16.02.2004Jesus Christus / Gott | Persönlicher Glaube | 1. Johannes

Genossene Liebe

Seine Liebe - unsere Liebe
Die Erkenntnis und der Genuss der Liebe des Herrn Jesus bewirken unsere Liebe zu Ihm. Unsere Liebe zu Christus entspricht unserem Genuss seiner Liebe zu uns. Wenn wir den Herrn Jesus größerer Einfalt des Herzens liebten, würden wir nicht so sehr an unsere Liebe zu Ihm denken, sondern seine Liebe zu uns genießen.

Petrus und Johannes
Was der Genuss der Liebe des Christus in einer Seele bewirken kann, sehen wir bei dem Apostel Johannes in den abschließenden Ereignissen im Leben des Herrn. Im Gegensatz dazu zeigt der Apostel Petrus in den gleichen Begebenheiten das traurige Ergebnis des Vertrauens auf die eigene Liebe zum Herrn.

Beide Jünger liebten den Herrn mit einer echten und tiefen Zuneigung, die über das Maß der anderen Jünger hinausging. Diese Liebe hatte sie dazu gebracht, alles zu verlassen und Christus nachzufolgen.

Vertrauen auf eigene Liebe - Ruhen in der Liebe des Herrn
Der eine aber (Petrus) vertraute auf seine eigene Liebe zum Herrn, während der andere (Johannes) in der Liebe des Herrn zu ihm ruhte. Dies ist der entscheidende Unterschied zwischen diesen beiden Aposteln, der sich am Ende des irdischen Lebens des Herrn offenbarte.

Brennende Liebe des Petrus
Als Petrus lernte, dass er ohne die Fußwaschung des Herrn kein Teil mit dem Herrn Jesus habe, bricht es aus ihm in brennender Liebe heraus: „Nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt“ (Johannes13,9). Ein wenig später kann er mit aufrichtiger Liebe zu dem Herrn sagen: „Herr, mit dir bin ich bereit, auch ins Gefängnis und in den Tod zu gehen“ (Lukas 22,33), und: „Wenn alle sich an dir ärgern, so werde ich mich nicht an dir ärgern“ (Matthäus 26, 33).

Als der Herr kurze Zeit später im Garten Gethsemane verraten wurde, schlug Petrus in brennender Liebe einem Knecht das Ohr ab, um seinen Meister zu verteidigen. So scheint es, als wollte er durch Worte und Taten zeigen und sagen: „Ich bin derjenige, der den Herrn liebt.“

„Der Jünger, den Jesus liebte.“
Im Gegensatz zu Petrus bezeichnet sich Johannes in diesen letzten Begebenheiten des Lebens des Herrn fünfmal als der Jünger, „den Jesus liebte“ (Johannes 13,23; 19,26; 20,2; 21,7.20). An dieser Liebe erfreute sich Johannes, und er ruhte in ihr.

Welch eine Gnade !
Wie gesegnet ist es, dass seine Liebe auf eine solche Weise in uns gewirkt hat, dass wir Ihn lieben dürfen. Aber es ist viel herrlicher, dass Er uns liebt. Das war es, was Johannes kennen gelernt hatte - und darin ruhte er.