18.10.2010Versammlung / Gemeinde | Epheser

Die Einheit des Geistes

Wenn es uns bewusst wird, dass es der Heilige Geist ist, der die Einheit bildet, dann macht uns diese Tatsache tiefen Eindruck. Sollten wir uns nicht vor allem hüten, was Ihn betrüben könnte? .. Die Kirche ist ein Zeuge der göttlichen Gnade, und sie hat die Segnung der Unbekehrten zu suchen, wie auch die Wiederherstellung von Christen, die abgewichen sind. Streben wir danach, die Einheit des Geistes zu bewahren?

Wie kommt es zu so vielen Vereinigungen?

Wie konnte es dazu kommen, dass die Christen verschiedene, gesonderte Vereinigungen bilden? Wenn es Gottes Wort ist, das sie alle um jeden Preis ausleben möchten, wieso benötigen sie da noch menschliche Satzungen und neue Organisationen? Wenn Gott eine Anweisung gibt, so brauche ich keine andere. Ihn selbst brauche ich, in all Seiner Kraft, um die Wahrheit vor das Gewissen der Menschen bringen zu können und zu sagen: „das ist der Wille Gottes".

Ist es gut und weise, dies aufzugeben? Gott hat in Seinem Worte den Weg bezeichnet, auf dem Er Seine Kinder sehen will. Wandeln wir darauf? Da mag jemand fragen: Und du, bist du vollkommen? Ich antworte: Das behaupte ich nicht, aber wir sind bestrebt, die Einheit des Geistes zu bewahren in dem Bande des Friedens. Wir suchen aufrichtig, dem Willen Gottes unterwürfig zu sein. Suchst du es auch?

Willst Du die Einheit des Geistes bewahren?

Die Hauptfrage für jedes Kind Gottes lautet: Bin ich bestrebt, die Einheit des Geistes zu bewahren? und tue ich es auf die Weise Gottes oder nach meinen eigenen Gedanken? Habe ich selbst mich seinem Willen ausgeliefert? Unsere Aufgabe ist es, Ihm gehorsam zu sein. ...

Diese Einheit ist zu bewahren in dem Bande des Friedens. Gott bildet seine Versammlung aus allen denen, die Ihm angehören. Die Einheit besteht nicht darin, dass die Christen ihre persönlichen Ansichten über dies und das festhalten, sondern darin, dass der Geist seine eigene Einheit aufrecht hält. Das heißt, Er erinnert sie an das, was Christus für sie ist, und nicht an ihre verschiedenen Gesichtspunkte, worin sie sich voneinander unterscheiden.

Wenn ich die Einheit des Geistes in dem Bande des Friedens zu bewahren wünsche, muss ich meine eigene Seele auf dieses richten: Der Heilige Geist verherrlicht nichts anderes als nur Christum. ... Wenn Christus festgehalten wird, ist alles gesichert. Dadurch kommt die Einheit auf den einfachsten Nenner.

Es geht um Christus, nicht um Meinungen

Es geht nicht darum, die Leute zu nötigen, ihre Ansichten aufzugeben und die unsrigen anzunehmen, auch wenn diese noch so korrekt sind. Gottes Wort gibt uns in dem Namen Christi die Grundlage, auf welcher wir alle Gläubigen umfassen können, mögen diese noch so schwach und voller Vorurteile sein. Hüten wir uns davor, mehr um unseren eigenen Ruf oder um das, was uns gefällt, besorgt zu sein, als um die Ausführung seines Willens.

Wir wollen uns nichts einbilden, weder auf unsere geringe Erkenntnis noch auf das, was wir in der Praxis erreicht haben mögen. Lasst uns vielmehr zum Herrn aufblicken, damit wir im Glauben und mit Beharrlichkeit jedes wirkliche Glied Christi und jeden seiner Diener anerkennen, wo immer sie sich befinden mögen...

Der Glaube sieht nicht verschiedene Leiber und einen Geist; er kennt nur einen Leib. Lasst uns im Umgang mit anderen, die in diesem Stück unklar oder doppelt sehen, im Festhalten des Namens Christi unnachgiebig und für uns selbst vorsichtig sein, dass wir nicht gutheißen, was Ihm entgegen ist....

Wandelt würdig der Berufung, mit welcher ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander ertragend in Liebe, euch befleißigend, die Einheit des Geistes zu bewahren in dem Bande des Friedens.

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Mit freundlicher Genehmigung des Beröa Verlages
Halte Fest Jahrgang 1974 - Seite: 22