03.10.2004 Persönlicher Glaube

Heute schon ge-SMS-t?

Wann hat man sich früher schon angerufen? Es war ja alles so teuer. Dass das Telefonieren auch mit der derzeitigen Generation der Handys keineswegs billig ist, vergisst manch junger oder auch älterer Mensch zuweilen. Selbst die so geliebten SMS - auf neudeutsch Short Mes-sage Service, oder auch Kurzmitteilungen übers Handy - sind gar nicht so ganz günstig. Aber es funkt gut, zwischen den Menschen. Und man gibt eben heute viel schneller die Handy-nummer weiter, als man früher die sogenannte Festnetznummer preisgab. Kontakte entstehen so viel schneller - zwischen teilweise sich überhaupt nicht kennenden Personen.

Wozu braucht man eigentlich die SMS?

Nun ist die Technik nicht gut oder böse. Sie ist ein Hilfsmittel, das jeder von uns einsetzen kann, zum Nutzen oder Schaden. Und was sollte schon dabei sein, mal eben eine SMS abzu-schicken. Schneller geht’s nicht - auch nicht per e-mail. Und einen gemeinsamen Termin kann man so auch zügig vereinbaren - Mutter und Tochter. Komisch nur, dass die Kommuni-kation zwischen diesen beiden „Parteien“ den geringsten Verkehr auf den Netzautobahnen ausmacht.

Viel häufiger sind es Freunde und Bekannte, die man mit wohlgemeinten Informationen und Hinweisen über den derzeitigen, vergangenen und möglicherweise künftig eingenommenen Standort informiert, versehen mit einem netten Smiley -  oder auch ;-) - um nur mal zwei zu nennen.

Dagegen ist sicher auch nichts einzuwenden, wenn du dir bewusst bist, dass das alles Geld kostet. Es gibt nicht wenige Leute, die sich mit ihrem Handy verschuldet haben - oder ihre Eltern in Schulden gebracht haben! Vor allem: Werdet nicht dadurch leichtsinnig, dass eure Eltern weder die Rechnungen noch die gewählten Nummern sehen. Das war ja früher noch ei-ne gewisse Hemmschwelle, zu Hause zu wählen.

Geh also verantwortungsbewusst mit diesem Ding um, das du in deiner Hosentasche oder sonst wo mit dir herumschleppst. Und das Handy muss ja auch nicht immer der neueste Schrei sein.

Ge-brauch oder Miss-brauch?

Anlass für diese Zeilen ist jedoch ein ernsterer. Durch das SMSen sind die Barrieren zwischen dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht deutlich gesenkt worden. Welcher Junge hätte früher schon ohne weiteres ein Mädchen einfach angerufen? Selbst die E-Mail, die schon wesentlich „vertraulicher“ ist, kommt nicht an die SMS heran. Mal eben gefunkt: „Wie geht’s?“, was soll man sich dabei denken müssen? Man(n) muss es nicht. Frau auch nicht. Und dennoch ist es oft so.

Und je öfter diese Kontakte werden - natürlich über ganz banale Themen - umso stärker ent-stehen heimliche Hoffnungen und Gefühle. Irgendwann werden die Themen dann nicht mehr banal. Man fängt an zu flirten. Und nicht nur mit einer Person, so ernst ist das ja nicht ge-meint. Und das geschieht nicht nur zwischen gläubigen Jungen und Mädchen, was in einem häufig viel zu frühen Alter zu Folgeproblemen führt, sondern eben auch zwischen einem gläubigen jungen Christen und einem Ungläubigen. Und dadurch haben sich manche schon in ganz große Nöte gebracht - wenn sie es überhaupt noch als Problem erkannten, eine falsche Bindung einzugehen.

SMS-Technik nutzen - aber richtig!

Die wenigsten wollen eine falsche und zu frühe Bindung. Dann vergiss aber auch nicht, dass dein Verhalten dem entsprechen muss. Meinst du wirklich, dass es richtig ist, eine Liebes-Beziehung per SMS zu starten?

Der Apostel Paulus schreibt an die Philipper einige Hinweise, die wir in dem Zusammenhang der SMS einmal bedenken wollen: „Im Übrigen, Brüder, alles, was wahr, alles, was würdig, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was lieblich ist, alles, was wohllautet, wenn es ir-gendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, dies erwägt“ (Phil 4,8).

