28.12.2010Versammlung / Gemeinde | Dienst | 2. Könige

Nahrung für das Volk Gottes

Hier gab es einen Mann, der um das Wohl des Volkes besorgt war und der dem Mann Gottes etwas brachte, was dem Volk zur Nahrung dienen konnte. Wohl war es nur wenig, und es handelte sich um ganz einfache, ja sogar ein wenig grobkörnige Nahrungsmittel. Er hatte in seinem Sack keine gerösteten Körner, auch keine Traubenkuchen oder Brot aus feingemahlenem Weizenmehl - und doch war das, was er brachte, vor allem in einer Zeit der Hungersnot eine wertvolle Hilfe und durfte nicht verachtet werden.


Vertrauen ist nötig

"Wie soll ich dieses hundert Männern vorsetzen?" sagt der Diener. "Gib es den Leuten, dass sie essen! Denn so spricht der Herr: Man wird essen und übriglassen." Der Diener war sich der Knappheit dieser Nahrungsmittel bewusst, doch er vertraute dem Wort des Propheten. "Und er setzte es ihnen vor; und sie aßen und ließen übrig, nach dem Worte des Herrn."

Was für eine wichtige Belehrung gibt uns dieser einfache Bericht in unseren Tagen!

Für uns ist Christus der Erstling (1. Kor 15,20.23); wenn Er den Seelen in aller Einfachheit vorgestellt wird - durch einen schlichten Dienst, der keinen Anspruch erhebt auf hohes Wissen oder auf eine für das Fleisch anziehende Befähigung -, dann wird Er eine wertvolle Nahrung für das Volk Gottes sein.

Der nutzt auch unser weniges

Dieser Mann brachte außer Gerstenbroten auch Gartenkorn, das noch gedroschen und geworfelt werden musste, bevor man es genießen konnte - und dennoch, was für eine wertvolle Mahlzeit wurde in der Gegenwart des Mannes Gottes daraus bereitet!

Heute sind solche Hilfsquellen von großem Wert. Auf diese Weise wurden früher in vielen Versammlungen die Heiligen genährt.

Viele von uns haben ältere Brüder gekannt, die aus Liebe zum Herrn und zu den Brüdern in aller Schlichtheit, in einer ganz einfachen, aber lebendigen Sprache zu uns vom Herrn redeten, und die Seelen nährten sich von Ihm. Wenn Er so vor die Blicke gestellt wurde, wurde Er den Herzen kostbar. In jener Zeit aß man oft Gerstenbrot, aber die Seelen gediehen.

5 Worte können auferbauender sein als 1000

Heute könnten manche Brüder in den Versammlungen, wo der Herr sie hingestellt hat, zum Segen sein, wenn sie nicht meinten, man müsse einen vollständigen Vortrag halten, wenn man in der Versammlung aufsteht. Da sie empfinden, dass sie dazu nicht fähig sind, schweigen sie. Sie haben sich am Herrn erfreut; sie haben in den Schätzen der Heiligen Schrift manches von seiner anbetungswürdigen Person gefunden. Warum bringen sie nicht vor die Heiligen, was sie gesammelt und in ihren Herzen haben? Warum lesen sie nicht das Kapitel oder die Stelle, durch die sie ermuntert wurden, und wenn der Herr es schenkt, warum fügen sie nicht einige Worte, und wären es nur fünf, hinzu, um auf eine Eigenschaft oder Herrlichkeit seiner Person hinzuweisen?

In den Augen der Menschen wird dies wahrscheinlich gering erscheinen, aber wenn die fünf Worte von Herzen kommen, werden sie den Zuhörern auch zu Herzen gehen, und es wird Segen geben: Die Herzen werden erwärmt und die Seelen genährt.

Der Herr verachtet nicht die kleinen Dinge; Er will gern die fünf Brote verwenden, die in den Händen eines kleinen Knaben sind (Johannes 6, 9).