20.12.2004 Versammlung / Gemeinde

Die Versammlung Gottes (25) – nach Markus 14,12–16 I

Es ist nötig, dass wir unseren Herrn fragen, was Er von seiner Versammlung (Gemeinde, Kirche) sagt. Und dafür müssen wir uns nicht mit Freunden „zusammensetzen“! Wir finden die göttlichen Gedanken unseres Herrn klar in seinem Wort niedergelegt.

Wo willst Du, Herr?


Letztlich wirst Du immer fragen müssen - sei es, dass Du eine neue Gemeinde suchst, weil Du Dich gerade bekehrt hast oder feststellst, dass in Deinem örtlichen Zusammenkommen die Bibel nicht verwirklicht wird, oder sei es, dass Du das örtliche Zusammenkommen, an dem Du selbst teilnimmst, anhand der Schrift prüfen möchtest - wie damals die Jünger: „Wo willst du, dass wir hingehen und bereiten, damit du das Passah essen kannst?“ (Markus 14,12).

Da, wo der Herr ist, wo seine Rechte in Bezug auf Lehre und Praxis anerkannt werden, da ist die optimale Gemeinde - nur da! Markus 14,12 lässt natürlich nur einen gewissen Vergleich zu. Dort geht es nicht um Versammlung! Aber man kann hilfreiche Schlüsse aus den Versen 12 bis 16 ziehen!

1. Wo willst Du? (Vers 12)


Das Erste, was wir lernen müssen, ist: Wir müssen nach dem Willen unseres Herrn fragen! Das hört sich auf den ersten Blick sehr selbstverständlich an. Aber das ist es nicht. Denn in wie vielen Lebenssituationen tun wir gerade das nicht: Unseren Herrn um seine „Meinung“ fragen, seine Leitung zu erbitten und auch zu akzeptieren.

Wahrscheinlich werden die meisten sagen: Ja, wenn es um Gemeinde geht, wollen wir uns nach unserem Herrn richten. Und damit meinen wir ja, dass wir uns nach seinem Wort richten wollen. Aber wenn es dann darum geht, die richtige Versammlung zu finden - also das Zusammenkommen, das nach den Gedanken unsers Herrn gut und richtig ist - denken wir doch wieder an unsere eigenen Interessen. Es sollen dort nette Geschwister da sein - natürlich, das will der Herr auch! Sie sollen mich sofort willkommen heißen, ohne aufdringlich zu sein - natürlich, das will der Herr auch. Und sie sollen mir Freiraum lassen, egal ob ich Bruder oder Schwester bin - natürlich, das will der Herr auch!

Was ist das Entscheidende bei der Kirchenwahl?

Aber ist das das Entscheidende, das Ausschlaggebende für meine Kirchenwahl? Eine Antwort auf diese Frage werden wir nur dann wirklich bekommen, wenn wir bereit sind, zu fragen: Was willst Du, Herr? Wo willst Du es, Herr?

Ein zweiter, schwerwiegender Punkt ist dann: Nehmen wir an, wir haben es aus der Schrift wirklich erkannt, was der Herr von uns will, und wo Er uns haben will. Dann gehört ja der zweite Schritt dazu, dass auch wirklich zu akzeptieren. Wie leicht wissen wir: Das will der Herr. Aber sind wir dann auch bereit, gehorsam zu sein und seiner Stimme zu folgen? Sind wir bereit, die Schritte auch dahin zu lenken, wo Er uns deutlich zeigt, dass man hier nach seinem Willen zusammenkommt?

Es geht NICHT um Werbung!

Und bitte - an dieser Stelle geht es NICHT darum, für irgendein Zusammenkommen Werbung zu veranstalten. Letztlich müssen wir im Licht der Schrift und vor dem Angesicht Gottes diese Fragen für uns beantworten und auch danach handeln.

Vermutlich sind wir uns alle einig - jedenfalls nach der Lektüre der ersten 24 Folgen dieser Reihe - dass es nur EINE Versammlung (Gemeinde, Kirche) auf der Erde gibt. Aber das allein hilft noch nicht abschließende weiter. Denn wir wissen ja aus der Schrift, dass zu dieser Versammlung alle Gläubigen gehören, wo auch immer sie heute stehen mögen, welche Versammlungen (Gemeinden, Kirchen) sie also besuchen mögen.

Das Vorbild der Jünger

Wenn wir - wie die Jünger - bereit sind, den Worten des Herrn zu folgen, werden wir

a) den richtigen (geistlichen) „Ort“ finden, oder

b) an dem (geistlichen) „Ort“, an dem wir selbst uns befinden, die göttlichen Gedanken einfließen zu lassen, damit sie dort verwirklicht werden.

Von den Jüngern lesen wir: „Und seine Jünger gingen weg und kamen in die Stadt und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte; und sie berieten das Passah“ (Vers 16). Das ist die Herausforderung auch in unserer Zeit und für uns!