16.06.2003Versammlung / Gemeinde

Die Versammlung Gottes (10) - bis wann gibt es die Versammlung?

Wie bei der Beantwortung der Frage nach dem Ursprung kann man auch im Hinblick auf das Ziel, „das Ende“ der Versammlung zwei „Termine“ nennen: die Entrückung und die Ewigkeit, die kein Ende hat.

Die Entrückung

Wir finden die Entrückung der Gläubigen in 1. Thessalonicher 4,13-18. Genau genommen hat die Entrückung nicht mit der Versammlung als solcher zu tun, sondern mit allen Gläubigen. Denn in diesen Versen wird ganz deutlich, dass nicht die Versammlung sondern alle Gläubigen von Adam an bis zur Entrückung in den Himmel eingeführt werden.

Wer aber sind die Gläubigen, die dann auf der Erde leben werden, wenn der Herr Jesus wiederkommen wird? Sie bilden die Versammlung Gottes. Und somit findet diese Versammlung ein gewisses Ende, jedenfalls was ihre Stellung hier auf der Erde betrifft. Denn wenn es hier keinen Gläubigen mehr gibt - jedenfalls für diese kurze Zeit, bis sich insbesondere aus dem Judentum wieder ein gläubiger Überreste gebildet haben wird (Römer 11,26.27) - dann gibt es auch keine Versammlung mehr auf der Erde. Sie ist für immer im Himmel, im Vaterhaus, beim Herrn Jesus.

Die Versammlung ist auf der Erde bis zum Kommen des Herrn

Auch die Sendschreiben in der Offenbarung bestätigen diesen Sachverhalt. Sie stellen in diesem prophetischen Buch die Geschichte der Versammlung unter dem Blickwinkel ihrer Verantwortung im Verlauf der Jahrhunderte dar. Und in den vier letzten Briefen wird immer wieder auf das Kommen des Herrn Bezug genommen. Im Sendschreiben an Philadelphia heißt es beispielsweise: „Ich komme bald; halte fest, was du hast, damit niemand deine Krone nehme!“ (Offenbarung 3,11).

Und auch im 2. Thessalonicherbrief wird deutlich gemacht, dass der Heilige Geist inmitten der Versammlung das Hinderungsmittel ist, dass der Antichrist als der Gesetzlose an die Öffentlichkeit kommen kann (Kapitel 2,7-8).

Von Ewigkeit zu Ewigkeit

Aber es ist nur die halbe Wahrheit, wenn wir festhielten, dass die Versammlung ihr Ende auf der Erde finden wird mit dem Kommen des Herrn. Denn aus anderen Stellen wissen wir, dass sie auch weiterhin existieren wird, ja mehr als das! In Offenbarung 21,1-8 haben wir eine Beschreibung des ewigen Zustandes, nachdem der letzte Feind endgültige besiegt ist - der Tod. Dann gibt es einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und auch dann wird die Versammlung noch in dem Bild der heiligen Stadt, des neuen Jerusalems, und im Bild der Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat, gesehen.

Sie wird dann „die Hütte Gottes bei den Menschen“ (Offenbarung 21,3) sein. Gott wohnt in ihr, und durch sie inmitten des erlösten Volkes Gottes auf der ganzen Erde. Jeder Segen wird dann, ausgehende von Gott und dem Herrn Jesus, durch die Versammlung zu allen Menschen ausfließen. Wohlgemerkt - alle ungläubigen Menschen werden dann ihren ewigen, schrecklichen Bestimmungsort bereits gefunden haben, den Feuersee. Aber die Versammlung genießt ewige Glückseligkeit.

In alle Ewigkeit - und doch verbunden mit dieser Erde als Segenskanal

Und sie wird auch in dieser Zeit wieder einen Bezug zur Erde haben. Wir haben früher gesehen, dass sie von ihrem Charakter her ewig und himmlisch ist. Und doch wird sie in diesem Sinn zur Erde zurückkehren, als sie gewisse Verwaltungsaufgaben sogar im ewigen Zustand erfüllen wird. Zugleich wird sie den Himmel nie verlassen. Aber schon im 1000-Jährigen Reich wird sie mit Christus auf der Erde sein. Sei kommt mit Ihm aus dem Himmel (Offenbarung 19,14) und regiert auf dieser Erde (Offenbarung 21,9-21).

Auch andere Stellen deuten auf die Zeitlosigkeit der Versammlung hin. In Epheser 1,23 lesen wir davon, dass die Versammlung die Fülle dessen ist, der alles in allem erfüllt. Diese Würde besitzt sie nicht nur für eine gewisse Zeit, sondern in alle Ewigkeit. Denn auch der Herr Jesus wird immer Mensch bleiben.

Und der Lobpreis in Epheser 3 macht unmissverständlich klar, dass die Versammlung kein Ende nehmen wird: „Ihm sei die Herrlichkeit in der Versammlung in Christus Jesus auf alle Geschlechter des Zeitalters der Zeitalter hin! Amen.“ (Vers 21).