uns nach, damit wir zurückkehren.

Schafe fallen hin – und brauchen den Hirten zum Aufstehen

Ein Schaf findet allein den Weg nicht zur Herde. Der Hirte muss das Schaf finden, um es zurück zu bringen. Und wenn ein Schaf auf dem Rücken liegt und die Beine nicht mehr auf dem Boden stehen, ist es vollkommen hilflos.

Manchmal haben auch wir Menschen-Schafe uns verrannt und fallen hin. Wenn es den Hirten Jesus Christus nicht gäbe, würden wir am Boden liegen bleiben und hätten keine Hoffnung auf Besserung. Aber dadurch, dass sich unser großer Hirte um uns kümmert und wieder auf die Beine stellt, können wir „ins Leben zurückkehren“. Wie leicht verirren wir uns auch im Gestrüpp und auf einem falschen Weg. Wie gut, dass unser Hirte uns nicht laufen lässt, sondern uns nachgeht!

Der Hirte sieht, wenn Schafe krank sind – und nichts mehr essen

Der Hirte merkt im übrigen bei seinen Schafen, dass sie nicht gesund sind, wenn sie nicht mehr richtig Gras fressen. Sie sind dann lustlos und stehen träge auf der Wiese herum, statt mit den anderen Schafen umherzulaufen.

So ist es auch bei uns. Vielleicht merken wir es selber gar nicht richtig. Aber unser guter Hirte sieht es sofort, wenn wir aufhören „zu fressen“. Unsere geistliche Nahrung ist das Wort Gottes. Und ganz schnell werden wir krank und „verzichten“ auf geistliche Nahrung, wenn wir andere Interessen im Kopf und Herzen haben. Wir sind schnell Christen, die gar keine wirkliche Freude in dem Herrn Jesus haben. Und auch mit den anderen Schafen – den anderen Gläubigen, mit denen uns der Herr zusammen gestellt hat – machen wir nichts mehr zusammen. Die Gemeinschaft mit dem Herrn und mit den Gläubigen bleibt einfach auf der Strecke. Aber unser Hirte sieht das und kümmert sich um uns, damit wir wieder aufnahmefähig werden und Freude an Ihm bekommen.

Der Hirte ist Anziehungspunkt für die Schafe

Schließlich fiel uns auf, dass in dem Moment, als der Hirte weiterzog, um die Abendraststätte aufzusuchen, das scheinbar ziellose Treiben der Schafe aufhörte, und sich die ganze Herde – ausnahmslos – in Richtung der Stelle aufmachte, wo der Hirte hinging. Alle strömten zum Gatter, durch das der Hirte seine Schafe zum nächsten Feld führte. Sicher, er benutzte auch die beiden Hunde und zuweilen seinen Stock – aber der Drang der Herde war eindeutig.

So ist es auch bei uns. Unser Hirte kennt uns – und wir Ihn. Wenn Er sich weiterbewegt, dann auch wir. Sicher muss Er zuweilen „Hunde“ oder seinen Stock benutzen, um uns in die richtige Richtung zu lenken. Manchmal wirft Er auch „ein bisschen Erde“ an eine Stelle, damit wir uns vor dieser hüten. Aber ein echtes Schaf kennt die Stimme seines Hirten und läuft zu Ihm, wenn Er deutlich macht, dass es weitergehen soll.

Der Hirte und seine Schafherde – einfach lehrreich

Das alles kennen viele von uns eigentlich von Kindesbeinen an. Und doch: Was so ein kurzer Nachmittag alles für Lektionen für mich mit sich brachte! Interessant und lehrreich, hilfreich und zu Herzen gehend.