29.08.2006 Prophetie

Gottes ewiger Vorsatz

Es war das Wohlgefallen der Gottheit, dass Seine ganze Fülle sich in Christus offenbaren und in Ihm wohnen soll. Paulus sagt: „Denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ (Kol. 2,9), und „es war das Wohlgefallen der ganzen Fülle, in Ihm zu wohnen“ (Kol. 1, 19).

Das war Gottes Vorsatz — ein Vorsatz voller Segen und Herrlichkeiten. Die Art und Weise, wie Gott diesen Vorsatz zur Ausführung bringt, ist für uns außerordentlich belangreich. Wir wollen darum einen Augenblick dabei stille stehen, um einen kleinen Überblick zu gewinnen. Gott wollte, dass Sein Vorsatz auf eine sichtbare Weise erfüllt werden sollte und Seine Offenbarungen, welche Er heiligen Männern Gottes gegeben hat, uns mitgeteilt würden, damit wir vor den Irrtümern unserer Phantasie bewahrt bleiben möchten.

Der Gegenstand, den wir behandeln, finden wir in dem Gebet des Apostels Paulus in Epheser 1, 15—23, dessen tieferer Grund uns in Epheser 3 kundgetan ist. Ohne die Kraft des letzteren Kapitels verstanden zu haben, werden wir nie den Gegenstand, der in Eph 1 behandelt ist, verstehen und genießen können.

Die Gemeinde (Ekklesia) und die Juden

Die Gemeinde (Ekklesia) und die Juden bilden den jeweiligen Mittelpunkt der himmlischen und irdischen Herrlichkeit des Christus.

Zwei große Wahrheiten werden uns in Bezug auf das Tausendjährige Reich vor Augen gestellt. Die Zeugnisse der Heiligen Schrift reden einerseits von der Gemeinde und ihrer Herrlichkeit in Christus und andererseits von Israel und seiner Herrlichkeit, welche das in Christus erlöste und erneuerte Volk besitzen wird. Es gibt demzufolge ein himmlisches und ein irdisches Volk. Der Sohn Gottes selbst, der das Bild und die Herrlichkeit Gottes ist, wird Mittelpunkt des einen, wie des anderen Volkes sein, die Sonne, welche beide erleuchtet. Obwohl der Platz der Ekklesia, in der Seine Herrlichkeit wohnt, der Himmel ist, „hat Er der Sonne in ihnen ein Zelt gesetzt“ (Psalm 19, 4). Dennoch werden die Völker in ihrem Lichte wandeln. Seine Herrlichkeit soll und wird auf Erden geoffenbart werden und die Erde wird deren Segnungen genießen. Wenn alles erfüllt sein wird, wird Gott alles in allem sein. Die Hütte Gottes wird vom Himmel herabkommen, und Er wird bei den Menschen wohnen (Off 21, 3).

All diese Dinge und die Weise, wie sie in Erfüllung gehen werden, sind uns in der Heiligen Schrift bis in alle Einzelheiten kundgemacht.

Obwohl die Gemeinde wie auch das Volk Israel jedes für sich selbst der Mittelpunkt sowohl der himmlischen als der irdischen Herrlichkeit in Verbindung mit Christus ist, und obwohl sie gegenseitig mit einem Glanz von Segen und Freude umgeben sind, so hat dennoch ein jedes seine eigene Sphäre, worin alle Dinge Ihm unterworfen sind.

Engel, Obrigkeiten und Gewalten, kurz alles, was zum Himmel gehört, bewundern das Schauspiel der Gemeinde, während den Völkern dieser Erde das Schauspiel von Israel vor Augen geführt wird. Wir wollen uns jetzt nicht bei der Geschichte und dem Zustand der Kirche aufhalten, noch uns mit dem Volke Israel beschäftigen. „Im Anfang schuf Gott“, so sagt uns das Alte Testament, und „Im Anfang war das Wort“, so kündet uns das Neue Testament ein Fundament von höherer und dauerhafterer Herrlichkeit, als die der ersten Schöpfung.

