20.11.2004Versammlung / Gemeinde

Was ist die Versammlung/Kirche?

Die Versammlung ist die Braut Christi, die Er geliebt hat, für die Er sich selbst gegeben hat, damit Er sie “sich selbst verherrlicht darstellte“. Aber die Versammlung wird uns auch unter zwei anderen Aspekten vorgestellt.

Zunächst ist die Versammlung der Leib Christi. Dieser Leib wurde an Pfingsten gebildet (Apg 2). Zu diesem Zeitpunkt hat der Herr Jesus, der bereits in den Himmel aufgefahren und sich zur Rechten des Vaters gesetzt hatte, als Folge seines Erlösungswerkes, den Geist herabgesandt, den Er empfangen hatte (Apg. 2,33), um alle Erlösten auf der Erde in einem Leib mit Ihm, dem verherrlichten Haupt im Himmel, zu vereinen. An Pfingsten blieb noch eine Seite des Geheimnisses verborgen, was den besonderen Dienst des Apostels Paulus ausmachte, nämlich, dass “die aus den Nationen Miterben seien und Miteinverleibte und Mitteilhaber seiner Verheißung in Christo Jesu durch das Evangelium” (Eph. 3,6). In Apg. 2 wird uns die Versammlung sozusagen in ihrem jüdischen Aspekt vorgestellt, gemäß dem Hinweis in Ps. 22,22; trotzdem ist es die Versammlung. Das, was an Pfingsten durch die Gabe des Heiligen Geistes geschaffen wurde, bleibt und wird bis zu dem Kommen des Herrn bleiben. Durch einen Geist zu einem Leib hier auf Erden getauft sind alle Gläubigen durch diesen einen Geist auf ewig mit ihrem himmlischen Haupt verbunden zur gemeinsamen endgültigen Sammlung, um mit Ihm in der Herrlichkeit zu sein. Diese Einheit – ein Leib und ein Geist (Eph. 4,4) – existiert heute wie im Anfang; sie ist nicht zerstörbar, Zerstörung kann sie nicht erreichen.

Neben dem Gedanken des Grundsatzes der Versammlung – d.h. der Einheit des Leibes Christi – ist die Person des Herrn der Mittelpunkt der Versammlung, und der Heilige Geist der Ausführende seines Wirkens. Er handelt mittels der Gaben, die durch den auferstandenen Herrn der Versammlung gegeben sind (Eph. 4), oder durch den Geist ausgeteilt sind “wie er will” (1.Kor. 12,11). Der Ausdruck dieser Versammlung auf der Erde ist der Tisch des Herrn. Dort wird, neben dem Gedenken an Seinen Tod, die Einheit des Leibes ausgedrückt. (1.Kor. 10,16.17).

Zweitens, in Verbindung mit dem Herabkommen des Heiligen Geistes auf diese Erde, wird die Versammlung auch betrachtet als das Haus Gottes hier auf Erden, als eine Behausung Gottes im Geist. Bei der ersten Erwähnung der Versammlung (Matth. 16) spricht der Herr von ihr als einem Gebäude, und nicht einem Leib. Als Petrus, dem Seine Person durch den Vater offenbart worden ist, die Aussage macht, dass Jesus der Christus ist, der Sohn des lebendigen Gottes, kündigt der Herr ihm an, dass Er auf diesen Felsen Seine Versammlung bauen würde, und dass die Pforten des Hades sie nicht überwältigen würden. Dieses Gebäude wurde durch das Herabkommen des Heiligen Geistes gebildet, nachdem der Sohn des lebendigen Gottes durch die Auferstehung „als Sohn Gottes in Kraft erwiesen“ worden ist. Es wird weitergebaut und wird erst bei Seinem Kommen fertiggestellt werden, wenn das, was Er gebaut hat, in den Himmel überführt wird, um die Stadt Gottes zu sein, das neue Jerusalem, der Tempel, zu dem es derzeit heranwächst (Eph 2,21). Dieses Haus ist aus lebendigen Steinen zusammengesetzt, die aufgebaut sind auf Ihm, welcher die Grundlage ist, „der Eckstein“. Ein solches Werk ist vollkommen, weil es das Werk des Christus ist, dem Sohn des lebendigen Gottes. Es ist unveränderlich wie die Bildung des einen Leibes hier auf Erden.

Wie der Leib, so wird auch das Gebäude betrachtet als zusammgesetzt aus allen Erlösten in der gesamten Welt zu einem bestimmten Zeitpunkt. „In welchem“, wird zu den Ephesern gesagt, „auch ihr mitaufgebaut seid zu einer Behausung Gottes im Geist“ (Eph. 2,22).

Auf der anderen Seite wird die Versammlung nicht nur gesehen als durch den Herrn erbaut, sondern auch als der Verantwortung des Menschen anvertraut – zu ihrer Erbauung (1.Kor. 3) – ; und hierin sehen wir absolutes Versagen. Die Versammlung ist wie „ein großen Haus“ geworden, in dem es Gefäße zur Ehre und zur Unehre gibt (2.Tim. 2,20). Wenn die Darstellung der Einheit des Leibes auf dieser Erde gescheitert ist, und wenn niemand mehr diese Einheit erkennen kann wegen der Art und Weise, wie sich die Versammlung heutzutage vor den Augen der Welt darstellt, so liegt es daran, dass andere Materialien als lebendige Steine für den Bau des Hauses verwendet wurden, und in diesem äußeren Aspekt ist dieses Haus eine Ruine.