14.02.2003Jesus Christus / Gott | Persönlicher Glaube | Hebräer

Jesus, Anfänger und Vollender des Glaubens

Selbst Glaubensmänner verblassen vor Christus

Nimm Abraham, der sich durch Glauben im Lande der Verheißung wie in einem fremden aufhielt; oder Isaak, der in bezug auf zukünftige Dinge Jakob und den Esau segnete; oder Jakob auf dem Sterbebett, wo er segnete und anbetete - sie vollendeten ihren Lauf vor Jesu. Aber in dem Menschen Jesus haben wir einen viel herrlicheren Zeugen, und zudem ist in Ihm die Gnade, die uns während des Lautes aufrecht hält. Wenn wir daher auf Ihn schauen, finden wir einen Beweggrund und gleichzeitig eine unfehlbare Kraftquelle.

Wir sehen in Jesu die Liebe, die Ihn dazu führte, diesen Platz für uns einzunehmen, Ihn, der, „wenn er seine eigenen Schafe alle herausgebracht hat, vor ihnen hergeht“ (Joh 10,4). Denn wenn wir einen Weg zu laufen haben, brauchen wir einen „Vorläufer“, und im Herrn Jesus haben wir einen, der uns vorangegangen und Anfänger und Vollender des Glaubens geworden ist. Unsere Augen auf Ihn richtend, finden wir Kraft für unsere Seelen. Während Abraham und alle, die nach ihm gekommen sind, in ihrem kleinen Maß ihren Platz einnahmen, hat Christus den Glaubenslauf ganz durchgeführt.

Christus hat jede unserer Prüfungen siegreich bestanden

Es gibt keine Lage, in der ich mich befinden mag, keine Prüfung, die ich zu erdulden habe, durch die Christus nicht gegangen ist und in der Er nicht gesiegt hat. So habe ich in Ihm jemand, der sich so vorstellt, wie ich Ihn nötig habe. Ich finde in Ihm jemand, der weiß, welche Gnade ich brauche und der sie auch gibt. Denn Er hat überwunden und sagt mir: Sei gutes Mutes, „ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,33), und nicht: du wirst überwinden, sondern „ich habe überwunden“.

So war es im Fall des Blindgeborenen, der aus der Synagoge hinausgeworfen wurde (Joh 9,34 ff). Warum denn? Weil Jesus vor ihm hinausgeworfen worden war. Und jetzt lernen wir, dass wenn der Sturm heftig wird, er nur bewirkt, dass wir uns völliger auf Christum werfen. So wird das, was an sich eine harte Prüfung wäre, ein Mittel, das uns um so mehr zu Ihm treibt.

Unsere Augen sollen Christus fixieren

Alles, was unsere Augen von Christo abwendet, hindert uns nur, den vor uns liegenden Wettlauf zu laufen. Ist Christus der Gegenstand unserer Seele geworden, so lasst uns jede Bürde ablegen. Beim Wettlauf könnte mich ein Mantel, so bequem er sein mag, nur hindern. Ich muss ihn ablegen; er ist eine „Bürde“. Ich kann nichts dulden, das meine Füße hemmt. Wenn ich im vor mir liegenden Wettlauf auf Jesum schaue, muss ich den Mantel weit wegwerfen, andernfalls könnte es mir dumm erscheinen, mich eines so nützlichen Kleidungsstückes zu entledigen.

So ermunternd die Geschichte der treuen Zeugen im 11. Kapitel für uns sein mag, so soll doch unser Blick auf Jesus, den treuen und wahrhaftigen Zeugen gerichtet sein. Da ist keine Prüfung oder Schwierigkeit, durch die Er nicht vor mir gegangen ist und dabei seine Hilfsquellen in Gott, dem Vater, gefunden hat. Er wird meinem Herzen die Gnade geben, deren ich bedarf.

In dem Leben Christi hier gab es zweierlei Wesenszüge:

Erstens lebte Er in einer ständigen Abhängigkeit von seinem Vater, wie Er gesagt hat: „Ich lebe des Vaters wegen“ (Joh 6,57). Der neue Mensch ist immer ein abhängiger Mensch. Sobald wir aus seiner Abhängigkeit gehen, sind wir im Fleische. Nicht durch unser eigenes Leben leben wir wirklich, (denn eigentlich haben wir nur den Tod), sondern durch Christus, indem wir uns von Ihm nähren. Christus wandelte im vollkommenen Sinn in der Abhängigkeit vom Vater, und wegen der vor Ihm liegenden Freude hat Er das Kreuz erduldet, indem Er der Schande nicht achtete.

Zweitens waren die Zuneigungen von Christus nicht geteilt. Wir sehen nie, dass Ihm irgendein neuer Gegenstand offenbart worden wäre, um Ihn zu veranlassen, seinen Weg der Treue weiter fortzusetzen. Paulus und Stephanus dagegen wurde die Herrlichkeit enthüllt, die sie befähigte, die Leiden zu ertragen; denn als Stephanus der Himmel aufgetan wurde, erschien ihm der Herr in der Herrlichkeit, wie später auch Saulus von Tarsus.

Christus ist einzigartig

Aber als sich die Himmel über Jesus öffneten, wurde Ihm kein Gegenstand vorgestellt. Im Gegenteil, Er selbst war der Gegenstand des Himmels; der Heilige Geist stieg auf Ihn herab und die Stimme des Vaters sagte von Ihm: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe“ (Matth. 3,17). So ist es immer dieselbe Person des Herrn, welcher Zeugnis gegeben wird. Der Evangelist hebt hier den Wert Christi hervor, in der Erniedrigung, in welche Er gekommen ist; und Er verliert die Herrlichkeit dessen, der so gekommen ist, nie aus dem Auge. Wenn ich Christus bei der Taufe des Johannes betrachte, sehe ich Ihn in der niedrigsten Stellung (außer am Kreuz, in einer anderen Weise); und da finde ich in Ihm das ganze göttliche Mitleid seines Herzens mit uns.

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Mit freundlicher Genehmigung des Beröa Verlages
Halte Fest Jahrgang 1984 - Seite: 39