„Im Anfang schuf Gott die Himmel und Erde“, und als sie aus Gottes Hand hervorgegangen waren, konnte gesagt werden: Siehe, es war gut. Dann kam die Sünde, und siehe, alles war verunreinigt und verdorben. (Vergleiche Kol. 1, 19-20 mit Eph. 2, 10.) Für eine kurze Zeit ruhte Gott von Seinen Werken; diese Ruhe wurde jedoch unterbrochen.

Die Heilige Schrift sagt uns nur wenig von der Sünde, welche die Himmel verunreinigte; wir wissen nur, dass sie durch Engel, welche fielen, verursacht wurde.

Doch der Fall des Menschen musste nach Gottes Ratschluss nur dazu dienen, um Seinen wunderbaren Ratschluss der Erlösung zur Ausführung zu bringen, und dieses Werk ist uns in seiner Fülle geoffenbart.

Gottes Ruhe in der Schöpfung durch den "zweiten Adam"

Die Ruhe Gottes in der ersten Schöpfung war nur von kurzer Dauer, und die Ruhe des Menschen in der Gemeinschaft mit Gott nur wie ein Traum in der Nacht. Aber die Segnungen Gottes sollten nicht von solch kurzer Dauer sein. Was vorbeiging, war die Folge der Schwachheit des ersten Adam. Nun aber sollte eine Ruhe hergestellt werden von herrlicher, ausnehmender Art durch die Entfaltung der Macht und Stärke des zweiten Adam, und zwar in dem Vorsatz, alle Dinge in dem Himmel und auf der Erde unter ein Haupt zusammenzubringen in dem Christus (Eph. 1, 10).

Christus der Erbe und die Gemeinde Miterbin mit Ihm in der Auferstehung.

Von dieser Zusammenfügung von allen Dingen zu Christus und in Christus hängt der Charakter und das Wesen der Hoffnung der Gemeinde ab, dass Gott alles in allem sei. Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen spricht die Heilige Schrift von dem geoffenbarten Christus als dem Haupt aller Dinge und von der Gemeinde als Seiner Miterbin. Welch wunderbaren Platz haben wir in Ihm! Es steht geschrieben, dass Gott den Christus gesetzt hat „zum Erben aller Dinge“ (Hebr. 1, 2) und „in welchem wir auch ein Erbteil erlangt haben“ (Eph. 1, 11) und „Erben Gottes und Miterben des Christus“ sind (Römer 8, 17).

Dieser glorreiche Titel von Christus — der Erbe — hat aber noch eine viel herrlichere Bedeutung. Christus ist „der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn durch Ihn sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren,... alle Dinge sind durch Ihn und für Ihn geschaffen“ (Kol. 1, 15. 16).

Die Gemeinde, die Versammlung, die Kinder Gottes, sind darum Miterben des Christus. Auf welche Weise sind sie das geworden? Das ist es, was wir nun entwickeln möchten.

Christus empfing das Erbe in Seinem Charakter als Mensch, und zwar als auferstandener Mensch, dann als Mitgenosse unserer Drangsal, einer Drangsal, welche eine Folge der Sünde ist, und im weiteren ist Er Haupt, Wurzel und Ursprung aller Segnungen.

Vorerst wollen wir noch bemerken, dass der erste Adam „ein Vorbild des Zukünftigen ist“ (Römer 5, 14), das Vorbild vom zweiten Adam, von dem wir sprechen. Als solcher wird Er uns vorgestellt in Epheser 5, 30. 31.

Gleich dem ersten Adam, der gleichsam begraben war in seinem tiefen Schlaf, und Eva aus einer seiner Rippen geformt wurde, so ist die Gemeinde mit Christus, der für ihre Sünden gestorben und begraben wurde, auferstanden, und sie ist Ihm nun als Miterbin gegeben in der Herrlichkeit, in der Regierung und im Besitz von allem, was Gott Ihm geschenkt hat.

Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott, wird, wenn Er in Seiner Herrlichkeit erscheint, die Gemeinde vor sich stellen, dass sie mit Ihm alle Herrlichkeit im Himmel und auf Erden teile. „Die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, habe Ich ihnen gegeben“ (Joh. 17, 22).

