24.11.2016 Jesus Christus / Gott | Persönlicher Glaube | Kolosser

„Christus alles und in allen“

Christus ist alles; und daraus folgt, dass wir außer Ihm nichts, gar nichts sind. Dies ist der Schlüssel zu den Versen, die der Erklärung „Christus alles und in allen“ folgen (Kol 3,12-4,1). Diese Verse zeigen uns Christus: als unseren Platz – als unser Beispiel – als unsern Frieden – als unsere Speise – als Gegenstand unseres Herzens.

Christus – unser Platz

Sein Platz ist der unsrige: „Auserwählte Gottes, Heilige und Geliebte.“ Das alles ist Er, und so sind auch wir in Ihm. Der Christ ist auserwählt von Gott. Auch wenn er sich dessen bei seiner Bekehrung noch nicht bewusst ist, so ist es dennoch Tatsache. Wenn jemand das Evangelium im Glauben angenommen hat, so wird er hernach erkennen, dass er von Gott auserwählt ist.

Der Erlöste gleicht einem Menschen, der zu einem Hause kam, das außen die Inschrift trägt: „Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst.“ – „He, ihr Durstigen alle, kommet zu den Wassern!“ Weil er diese Einladung angenommen hat und eingetreten ist, so sieht er nun im Raum, den er betreten hat, die Inschrift: „Auserwählt nach Vorkenntnis Gottes, des Vaters, durch Heiligung des Geistes.“

Ein solcher Christ ist nun geheiligt; von allen Sünden gereinigt durch das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes. …

Christus – unser Beispiel

Wir haben gewisse Tugenden anzuziehen: „Ziehet nun an … herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut.“ Wer hatte ein Herz voller Erbarmen wie Christus? Wer war so gütig wie Er? Wer so demütig? Wer erduldete, wie Er es tat, solch großen Widerspruch von den Sündern? Nun, wir haben uns ebenso zu verhalten. Auch wir sollten diese Eigenschaften anziehen. Auch wir sollten Spott und Verachtung so ertragen wie Er. In der Tat, wir sollten uns bewusst werden, dass wir getrennt von Christus nichts sind; und es geziemt uns daher, milde und demütig zu sein.

Christus – unser Friede

„Und der Friede des Christus regiere in euren Herzen.“ In Johannes 14,27 sagt der Herr: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“ Der erstgenannte „Friede“ ist der Friede des Gewissens, den Er gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes. Der zweite ist der Friede des Herzens, den Er allezeit mit dem Vater genoss, als Er durch diese Welt ging. Von diesem Frieden des Herzens wird hier gesprochen; er soll im Herzen des Christen allezeit regieren.

Wir haben in Matthäus 11,25 ein Beispiel dieses Friedens; er zeigte sich bei Jesu in dem Augenblick, als Johannes der Täufer bezüglich des Dienstes des Herrn Zweifel äußerte und als der Herr die Städte schelten musste, wo die meisten Wunderwerke geschehen waren. „Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde.“ Diese und die folgenden Worte zeugen von seinem Herzensfrieden, inmitten von Schmerz und Verwerfung. Und dieser Friede soll auch uns beherrschen.

Christus – unsere Speise

„Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen, in aller Weisheit.“ In Johannes 6,57 lesen wir: „Gleichwie der lebendige Vater mich gesandt hat, und ich lebe des Vaters wegen, so auch, wer mich isst, der wird auch leben meinetwegen.“

Das ganze Wort Gottes ist von Christo erfüllt. Sein Name ist wie ein goldener Faden hineingewoben. Er ist das Alpha und das Omega; der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Er ist unser Leben, und Er soll auch die Speise dieses Lebens, die Nahrung unserer Seelen sein. Heute, wo so viel minderwertige Literatur herumgeboten wird, sollten wir darüber wachen, was wir lesen. Nähren wir den alten oder den neuen Menschen? Beschäftigen wir uns mit wertloser und schädlicher Unterhaltungsliteratur oder mit Sensationsnachrichten? Das Wort Gottes allein kann die neue Natur befriedigen, und es sollte den ersten und wichtigsten Platz einnehmen, wenn wir auch, in Verbindung mit unserer Arbeit oder unserem Studium, andere Bücher zu lesen haben.

In seinem Brief an Timotheus ermahnte Paulus sein geliebtes Kind im Glauben, sich dem Vorlesen zu widmen (1. Tim 4,13); aber bevor wir anderen dienen können, sollten wir uns fragen, ob wir selber Geschmack gefunden haben am Worte des Christus und ob wir es persönlich lieben.

Christus – unseres Herzens Gegenstand

„Alles, was immer ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, danksagend Gott, dem Vater, durch ihn.“ Ist der Herr Jesus der Gegenstand nicht nur unseres Redens, sondern auch unseres Tuns? Fragen wir uns stets: Kann ich dieses tun oder kann ich dorthin gehen in dem Namen des Herrn Jesus? Ob es sich um das Weitergeben des Evangeliums oder um meine gewohnte Tagesarbeit handelt, alles soll in seinem Namen getan werden.

Und die folgenden Verse zeigen uns, dass Christus selbst unser alleiniger Beweggrund sein sollte, welches unsere Stellung im Leben auch sein mag, ob wir Ehefrauen oder Ehemänner, Kinder oder Eltern, Knechte oder Herren sind. Wir sind nicht unser selbst: Unsere Leiber sind der Tempel des Heiligen Geistes, und wir dürfen Gott verherrlichen in unserem Leibe. Lasst uns in allen Dingen an diese Beziehungen denken! …

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Mit freundlicher Genehmigung des Beröa Verlages
Halte Fest, Jahrgang 1984, Seite: 229