21.10.2004Ehe & Familie

Anregungen für Verlobte (39) – „Gefälligkeitsehe“? II

Was die Bibel sagt

„Und nach Verlauf von Jahren werden sie sich verbünden; und die Tochter des Königs des Südens wird zum König des Nordens kommen, um einen Ausgleich zu bewirken. Aber sie wird die Kraft des Armes nicht behalten, und er (der König des Südens) wird nicht bestehen noch sein Arm“ (Daniel 11,6).

Die taktische Ehe

Es geht uns dieses Mal nicht um die historische und prophetische Bedeutung von Daniel 11. Denn dort geht es um die Verwicklungen im Nahen Osten zwischen Ägypten und dem König des Nordens, Assyrien. Diese außerordentlich spannenden politischen Auseinandersetzungen zwischen diesen beiden Staatsmächten haben vor dem Kommen von Jesus Christus stattgefunden - und es wird ähnliche taktische und militärische Auseinandersetzungen geben, bevor der Herr Jesus Christus ein zweites Mal auf diese Erde kommen wird.

Aber Ansatzpunkt für dieses Zitat ist jetzt, dass die Ehe als taktisches Mittel der „Kriegsführung“ eingesetzt worden ist. Durch die Eheschließung sollte damals entweder eine Schwächung des Kriegsgegners bewirkt werden, oder man versuchte, auf diese Weise Streit zu schlichten. Die Ehe passte sozusagen ins Gefüge.

Welche Überlegungen leiten Dich bei Deiner Ehewahl?

Nun wird von uns heute vermutlich keiner heiraten, um Streit zwischen Menschen, vielleicht sogar zwischen Geschwistern zu schlichten. Jedenfalls scheint mir das einigermaßen abwegig zu sein. Aber es gibt andere Überlegungen der Eheschließung.

Auch damals war eine Eheschließung oft mit Überlegungen des Geldes verbunden. Man heiratete sich in einen reichen Haushalt hinein. Tatsächlich musste ja nach dem Gesetz in Israel sogar eine Heiratsgabe verrichtet werden: Das wird aus Stellen wie 2. Mose 22,15.16 sehr deutlich, in der ein negativer Fall von vorehelichem Geschlechtsverkehr die Rede ist: „Und wenn jemand eine Jungfrau betört, die nicht verlobt ist, und liegt bei ihr, so soll er sie sich gewiss durch eine Heiratsgabe zur Frau erkaufen ...“

Das Geldmotiv ist noch nie ein guter Führer gewesen!

Das Motiv des Geldes könnte auch heute bei mancher Eheanbahnung keine geringe Rolle spielen. Sicher wird man das nicht offen „ausspielen“. Und unsere Motive sind oft verborgen. Aber Du solltest Dich nicht täuschen: Erstens offenbaren wir durch unsere Worte und manche Handlungen mehr von unseren Beweggründen als uns lieb ist. Und zweitens spielt es sowieso keine Rolle, ob wir unsere Motive sichtbar machen. Denn Gott sieht in unser Herz. Und drittens ist eine falsche Beziehung aus falschen Motiven allein schon deshalb schädlich, weil der Segen Gottes auf einer solchen Beziehung nicht ruhen kann. Und schließlich ist der Schaden und ein gewisses „Scheitern“ damit schon vorprogrammiert.

Wie schon manches Mal gesagt: Es gibt immer den Weg des Bekenntnisses. Keine Frage. Aber es ist dann oft eine äußerst anstrengende Aufarbeitung nötig, damit es nach Jahren zu einer wirklichen Liebesbeziehung vor dem Herrn kommt. Und das würde man jungen (und älteren) Gläubigen so gerne ersparen!

Allein der Herr soll Dich leiten!

Natürlich brauchen wir Geld, um leben zu können. Aber lass das Geld nicht das Motiv für eine Beziehungswahl sein. Der Herr Jesus hat häufig vor diesem ungerechten Mammon gewarnt. Das lass Dir sagen, bevor Du aufgrund des „Standings“ einer Frau oder eines Mannes eine Ehe willst oder dieser zustimmst, wenn Du gefragt wirst - oder sie geradezu herausforderst.

Du brauchst nicht nein zu sagen, wenn Geld da ist. Das wäre absurd! Aber sage nicht deshalb ja, weil Geld vorhanden ist. Sage ja zu einer Partnerwahl, weil der Herr Dich so leitet. Das allein ist das Entscheidende!