Adam und Eva, obwohl zwei Personen, werden zusammen vereinigt und einfach „Mensch“ genannt (1. Mose 1, 27; 5, 2 ), obwohl in gewissem Sinn Eva unter ihrem Manne stand und nach ihm geschaffen wurde. So ist es mit Christus und der Gemeinde, die einen Leib bilden.

Dieses Vorbild, jedem eifrigen Bibelleser wohlbekannt, stellt uns auf einfache Weise all die verschiedenen Formen dieser großen Wirklichkeit vor Augen, mit der einen Ausnahme, dass der zweite Adam, der Mensch aus dem Himmel, auch das Haupt und der Herr der himmlischen Dinge ist.

Alle Dinge werden dem Menschen unterworfen sein.

Untersuchen wir nun die Heilige Schrift, was sie uns über die Herrschaft des Menschen und von der Teilhaberschaft der Ekklesia des Christus berichtet. Deutlich erkennen wir, dass die Erfüllung dieser Verheißung noch in der Zukunft liegt. In Psalm 8 sagt der Heilige Geist: „Du hast Ihn (den Menschen, den Sohn des Menschen) ... mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Du hast Ihn zum Herrscher gemacht über die Werke Deiner Hände; alles hast Du unter Seine Füße gestellt.“ In Hebräer 2, 7 - 9 sagt uns derselbe Geist: „Jetzt aber sehen wir Ihm noch nicht alles unterworfen“, aber „Wir sehen Jesus... mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt“, damit Er der Kirche gegeben werden kann als Einer, dem als Mensch alle Dinge unter Seine Füße gelegt sind. In der Zwischenzeit, bis die Ratschlüsse Gottes erfüllt sein werden, bis die Feinde des Christus, die die Herrschaft in Ungerechtigkeit besitzen, zum Schemel Seiner Füße gelegt werden — mit einem Wort, während der Zeitperiode der gegenwärtigen Haushaltung, also der Gnadenzeit — sitzt Christus zur Rechten der Majestät in der Höhe. Als Überwinder sitzt Er zur Rechten Gottes, Seines Vaters, bis Er allen, welche überwinden, erwirken kann, dass sie auf Seinem Throne sitzen, wenn Er von der Regierung Besitz ergreifen wird.

In Epheser 1,17 - 2,7 wird uns die Gemeinde als vereinigt mit Christus in all den Umständen vor Augen geführt „nach der Wirksamkeit der Macht Seiner Stärke, in welcher Er gewirkt hat in dem Christus, indem Er Ihn aus den Toten auferweckte“, und in Kapitel 2, 7 wird uns dann das herrliche Ergebnis hiervon mitgeteilt: „Damit Er erweise in den kommenden Zeitaltern den überschwänglichen Reichtum Seiner Gnade in Güte gegen uns in Christus Jesus“. Das 1. Kapitel erwähnt eine weitere Anführung aus Psalm 8: „Und hat alles Seinen Füssen unterworfen“, worauf der Apostel hinzufügt: „Und Ihn als Haupt über alles der Versammlung gegeben, welche Sein Leib ist, die Fülle Dessen, der alles in allem erfüllt“ (Verse 22. 23).

Die Gemeinde ist also mit Christus ein Leib. Er ist das Haupt, dem alles unterworfen ist, und zwar als Dem, der aus den Toten auferweckt ist.

Diese letztere Tatsache wird uns in besonderer Weise in 1. Kor.15,21-28 vor Augen gestellt, wo wir nochmals eine Anführung aus dem 8. Psalm finden. „Denn wie durch einen Menschen der Tod kam, so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn gleichwie in dem Adam alle sterben, also werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling Christus; sodann die, welche des Christus sind bei Seiner Ankunft; dann das Ende, wenn Er das Königreich dem Gott und Vater übergibt, wenn Er weggetan haben wird alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht. Denn Er muss herrschen, bis Er alle Feinde unter Seine Füße gelegt hat. Der letzte Feind, der weggetan wird, ist der Tod. Denn alles hat Er Seinen Füssen unterworfen (Psalm 8, 6). Wenn Er aber sagt, dass alles unterworfen sei, so ists offenbar, dass Der ausgenommen ist, der Ihm alles unterworfen hat. Wenn Ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst Dem unterworfen sein, der Ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei.“

Christus, der auferstandene Mensch, regiert also über ein Königreich, das Er übergeben wird, damit Gott alles in allem sei. Diese Regierung und Herrschaft des Sohnes des Menschen, welche uns in Psalm 8 gezeigt wird, kommt dann zu ihrem Ende, damit sich die Herrlichkeit Gottes über das ganze Weltall erstrecke.

