29.06.2006Persönlicher Glaube

Muss die Bibel leicht verständlich sein?

Wenn eine Werbung für die Bibel suggeriert, sie sei leicht zu verstehen, ... ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass es sich dabei um eine gute, wortgetreue Übersetzung handelt. Das Alte und Neue Testament unseres ewigen Gottes wurde im Laufe von Jahrhunderten „heiligen Männern“ eingegeben, sie haben es niedergeschrieben und damit sind es „heilige Schriften“ (2. Tim 3,15.16) von göttlicher Autorität für Zeit und Ewigkeit. Diese Schriften sind nicht immer leicht verständlich, an manchen Stellen sogar für einen Apostel Petrus schwer zu verstehen (2. Pet 3,16).

Der Leser benötigt die Hilfe des Heiligen Geistes, der das Wort Gottes lebendig und verständlich macht und gelegentlich auch die Anleitung durch einen Lehrer und Verkündiger, wie die Begegnung des Kämmerers aus Äthiopien mit Philippus deutlich macht (Apg 8,31).

Wer also das Wagnis eingeht, die Heilige Schrift aus dem Grundtext zu übersetzen, sollte das im Bewusstsein der großen Verantwortung und mit größter Sorgfalt tun, um nur kein einziges Wort sinnentstellt oder gar falsch zu übersetzen ... Alle Übertragungen der Bibel [im Unterschied zu wortgetreuen Übersetzungen] ... sollte man daher nicht „Bibel“ oder gar „Gottes Wort“ nennen, weil sie mehr oder weniger fehlerhafte Interpretationen des Wortes Gottes oder Erzählbücher biblischer Geschichten sind.

Bibellesen ist nicht immer leicht, sondern erfordert Interesse und Konzentration. Aber Gott redet durch die Bibel zu jedem, der hören möchte, sei er Sonderschüler, Teil einer Randgruppe oder Akademiker. Daher sollte man junge Christen und interessierte Nichtchristen an eine wortgetreue Übersetzung gewöhnen ... und sie ermutigen, das Wort Gottes unter Gebet zu lesen und auch Bibelverse auswendig zu lernen ... Sie werden ... sich ... über das Wort Gottes freuen, wie einer, „der große Beute findet“ (Ps 119,162).