23.05.2004Versammlung / Gemeinde

Brief von J. N. Darby zum Thema Aufnehmen zum Brotbrechen

Alle Glieder des Leibes Christi aufzunehmen, ist eindeutig nicht sektiererisch, und das ist der Grundsatz, auf dem ich mich mit anderen versammle; aber sie müssen ordentlich wandeln und der Zucht unterstehen und dürfen sich nicht anmaßen, der Kirche Gottes Bedingungen aufzuerlegen. Wenn sie also kämen und als Bedingung die Freiheit forderten, auch anderswo hinzugehen, könnte ich das nicht zulassen, weil ich weiß, daß es falsch ist, und die Versammlung Gottes nichts zulassen kann, was falsch ist. Wenn es aus Unwissenheit geschähe und sie in gutem Glauben im Geist der Einheit zu dem kämen, was das Symbol der Einheit ist, würde ich sie nicht deshalb zurückweisen, weil sie noch nicht tatsächlich [mit dem System] gebrochen haben. Aber ich könnte nicht meine Zustimmung zu etwas geben, was uns zu einem Teil des Lagers machen würde, auch nicht zu irgendeiner Art von Anspruch, hierhin und dorthin zu gehen, drinnen und draußen zu sein. Das wäre ebenso anmaßend wie unredlich ...

Aber ich nehme jemand auf, der in Einfalt und mit einem guten Gewissen um der geistlichen Gemeinschaft willen kommt, auch wenn er in bezug auf das Zusammenkommen noch nicht klar sieht. Aber die Versammlung ist gehalten, solche der Zucht zu unterstellen, ihren Wandel zu kennen und zu wissen, ob ihr Herz rein ist, wann immer sie kommen. Sie können nicht kommen und gehen, wie es ihnen gefällt, denn das Gewissen der Versammlung ist dabei beteiligt und deren Pflicht gegenüber Gott und dem Herrn, an dessen Tisch sie sich befinden. Leichtfertigkeit hierin ist jetzt verhängnisvoller als je. Wenn jemand praktisch sagt: Ich will kommen und einen Platz am Leib Christi einnehmen, wenn es mir beliebt, und an Sekten oder Bösem teilnehmen, wenn es mir besser paßt oder mir gefällt, dann zeigt das kein reines Herz. Das würde bedeuten, ihren Eigenwillen zur Richtschnur für die Versammlung Gottes zu machen und die Versammlung dem Eigenwillen zu unterwerfen, und das kann nicht sein - das wäre eindeutig verkehrt. Möge die Gnade und gütige Bewahrung des Herrn mit euch allen sein!

Dein Dich liebender Bruder in Christus . . .

* Entnommen dem Buch "Mit weitem Herzen auf schmalem Weg", übersetzt aus "Letters of J.N.Darby", Band 2, S.212.213