15.09.2004Ehe & Familie | Persönlicher Glaube

Neue Bildungsdebatte in Deutschland – wie ernst nehmen wir geistliche „Bildung“?

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Letzte Meldung zur OP von Lea und Tabea: Tabea ist von ihrem Herrn heimgerufen worden

* 8.45 Uhr MEZ: Die Johns Hopkins Klinik muss bekanntgeben, dass zwar die Trennung der beiden Siamesischen Zwillinge durchgeführt werden konnte, dass aber eines der beiden einjährigen Mädchen, Tabea, die OP nicht überlebt hat. Trotz intensiver Wiederbelebungsversuche konnte nur noch der Tod - wir dürfen sagen, der Heimgang, von Tabea festgestellt werden. Lea befindet sich in einem kritischen, aber stabilen Zustand, so dass die Ärzte zuversichtlich sind, was ihren Genesungsfortgang betrifft.
Wir wollen für die Eltern Peter und Nelly beten, dass der Herr Jesus ihnen die nötige Kraft schenkt. Und wir wollen für die kleine Lea beten, dass sie wieder zu Kräften kommt und ihren Herrn und Schöpfer in ihrem Leben ehren wird.

* 3.30 Uhr MEZ: Die Trennung der Gehirne der beiden Siamesischen Zwillingen geht weiter voran. Davon betroffen sind besonders die Blutgefäße, die sich beide noch teilen - hier ist das Risiko eines hohen Blutverlustes und damit einer neuen Krise immer gegeben. Die große Schwierigkeit dieses Teils der OP lässt die Trennung nur sehr langsam fortschreiten. So ist von weiteren OP-STUNDEN auszugehen.

* Kurz vor Mitternach unserer Zeit veröffentlichte das John Hopkins Hospital die Mitteilung, das die OP weiter fortschreitet, allerdings sehr langsam. Aufgrund der dicht verzahnten Gehirne der beiden kleinen Mädchen arbeiten die Chirurgen inzwischen unter einem Mikroskop: Ihr müsst Euch vorstellen: Ein Fehlschnitt hat fatale Folgen! Bislang sind beide Mädchen immer noch stabil. Beten wir weiter!

Schon vorher:

Seit zwölf Uhr heute Mittag läuft wieder die Trennung der Siamesischen Zwillinge Lea und Tabea am John Hopkins Hospital in Baltimore. Nach Angaben der Ärzte des Krankenhauses geht es den Mädchen gut. Die Operation verlaufe planmäßig. Die Trennung der beiden Gehirne hat nun begonnen.

Die OP war am vergangenen Samstag nach zwei Herzstillständen von Tabea unterbrochen worden, wie das Magazin "Stern" berichtete. Mit dieser Zeitschrift hatten die Eltern von Lea und Tabea einen Exklusivvertrag abgschlossen, um die hohen Kosten der OP tragen zu können.

Im Laufe des Nachmittags war das venöse Gefäßgeflecht zwar noch nicht völlig getrennt worden. Aber nun soll nach Auskunft des Krankenhauses begonnen werden, die dicht aneinanderliegenden Gehirne der Mädchen Stück für Stück auseinander zu bringen.

Nun steht der heikelste Teil der OP an: die Trennung des Geflechtes der Hinterkopf-Blutgefäße.

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Die OECD-Pisa-Ergebnisse

Die Veröffentlichung des OECD-Bildungsberichtes hat zu einer neuerlichen Debatte über Bildungsstandards und Bildungspolitik in Deutschland geführt. Das Bildungssystem in Deutschland ist nach der OECD-Studie finanziell schlechter ausgestattet als das anderer Industrieländer. Insbesondere in den Kindergärten arbeiteten im Verhältnis zur Zahl der Kinder im internationalen Vergleich zu wenige Erzieher. Auch an den Grundschulen werde zuwenig in Lehrkräfte investiert, obwohl sich gerade die Förderung der jüngsten Schüler später besonders auszahle. Überdurchschnittlich viel Geld werde dagegen für Oberschüler und Studenten ausgegeben, obwohl die Zahl der Akademiker im internationalen Vergleich gering sei. Während im OECD-Durchschnitt fast jeder dritte Schulabgänger auch ein Studium abschließt, gelinge das in Deutschland nur jedem fünften. In Finnland, das bei der Pisa-Studie am besten abschnitt, schließen sogar 40% der Schüler eine akademische Ausbildung ab.

