04.09.2006 Persönlicher Glaube | Versammlung / Gemeinde

Gott versuchen – das kann tödlich enden!

Steve Irwin - ein verwegener Abenteurer

Heute war von einem „spektakulären“ Tod zu lesen: Der 44-jährige Australier Steve Irwin, der dafür bekannt war, dass er Krokodile lebendig fangen kann und der durch seine Dokumentarfilme weltweit Millionen Menschen begeisterte, ist tödlich verunglückt. Ein Stachelrochen verletzte ihn beim Tauchen tödlich. Der „Crocodile Hunter“ starb sozusagen, wie er gelebt hat. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder ... Tiere, die andere Menschen am liebsten nur hinter Glas betrachten möchten, wurden Irwins Spielkameraden. Zum 6. Geburtstag bekam er - lange ersehnt - seine eigene Python-Schlange. Irwin machte es zu seinem Markenzeichen, wilden Tieren gefährlich nahe zu kommen, manchmal sprang er sogar auf den Rücken von Krokodilen.

Letztlich hat sich Irwin an einer „Disziplin“ versucht, die schon oft tödlich ausgegangen ist. Wer meint, Gott durch eigene Kraft und Stärke versuchen zu können, muss mit den Konsequenzen leben. Gott versuchen - gibt es das wirklich noch heute?

Gott versuchen?

Eine Verhaltensweise wie die von Irwin kann man wohl kaum anders bezeichnen als Gott versuchen. Das ist ein Thema, mit dem wir als praktizierende Christen wohl auch immer mal wieder zu tun haben, oder? Natürlich ist das Wort Gottes durch Mose an das Volk in einem bestimmen Zusammenhang gesagt worden, aber sich auch in einem solchen Zusammenhang anwendbar: „Ihr sollt den HERRN, euren Gott, nicht versuchen, wie ihr ihn zu Massa versucht habt“ (5. Mose, Kapitel 6, Vers 16). Dabei handelte es sich um die Begebenheit (2. Mose, Kapitel 17, Verse 1 bis 7), wo das Volk Mose und damit Gott den Vorwurf machte, Er habe sie nur aus Ägypten herausgebracht, um sie in der Wüste sterben zu lassen: „Ist der HERR in unserer Mitte oder nicht?“ - so sagte das Volk.

Wie können wir Gott versuchen? In äußerliche Gefahren bringen

Wie können wir Gott versuchen? Es gibt äußere Gefahren, in die wir uns leichtsinnig bringen können. Indem wir wie die Wahnsinnigen Auto fahren. Nun ist vermutlich jeder von uns schon in Gefahrenmomente gekommen, nach denen er dankbar anerkennen konnte, dass der Herr geholfen hat. Aber sind wir nicht zuweilen selbst an solchen Situationen mit schuld? Ist es nicht Gott zu versuchen, wenn man eine Familie hat und wie der Henker fährt?

Es gibt Christen, die Freeclimbing betreiben. Ist es vernünftig, angemessen, unangeseilt am Berg zu hängen? Es mag ein besonderer Kick sein, der sich damit verbindet. Aber auch so etwas ist wie „Gott versuchen“.

In finanzielle Gefahren begeben

Es gibt auch ein finanzielles „Gott versuchen“. Wenn man mit dem gesamten Vermögen, das man besitzt, herumspekuliert - und es besteht das nicht geringe Risiko, dass nachher alles weg ist: Was ist das anderes als Gott zu versuchen?! Oder wenn man sich derart in roten Zahlen verheddert, dass man nicht mehr weiß was oben und unten ist. Wenn man sich ein Haus baut, das weit über den eigenen Verhältnissen liegt ...

Geistlich Gott versuchen

Auch geistlich kann man Gott versuchen! Indem man Dinge tut, die weit über den eigenen Verhältnissen liegen. Indem man sich selbst eine Position beimisst, die Gott mir gar nicht gegeben hat! Und indem ich ständig in Frage stelle, dass Gott unter uns ist und wirkt, obwohl die offensichtlich ist. Das kann im Übrigen auch „offensichtlich“ sein, wenn alles sehr schwach ist.

Natürlich kann ich mich nicht darauf berufen, wenn ich zulasse, dass der Herr und sein Wort nicht mehr absolute Gültigkeit haben. Dann mag man rufen: „Sie stützen sich auf den HERRN und sagen: Ist nicht der HERR in unserer Mitte? Kein Unglück wird über uns kommen!“ (Micha, Kapitel 3, Vers 11) - und das Unglück ist im Anmarsch. Ursache dafür kann Abweichung nach „rechts“ wie nach „links“ sein!

Aber wenn man von solchen Fällen absieht, stellt es eine Versuchung Gottes dar zu fragen: „Ist Gott in unserer Mitte oder nicht?“ Davor wollen wir uns bewahren lassen!