Wir müssen dabei nicht außer acht lassen, dass von Gott und nicht von Christus als Mittler gesprochen wird. Es wird nicht gesagt, dass der Vater „alles in allem sei“, weil — obwohl Christus, der Mittler zwischen Gott und Menschen, das Königreich übergibt — der Sohn nichtsdestoweniger Gott über alle Dinge ist, ewig gepriesen mit dem Vater und dem Heiligen Geist!

Auf welche Weise diese Dinge nun erfüllt werden, wird uns an anderen Schriftstellen gezeigt.

Christus empfängt das Erbe auf Grund der Verheißung.

Wir haben gesehen, dass Christus der Erbe ist, denn Er ist der Schöpfer aller Dinge — alle Dinge sind geschaffen durch Ihn und für Ihn als Sohn, und weil Er als solcher nach Gottes ewigem Ratschluss dazu erwählt war. Darum haben alle Verheißungen ihren Mittelpunkt in Christus. „Dem Abraham aber waren die Verheißungen zugesagt und seinem Samen. Er sagt nicht: „und den Samen“, als von vielen, sondern als von Einem: „und deinem Samen“, welcher Christus ist“ (Gal. 3, 16). „Denn so viele der Verheißungen Gottes sind, in Ihm ist das Ja und in Ihm das Amen, Gott zur Herrlichkeit durch uns“ (2. Kor. 1, 20). Christus ist also der Erbe, der Same, der Nachkomme, dem die Verheißung gegeben ist.

Die Verwerfung des Christus durch den natürlichen Samen (Nachkommen) gab die Gelegenheit zur Einführung vom geistlichen Samen (Nachkommen) in die himmlischen Örter als Mit-Erben.

Das israelitische Volk war im Blick auf diese Erde die Saat nach dem Fleisch, denn es war unter der ganzen Menschheit in die günstigste Stellung gebracht, um den Heiland annehmen zu können in einer Welt, die Ihn nicht kannte. „Er kam in das Seinige, und die Seinigen nahmen Ihn nicht an“ (Joh. 1, 11). Israel besaß das Gesetz, die Verheißungen, die Bündnisse, die Worte Gottes, und aus ihm sollte dem Fleische nach der Christus kommen (Römer 9, 5). Es war das Volk, das inmitten einer verlorenen Welt durch seine Beziehung zu Gott den Sabbat feierte — das Zeichen, durch welches es an die Hoffnung der Ruhe Jehovas erinnert werden sollte. Doch als der Messias erschien, verwarfen Ihn die Juden, obwohl Er in vollkommener Übereinstimmung mit den Ausführungen, die die Propheten von Ihm gegeben hatten, erschien. Sie hatten Ihn ganz richtig erkannt und sagten: „Das ist der Erbe!“, aber sie hassten Ihn, und darum fügten sie hinzu: „Kommt, lasst uns Ihn töten, und das Erbe wird unser sein“ (Markus 12, 7). Damit war es mit jeder Hoffnung einer Ruhe Gottes auf Erden zu Ende. Aber trotz allem was geschehen war, gefiel es Gott, Seinen eigenen Sohn zu senden; doch auch diese Probe brachte nichts weiter hervor, als die völlige Unfähigkeit des Menschen, etwas Gutes zustande zu bringen. Der Psalmist fasst es in die Worte: „Eitel Hauch ist jeder Mensch, der dasteht“ (Psalm 39, 5).