Die sich an diese Ergebnisse anschließende Diskussion schwankt zwischen der Meinung, das dreigliedrige Schulsystem (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) ganz abzuschaffen bis hin zu dem Vorschlag, Ganztagesschulden auszubauen. Dass reiner Aktionismus auch nichts bringt, hat sich - so der Eindruck mancher Zeitungskommentare - offenbar noch nicht herumgesprochen.

Schon mal einen geistlichen Bildungstest gemacht?

Nun haben wir als (potentielle) Eltern und/oder Schüler natürlich mit der Bildung zu tun. Aber das System können wir nicht beeinflussen. Aber für uns als Christen stellt sich die Frage, ob es auch so etwas wie „geistliche Bildung“ gibt. Und es wird wohl niemand daran zweifeln, dass es sie gibt. Könnte es auch sein, dass eine „geistliche PISA-Studie“ für uns Christen zu ernüchternden Ergebnissen führt?

Immer mal wieder hört man, dass wir eigentlich alles wüssten, es aber nicht in der Lebenspraxis zu verwirklichen schaffen. Nun ist die Verwirklichung tatsächlich ein entscheidender Punkt. Aber zunächst stellt sich die Frage: Wissen wir wirklich?

Den Kindlein im Glauben - also den Babys im Glauben - kann der Apostel Johannes schreiben: „Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und wisst alles“ (1. Johannes 2,20). Wir könnten also alles wissen, was für unseren Lebenswandel nötig ist. Denn wir haben die Salbung von dem Herrn Jesus, der Heilige Geist bewohnt ja unseren Körper.

Fragen über Fragen: Haben wir Antworten, die überzeugen?

Mal etwas verallgemeinert: Was wissen wir denn wirklich? Haben wir den Unterschied zwischen Stellvertretung und Sühnung verstanden? Was ist das eigentlich? Was ist Versöhnung? Werden alle Dinge oder sogar alle Menschen einmal versöhnt? Kennen wir den Herrn Jesus? Ist Er unser Retter, oder doch Hirte, oder nur Herr? Was bedeutet es eigentlich, dass Er Retter ist? Warum ist er Hoherpriester für uns, warum Sachwalter (Advokat), und worin unterscheidet sich das eigentlich?

Was ist das Besondere an der Versammlung (Kirche, Gemeinde) Gottes? Ist die Versammlung die Fortsetzung dessen, was Israel im Alten Testament war? Wie lange wird es die Versammlung geben? Sollten wir uns heute als Freikirche versammeln, oder innerhalb einer Kirche? Mit wem muss man sich dabei eigentlich abstimmen? Hat die Versammlung eigentlich etwas mit dem Königreich Gottes zu tun? Warum heißt es manchmal „Königreich der Himmel“, und manchmal Königreich Gottes?

Bilden wir unsere Kinder in der Bibel?

Das sind nur ein paar Fragen, die aufkommen. Vielleicht hältst Du deren Beantwortung für eher akademisch. Aber es handelt sich um Grundbegriffe, die in der Bibel für uns wichtig sind. Sind wir dahingehend „gebildet“? Haben wir in der Bibel Fuß gefasst?

Und wenn wir Eltern sind: Wie geben wir unser Interesse an der Bibel an unsere Kinder weiter? Nehmen wir uns noch die Zeit, mit ihnen die Bibel zu lesen und uns dann über den Text auszutauschen? Auch unsere Kinder verstehen manchen wertvollen Gedanken, den wir selbst nicht haben. Haben wir uns die Zeit genommen, dass sie uns diese Punkte auch einmal nennen können? Wie wichtig ist es uns, in der Ehe und Familie die Bibel gemeinsam zu lesen?

Es gibt auch einen „praktischen“ Bildungstext!

Natürlich gibt es genauso viel in der Verwirklichung der biblischen Lehre zu lernen! Zum Beispiel dieses: „Wir wissen dieses, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen“ (Römer 6,69). Unser alter Mensch ist als mit dem Herrn Jesus am Kreuz gerichtet worden. Er ist tot. Wir haben ihn ausgezogen. Warum? Damit wir der Sünde nicht mehr dienen. Das können wir verstehen.

Können wir es auch ausleben? Der Sünde nicht mehr dienen? Das fordert von uns nicht einfach Selbstdisziplin, die schnell zu einer fleischlichen gesetzlichen Haltung führt. Aber es nimmt uns ganz in Anspruch, inwiefern wir unseren Körper den Listen des Teufels und unseres Fleisches aussetzen, um doch wieder der Sünde zu dienen. Oder ob wir durch das Gebet und das Lesen der Bibel unsere Hände dem Herrn Jesus Christus hinstrecken. Das allerdings ist mehr als lohnenswert. Dann werden wir auch gute „Bildungsnoten“ erhalten.