Denk bei der nächsten SMS einmal daran, was du eigentlich insgeheim damit bezweckst! Und lass den Inhalt - auch zwischen den Zeilen - rein sein, vor allem aber deine Motive. Es wäre absurd, die SMS für Christen zu verbieten. Denn an und für sich sind die SMS eine gute Kommunikationsmöglichkeit „auf die Schnelle“. Wie gesagt - zu SMSen ist nicht „böse“! Auch geht es nicht darum, ein generelles Verbot von SMS zwischen Jungen und Mädchen auszusprechen. Denn in Unterhaltungen verkrampft mit dem „anderen Geschlecht“ umzuge-hen ist auch nicht sinnvoll. Wie leicht führt eine solche Verkrampfung dazu, dass man durch Naivität auf einmal zu Fall kommt. Aber Vorsicht ist in jedem Fall geboten.

Für Mädchen - für Jungen

Für Mädchen: Lasst euch durch vermeintlich belangloses SMSen von Jungen nicht ins Bockshorn jagen! Bei vielen Jungen dieser Welt steckt mehr dahinter als die Frage nach dem Wetter oder der vergessenen Hausaufgabe. Aber natürlich müsst ihr jetzt nicht jede SMS misstrauisch beäugen! Macht aber auch im Gebrauch des Handys klar, dass ihr Christen seid. Nicht selten ist es der beste Weg, eine SMS einfach zu übergehen, sie zu ignorieren. Und fangt mit diesem Ding kein Flirten an. Ihr werdet nur sehr schwer wieder aus dem heraus-kommen, wo ihr euch hineingeritten habt. Manche gläubige Jungen denken sich auch nichts bei einer SMS - lasst also keine (falschen) Hoffnungen in euren Herzen aufkommen!

Für Jungen: Nehmt euch in Acht, wenn ihr einem Mädchen eine SMS zukommen lassen wollt. Ihr könntet falsche Hoffnungen wecken! Und was macht ihr, wenn eine Antwort kommt, die zwischen den Zeilen verlauten lässt: Ich bin bereit für eine Freundschaft? Es gibt ein gutes Sprichwort: Wehret den Anfängen! Und falls ein Mädchen mit dir anfangen will zu kommunizieren, dann prüfe dich ernstlich vor dem Herrn, ob dies richtig ist. Gefahr könnte im Verzug sein. Denn auch Mädchen verschicken „proaktiv“ SMS mit unterschiedlichen Inhalten und Motiven.

SMS - wer steuert die Tasten?

Aber das ist noch nicht alles. In letzter Zeit war sogar zu hören, dass SMS dazu geführt haben, dass Ehen auseinander gehen und junge Leute mit in diese Problematik hineingeraten. Natür-lich ist die SMS daran nicht schuld. Sie ist ja nur der technische Weg. Aber da heute auch in Familien zuweilen schon jeder sein eigenes Handy hat, weiß keiner mehr, mit wem der andere telefoniert und kommuniziert. Durch „Zufall“ gerät man an die Handynummer einer anderen Person - oder man hat sie sich strategisch „erobert“. Und aus einem ersten Geplänkel wird mehr. Und es zerstört Ehen und Familien. Das ist leider keine Theorie, sondern traurige Pra-xis. Denn verheiratete Personen sind der Versuchung erlegen, mit unverheirateten oder ande-ren, verheirateten Leuten in nachhaltigen Kontakt getreten. Erst per SMS so nebenbei, bis es weiter und weiter ging …

Daher ist es außerordentlich wichtig, auch schon als junger Mensch sehr wachsam bei dieser Art der Kontaktaufnahme zu werden und zu bleiben. Denn von uns will doch keiner selbst in Sünde fallen und Anlass für Familienkatastrophen werden. Hiob hat gesagt: „Ich habe mit meinen Augen einen Bund geschlossen, und wie hätte ich auf eine Jungfrau geblickt!“ (Hiob 31,1). Wir müssen heute einen Bund auch mit unseren „Fingern“ machen, um nicht ins Ver-derben zu laufen (Hiob 31,3).

Vielleicht denkst du, dass jetzt aber wieder dramatisiert wird. Vielleicht bist du noch nicht betroffen gewesen - und deine Umgebung scheinbar auch noch nicht. Doch Vorbeugen ist be-kanntlich besser als Heilen. Und natürlich bedeutet ein falscher Weg nicht, dass die Sache an sich verkehrt sein muss. Aber bedenke: „Lass dich nicht von dem Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten“ (Röm 12,21). Diese Aufforderung dürfen wir alle frisch gewappnet neu beherzigen.

aus: Folge mir nach - Heft 7/2004