28.11.2003Ehe & Familie

Anregungen für Verlobte (28) – Sex vor der Ehe: Warum eigentlich nicht?

Sexuellen Gefahren aussetzen?

Man muss nicht um den heißen Brei herumreden! Wenn junge Leute in der Verlobungszeit (oder schlimmer, ohne verlobt zu sein) längere Zeit zusammen sind (gemeint ist ein Mann mit einer Frau), kann die körperliche Erregung und Sehnsucht mit den Emotionen durchgehen und dazu führen, dass man weiter geht als erlaubt. Zunächst mag es Necking und Petting sein – und dann kommt man irgendwann nicht mehr zum Halten.

Immer wieder wird gefragt, was daran so schlimm sei. Man wolle ja ohnehin heiraten. Das Problem besteht aber darin, DASS man noch NICHT geheiratet hat. Und die Bibel macht unmissverständlich klar, dass sie Geschlechtsverkehr vor der Ehe ablehnt. Von Beginn der Bibel an finden wir, dass Gott ausgelebte Sexualität ausschließlich in der Ehe gut heißt. Immer wieder finden wir, dass Menschen eine Ehe eingingen – und sich dann „erkannten“. Erkennen heißt in der Bibel häufig, eine gegenseitige Beziehung wahrzunehmen. Und genau das wir (unter anderem) beim Geschlechtsverkehr getan.

Sex gehört in die Ehe!

Aber auch im Neuen Testament finden wir diese Hinweise. Es sind aber nicht nur Hinweise, sondern es handelt sich um ein ausdrückliches, inspiriertes Wort: „Ich sage aber den Unverheirateten und den Witwen: … Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so lasst sie heiraten, denn es ist besser zu heiraten, als entbrannt zu sein“ (1. Korinther 7,8.9). Wenn Geschlechtsverkehr vor der Ehe von Gott gestattet wäre, machte diese Aussage keinen Sinn. Aber Paulus empfiehlt (jungen) Menschen gerade, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Sexualität durch Selbstbeherrschung im Griff zu bewahren, dass sie heiraten sollen.

Sicher ist das bei weitem nicht das höchste Motiv für eine Ehe. Und Paulus empfiehlt dieses Motiv auch nicht für eine Eheschließung. Aber er macht doch deutlich, dass ausgelebte Sexualität in die Ehe gehört. Schon vorher im 1. Korintherbrief lesen wir ja, dass außerehelicher Geschlechtsverkehr Hurerei ist. Und diese ist in den Augen Gottes eine so schreckliche Sünde, dass ein Christ, der in Hurerei lebt oder dieses nicht bekennt und lässt, von der Gemeinschaft der Geschwister ausgeschlossen werden muss.

Gott segnet Enthaltsamkeit in der Verlobungszeit

1. Korinther 7 macht also ganz klar, dass die ausgelebte Sexualität in die Ehe gehört – und vor der Ehe keinen Platz hat. Ein junges, verlobtes Paar sollte sich also bewusst sein, dass Geschlechtsverkehr keinen Platz in der Verlobungszeit hat. Gott segnet die jungen Leute, wenn sie sich entsprechend verhalten. Sie werden Gott zweifellos um Hilfe bitten, damit sie nicht in diese Schlinge des Fleisches und Satans hineintappen. Rein auch in dieser Hinsicht in die Ehe zu gehen sollte immer Ziel bleiben. Und es führt zu einem dankbaren Gefühl im Herzen – dem Herrn gegenüber – wenn Er dies auch schenken konnte.

Natürlich hat es auch einen Grund, dass Gott den Geschlechtsverkehr der Ehe vorbehalten hat. Wir haben schon in früheren Folgen gesehen, dass die körperliche Seite einer Verbindung schön, ja herrlich ist. Aber sie steht nicht an erster Stelle. So, wie Gott den Menschen nach Geist, Seele und Körper geschaffen hat (1. Thessalonicher 5,23), so gilt diese Rangordnung auch für unsere Ehen.

Der Körper gehört zum intimsten Bereich

Dennoch gehört der körperliche Bereich – mehr als die anderen Ebenen des Menschen – in die Intimität. Nicht umsonst ist er bekleidet (wenn wir das in der heutigen Gesellschaft auch eher entkleidet nennen müssen). Offenbar ist der körperliche Bereich besonders schützenswert, weil er auch besonders verletzbar ist. Und der beste Schutz für diese Verletzbarkeit ist der Schutz in der Ehe, die für das ganze Leben hier auf der Erde gilt.

Darüber hinaus hat Gott bestimmt, dass der Körper des Mannes (in der Ehe) der Frau gehört, der Körper der Frau wiederum dem Mann. Wenn ich also meinen Körper vor der Ehe jemandem „gebe“ oder „hingebe“, nehme ich meinem späteren Ehepartner etwas weg, raube ich ihm etwas, was eigentlich ihm gehört. Das gilt auf jeden Fall für Beziehungen, deren Ziel die Ehe gar nicht ist. Wenn nun in der Verlobungszeit ein sexueller Akt vorkommt, dann entziehe ich diesen körperlichen Bereich dem von Gott gegebenen Schutzraum. Und nicht selten hat sich leider gezeigt, dass ein solches sexuelles Vor-Verhältnis zum Wendepunkt und teilweise sogar zum gegenseitigen Hass geführt hat.

Das Beispiel von Amnon (2. Sam 13) sollte allen jungen Menschen ein warnendes Beispiel sein! Mir geht es hier natürlich nicht um die furchtbare Sünde der Vergewaltigung, die Amnon an Tamar begeht, sondern darum, dass er sie begehrte (und sie sich ihm nicht einmal versagt hätte, wenn David vorher befragt worden wäre), dass aber sein "nicht warten können" nach dem Vollzug des Geschlechtsverkehrs (in diesem Fall durch Vergewaltigung) in Hass umschlug. Dafür gibt es leider auch in der kürzeren Vergangenheit Beispiele ...

Reif werden!

Aber es dient auch zur Reife sowohl des jungen Mannes als auch der jungen Frau, wenn sie sich beherrschen können. Das muss gelernt sein, ja gelernt werden. Und wer gelernt hat, sich zu enthalten, sich zu beherrschen, der lernt auch die Reife leichter, die wir in der Ehe nötig haben. Auch da kann es aus unterschiedlichen Gründen Zeiten der „Entsagung“ geben. Und wohl den Männern und Frauen, die dann gelernt haben, sich zu begnügen. Darauf liegt der Segen von oben.