Dies alles aber diente dazu, dass Gott eine viel herrlichere und bewunderungswürdige Haushaltung (Zeitperiode) in die Wege leitete. Das Volk Israel als Nation, wie auch Seine Ratschlüsse mit der Schöpfung, wurden für eine Zeitlang beiseite gestellt, obwohl „die Gnadengaben und die Berufung Gottes unbereubar sind“ (Römer 11, 29). Ein anderer Ratschluss Gottes, der von Ewigkeit her in Gott verborgen war, konnte nun geoffenbart werden. Dieser Ratschluss bestand darin, den gläubigen Überrest aus den Juden mit der Vollzahl aus den Nationen miteinander als ein Leib in Christus in die himmlischen Örter einzuführen. Die Gemeinde wird gesammelt, die Braut Dessen, der verworfen wurde, aber aus den Toten auferstanden ist, während ihr Bräutigam sich gesetzt hat zur Rechten Gottes, und sie wird glänzen in derselben Herrlichkeit, in welcher Er offenbar werden wird (Kol. 3, 4; 1. Joh. 3, 2 ).

Christus in Seinem Charakter als der Same Abrahams ist der Erbe der Verheißungen. Hätte Er Sein Erbe in Besitz genommen, während Er auf dieser Erde pilgerte, so hätte Er Sein Erbe nur für sich allein gehabt. In der Tat, nachdem Er Seine Herrlichkeit in der Auferweckung des Lazarus, und als König der Juden durch Seinen Einzug in Jerusalem bewiesen hatte, und als die Griechen kamen, um Ihn zu sehen, sagte Er, dass die Stunde gekommen sei (trotz der Verwerfung des verheißenen Samens durch die Juden) und dass der Sohn des Menschen verherrlicht werden sollte; aber Er fügt hinzu: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht“ (Joh. 12, 24).

Indem Christus aus den Toten auferstanden ist, kam Er in den Besitz des Erbes — die Körner kamen aus dem Weizenkorn hervor, das in die Erde gefallen war und starb — ein Erbe, das nun vollkommen, gerecht und heilig war (Römer 4, 25). Christus hat die Verheißungen nicht dadurch geerbt, dass Er Mensch wurde auf der Erde, sondern weil Er dem Tode erstanden ist. Er erbte die Verheißungen, nachdem Er alles vollbracht hatte, was für die Erlösung der Kirche notwendig war, und in der Kraft des Lebens, das Er im Tode wiedergenommen und Seiner Braut teilhaftig gemacht hat. Die Folge von dieser Vereinigung ist, dass die Seelen, welche die Ekklesia ausmachen und durch den Heiligen Geist wiedergeboren sind, als solche betrachtet werden, die mit Ihm auferweckt worden sind. Mit einem Wort: Christus ist der Erbe in Seinem Charakter als der auferstandene Mensch, das erhöhte Haupt Seiner Gemeinde.

In Galater 3, 17 gibt Paulus gleichsam eine Bekräftigung der Verheißung, und was er dort sagt, steht ganz in Übereinstimmung mit dem eben Dargelegten. Der Apostel erinnert an die in 1. Mose 22, 18 gegebene Verheißung: „In deinem Samen sollen gesegnet werden alle Nationen der Erde; darum, dass du Meiner Stimme gehorcht hast.“ Aus diesen Worten sehen wir, dass die Verheißung an Abraham (1. Mose 12) in Beziehung steht mit der Segnung der Völker, und diese Zusage wurde befestigt, nachdem er, Isaak, den Samen, im Gleichnis aus den Toten wiederempfing. (Siehe Hebräer 11, 19.)

Wir haben nun gesehen, wie die Heilige Schrift unter verschiedenen Gesichtspunkten die gesegnete Wahrheit entfaltet, dass die Gemeinde erlöst ist, um mit Jesus vereinigt zu werden. Wenn Er von Seinem Erbteil Besitz nehmen wird, wird Er eine Mitgenossin haben, um das Erbe und alle Herrlichkeit mit ihr zu teilen, eine Mit-Erbin, die Ihm vollkommen gleich sein wird.

Um dies zu bewerkstelligen, war es notwendig, dass die Gemeinde nicht nur erlöst und geheiligt würde, sondern auch, dass Christus hinaufsteige in den Himmel, um ihr dort einen Platz zu bereiten.