02.06.2004Versammlung / Gemeinde

Versammlungspraxis 2: Weggehen

Böses über die Person Christi kommt in einer Versammlung (Gemeinde, Kirche) auf

Was ist, wenn heimtückisches Böses, besonders hinsichtlich der Person Christi (denn darauf zielt Satan immer ab), in einer Versammlung die Oberhand gewinnt, wenn Heilung oder Verurteilung des Bösen abgelehnt wird, wenn eine Versammlung sich aus irgendeinem eigenwilligen Grund jeglichem Versuch widersetzt, das Wort Gottes auf das anzuwenden, was seiner Ehre zuwider ist und seine Wahrheit und Heiligkeit zerstört?

Wenn es so steht, befinden wir uns natürlich auf sehr gefährlichem Boden. Wenn aber das Böse ganz offen zutage getreten ist und man versucht, es zuzudecken und fortdauern zu lassen, statt es zu verurteilen, wenn die, die den Platz der Versammlung Gottes eingenommen haben, sich eigenwillig jeder Mahnung des Heiligen Geistes, das zu richten, was dem Herrn Jesus zuwider ist, verschließen, dann müssen wir uns im Namen des Herrn davon trennen.

Abwenden – Weggehen

Das ist sehr schmerzlich und beschämend, und es wird unser Herz tief verwunden. Wenn wir aber klar die Zeichen des gleichen Bösen sehen, durch das schon vor uns bessere Herzen als die unsrigen zerbrochen worden sind, sollten wir nicht zögern.

Ich kann dies nur noch einmal wiederholen, nämlich dass wir uns in der Kraft des Herrn von dem abwenden müssen, was dadurch noch nichtswürdiger ist, dass Gott einem solchen Zusammenkommen neues Licht geschenkt hat, und es sich vorsätzlich weigert, nach diesem Licht zu handeln. Nachdem es die Gnade Gottes neu gekostet hat, ist es taub geworden gegenüber seinem Wort und missbraucht das Erbarmen Gottes zur Zügellosigkeit. Möchte der Herr uns vor solchen Wegen bewahren und uns immer ein zartes Empfinden für seine Ehre und seinen offenbarten Willen erhalten.

Zuerst nehmen wir an, dass wir selbst irren!

Wir sollten zunächst immer bereit sein, damit zu rechen, dass wir selber irren; wir sollten nur sehr ungern dem Gedanken Raum geben, dass seine Versammlung seine Ehre so verraten kann. Weder in einem Einzelfall noch mit einer ganzen Versammlung kann man so handeln, bevor man zu der traurigen und demütigenden Gewissheit gezwungen wird, dass dieser einzelne oder diese Versammlung ganz und gar untreu geworden ist.

Niemals Hast – wohl aber Konsequenz

Hast beim Ausschluss einer Person oder im Verurteilen einer ganzen Versammlung, die als Versammlung Gottes anerkannt war, ist das allerletzte, was ein Kind Gottes kennzeichnen sollte. Langsam und unter vielen Schmerzen sollten wir uns zu einem solchen Schritt durchringen.

Wenn aber Gott die Sache unseren Gewissen klar macht, können wir uns nicht davor verschließen und dürfen nicht damit zögern, entschieden zu handeln. Vielleicht kann diese Bemerkung einigen unter uns helfen zu lernen, wie der Geist Gottes wirkt, nicht nur wie es im Wort offenbart worden ist, sondern auch, wie wir in den gegenwärtigen Schwierigkeiten unserer Verantwortung gemäß praktisch zu handeln haben.