19.09.2004 Versammlung / Gemeinde

Radikale gewinnen bei Landtagswahlen – wenn eine klare Linie fehlt

Landtagswahlsieger sind Radikale!

Bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen am 19. September 2004 haben die radikalen Parteien am rechten und linken Rand - die NPD, die DVU und die PDS - massiv an Stimmen gewonnen. In beiden Bundesländern kamen sie zusammen auf deutlich über 30%.

Wahlforscher und Kommentatoren führen das zurück auf eine fehlende Linie in der Wirtschaftspolitik (deutschlandweit), handwerklich misslungene Projekte sowie ein Hin- und Her in der Landespolitik. Mit anderen Worten: Keine klare Linie, keine erfolgreiche (Wirschafts-)Politik und sehr viel Protestpotential.

Wenn eine klare Linie der Führer im Volk Gottes fehlt …

So etwas gibt es auch im geistlichen Bereich. Dort sprechen wir sicher nicht von radikalen Gruppen - jedenfalls nicht im engeren Sinn. Aber es gibt doch Randbereiche. Und wenn es an einer klaren Linie fehlt, so werden auf einmal solche Positionen betont, geraten stärker in das Blickfeld.

Bei David kann man das deutlich sehen. Einerseits hatte sein Sohn Absalom schlimme Dinge getan, seinen Halbbruder ermordet. Daher stellte ihn David unter Strafe. Aber andererseits lesen wir: „Und der König David sehnte sich, zu Absalom hinauszuziehen; denn er hatte sich über Amnon getröstet, dass er tot war“ (2. Samuel 13,3). Und selbst als Absalom das Königreich Davids nicht nur bedrohte, sondern bereits übernommen hatte, fuhr David keine klare Linie.

Wir lesen da von ihm, als es um den Kampf ging, in dem die Männer Davids ihr Leben für David einsetzten: „Verfahrt mir gelinde mit dem Jüngling, mit Absalom“ (2. Samuel 18,5). Was war die Folge dieses unentschiedenen Kurses? Dass sich Absalom durchsetzen konnte und König wurde, wenn auch Gott verhinderte, dass er sich auf Dauer hielt. Durch die Brutalität von Davids Heeroberstem, Joab, wurde Absalom besiegt. Letztlich ging die Sache für David also noch gut aus.

Es gibt gute und schlechte Führung, biblische und unbiblische Autorität!

Aber es ist immer so: Wenn klare, allerdings von Gott dazu beauftragte Führer fehlen, kommen extreme Positionen zum Vorschein. Das kann, wenn es um das Leben als Versammlung (Gemeinde, Kirche) geht, große Laschheit und Liberalität auf der einen Seite bzw. Gesetzlichkeit und Sektiererei auf der anderen Seite sein. Und im persönlichen Leben führt es dazu, dass jeder das tut, was gut ist in seinen Augen, wie wir es im Buch der Richter immer wieder lesen. Der eine ist dann besonders streng, der andere besonders gleichgültig - aber jeder kann das tun und lassen, was er will.

Es gibt im Volk Gottes leider auch falsche Führer, falsche Führung, falsche Autorität. Aber es bleibt bestehen: „Wo keine Führung ist, verfällt ein Volk“ (Sprüche 11,14). Andererseits war das positive Beispiel: „Weil Führer führten in Israel“ (Richter 5,2), gab es einen Sieg für das Volk.