06.06.2003 Versammlung / Gemeinde

Die Versammlung Gottes (08) - wer ist Eigentümer der Versammlung - wem gehört sie?

„Auf diesen Felsen werde ich meine Versammlung bauen, und die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen“ (Matthäus 16,18). Diese Worte hat der Herr Jesus zu seinen Jüngern gesprochen, nachdem Petrus den gewaltigen Eindruck, den er von dem Herrn Jesus hatte, in die Wort gefasst hatte: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“ (Vers 16). Ja, der Herr Jesus ist die Person, die alle Ratschlüsse Gottes erfüllt hat. Und zugleich ist Er selbst Gott, der Sohn des lebendigen Gottes. Der, der allen Menschen, die zu Ihm kommen, Leben geben kann. Er selbst hat das Leben in sich selbst wohnend.

Christus ist Baumeister und Eigentümer

Und als solcher ist Er selbst auch der Baumeister der Versammlung. Aber Er baut nicht nur, sie gehört auch Ihm selbst. Es ist seine Versammlung. Sie wird von Ihm auf der Grundlage seines eigenen Werkes gebaut.

„Auf diesen Felsen ...“: In 1. Korinther 10,4 lesen wir im Hinblick auf alttestamentliche Begebenheiten: „Der Fels aber war der Christus“. Der Fels spricht von seiner Person, von einem sicheren Fundament, das dadurch gegeben ist, dass Christus selbst dieses Fundament ist. Die Versammlung ist nicht auf Sand gebaut, der schnell durch Wasser wegfließen kann. Nein, Er ist der unbewegliche, sicher Fels, auf dem die ganzen Segensverheißungen Gottes beruhen. Weil die Versammlung auf Christus ruht und beruht, ist sie vollkommen sicher! Denn welchen stärkeren Garant könnte es geben als Christus selbst, den Gesegneten Gottes?

Christus ist aktiv

„... werde ich ...“ Wir haben schon früher gesehen, dass der Herr Jesus die Versammlung erst gebildet hat, nachdem Er gestorben, auferstanden und gen Himmel gefahren ist. Zu dem Zeitpunkt, als Er zu den Jüngern sprach, war alles noch zukünftig. Aber damit nicht weniger sicher. Der Herr spricht nicht in einer „vielleicht-Form“. Nein, er würde dieses Werk tun – es bestand überhaupt kein Zweifel, dass diese Versammlung gebildet und gründet würde.

„ ... bauen ...“ Es war ein Werk nötig. Das Bauen der Versammlung begann in gewisser Weise damit, dass Christus gestorben ist. Aus Epheser 5, 25 wissen wir, dass der Tod des Herrn nötig war, damit die Versammlung gebildet werden konnte. Denn der Herr konnte sich nicht mit Sündern verbinden – nur mit erlösten Sündern, die Vergebung ihrer Sünden kennen. Aber damit ist das Bauen der Versammlung nicht abgeschlossen. Bis heute „legt der Herr Jesus Hand an“, damit die Versammlung weiter gebaut wird.

Jeden lebendigen Stein fügt Er selbst der Versammlung zu. Er rettet, Er bekehrt den Menschen, Er schenkt ihm Vergebung, Er bewirkt die neue Geburt, Er schenkt das ewige Leben, Er bringt den bekehrten Menschen zu den andere hinzu, damit sie zusammen die Versammlung darstellen. Bis heute gibt es Menschen, die zum rettenden Glauben an Jesus Christus kommen. Und alles ist allein sein Werk der Gnade. Ihm sei Preis und Dank dafür!

Christus ist Eigentümer der Versammlung

„... meine Versammlung ...“ Die Versammlung ist nicht eigentümerlos. Nein, sie gehört Ihm selbst. Er ist für die Versammlung gestorben und hat sie sich damit erworben. Daher schenkt Er ihr auch seine Zuneigungen. Ihm ist die Versammlung nicht gleichgültig – wie vielleicht uns zuweilen. Nein, Er kümmert sich um sie, Er beschäftigt sich mit ihr, Er liebt sie und reinigt sie (Epheser 5,26), Er pflegt sie. Wir gehören nicht uns – nicht nur nicht als einzelne Gläubige, sondern auch als Versammlung – sondern Christus. Welch ein Eigentümer! Welch ein Würde hat die Versammlung dadurch!

Und jeder Mensch, der zum lebendigen Glauben an Jesus Christus gekommen ist, gehört zu dieser Versammlung. Es ist in dieser Hinsicht nicht wichtig, in welche „Kirche“ oder „Gemeinde“ oder „Versammlung“ Du gehst. Es ist wichtig, dass Du an Jesus Christus und sein Erlösungswerk glaubst. Dann gehörst Du zur Versammlung, zu seiner Versammlung!

„... und die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen.“ Welch eine Sicherheit. Christus hat die Versammlung nicht nur gegründet, Er ist nicht nur ihr Eigentümer. Nein, Er stellt auch sicher, dass nichts passieren kann mit dieser, seiner Versammlung. Der Tod kann die Versammlung nicht beeinträchtigen. Nicht der Tod, der leibliche Tod, durch den viele gläubige Menschen noch gehen müssen. Dadurch kann niemand, auch der Teufel nicht, etwas der Versammlung anhaben. Aber auch ganz grundsätzlich schenkt der Herr eine solche Sicherheit, dass der Tod, wo und wann auch immer er wirksam wird, die Versammlung überwinden kann. Für sie gibt es keinen Tod, weil sie mit dem lebendigen und auferstandenen Christus verbunden ist.

Gott ist Eigentümer der Versammlung

Aber wir finden nicht nur den Herrn Jesus als Eigentümer der Versammlung genannt, sondern auch Gott! „... der Versammlung Gottes, die in Korinth ist“ (1. Korinther 1,2). Die Versammlung gehört also nicht nur dem Herrn Jesus, sondern wird direkt mit Gott verbunden. Das ist kein Widerspruch, sondern eine herrliche Ergänzung. Denn der Herr Jesus ist Gott. Aber gerade dadurch, dass an verschiedenen Stellen betont wird, dass es sich um die Versammlung Gottes handelt – nicht um irgend eine Versammlung – verstehen wir, dass die Versammlung nicht zu dieser Erde, nicht zu dieser Welt gehört. Der große und ewige Gott hat nicht nur ein Interesse an der Versammlung. Nein, wir gehören Ihm auch in diesem Sinn vollständig an. Die Versammlung ist göttlichen Ursprungs, göttlichen Charakters, hat einen göttlichen Eigentümer, wird von Gott selbst bewahrt und beschützt.

Das hat aber auch eine Kehrseite! „Denn ihr habt von meinem ehemaligen Wandel in dem Judentum gehört, dass ich die Versammlung Gottes über die Maßen verfolgte und sie zerstörte“ (Galater 1,13). Das wiederholt der Apostel Paulus auch an einer anderen Stelle. Er hatte die Versammlung verfolgt. Wer aber die Versammlung verfolgt, verfolgt nicht nur die Menschen, die als Gläubige die Versammlung bilden, sondern auch den Herrn Jesus (Apostelgeschichte 9,4-5) und Gott selbst. Wenn ich also gegen die Versammlung aufstehe, stehe ich gegen Gott selbst auf. Das haben Menschen gewagt – und sie mussten die Zucht Gottes erleben. Denn wer könnten ungestraft gegen Gott auftreten? Und Er bewacht und beschützt die Versammlung wie „seinen Augapfel“. Welch eine Ermutigung!