27.01.2005 Persönlicher Glaube

Geständnis, wenn es nicht mehr anders geht

Schiedsrichter Robert Hoyzer hat die gegen ihn erhobenen Manipulationsvorwürfe gestanden. Der 25-Jährige soll unter Tränen seinen Anwälten gegenüber eingeräumt haben, Fußballspiele manipuliert zu haben. Damit gesteht er dass, was offenbar nicht mehr länger zu leugnen war. Hoyzer steht im Verdacht, Wetten auf Fußballspiele abgeschlossen und im Anschluss die entsprechenden Spiele, die er als Schiedsrichter zu leiten hatte, beinflusst zu haben.

Achan

Auch in der Bibel gib es einen Mann, der seine Sünde gestand, weil sie nicht mehr zu leugnen war. Gemeint ist Achan (in Josua Kapitel 7). Er hatte gegen das ausdrückliche Gebot Gottes, nichts von der Beute bei dem Sieg über die Stadt Jericho für sich zu nehmen, verstoßen. Gott macht diese Sünde offenbar, indem Er das Volk gegen einen an sich schwächeren Feind verlieren ließ. Durch ein sehr aufwendiges Verfahren, in dem Achan Zeit gehabt hätte, seine Sünde zu bekennen, fällt das Los auf Achan. Und erst zu diesem Zeitpunkt, auf die Aufforderung Josuas, bekennt er, was nicht mehr zu leugnen war. Gott hatte ihm die Möglichkeit gegeben, die Sache zu bekennen. Aber er hatte offenbar geglaubt, doch noch einmal davon zu kommen.

Bekenntnis fällt schwer, ist aber unumgänglich

Wenn eine Sünde in unserem Leben vorgefallen ist, müssen wir diese bekennen, damit die Sache wieder in Ordnung kommt. So ein Bekenntnis fällt nicht leicht. Auf einmal muss man „Farbe bekennen“, sagen, dass man gar nicht so eine „weiße Weste“ hat (doch nicht unparteiisch ist wie in dem Fall Hoyzer). Das kann sehr schmerzlich sein, ist aber unbedingt notwendig, damit die praktische Gemeinschaft mit Gott wieder hergestellt werden kann.

Bekenntnis beseitigt nicht die Folgen

Achan hat kein wirkliches Bekenntnis abgelegt und musste die Strafe tragen. Aber auch wenn uns eine Sache aufrichtig leid tut, wir sie völlig bekannt haben, müssen wir manchmal die Folgen tragen. Als David, nachdem er in der Sache mit Bathseba sexuell gesündigt hatte (2. Samuel Kapitel 11) und ein Kind entstanden war, ein aufrichtiges Bekenntnis abgelegt hatte, musste er trotzdem die Folgen davon tragen: Der Sohn starb. Durch ein Bekenntnis vor Gott und Menschen ist die Sache zwar wieder in Ordnung, aber die Folgen bleiben. Wie ernst ist dieser Gedanke und wie sollte er uns doch vorsichtig machen.

Wer nicht bekennt, ist unglücklich!

Wer nicht bereit ist, Sünde zu bekennen, der ist unglücklich. Wie es in Davids Herz aussah, können wir in Psalm 51 nachlesen: Vers12 „Lass mir wiederkehren die Freude deines Heils.“ Die Freude war verschwunden. Oder Psalm 32: „Als ich schwieg, verzehrten sich {Eig. zerfielen} meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag.“

Nach dem Bekenntnis kehrt die Freude zurück

Aber dann heißt es in Vers 5 von Psalm 32 „Ich tat dir kund meine Sünde und habe meine Ungerechtigkeit nicht zugedeckt.“ Und was war die Folge? Das liest man in Psalm 51 Verse 14 und 15. „Errette mich von Blutschuld, Gott, du Gott meiner Rettung, so wird meine Zunge jubelnd preisen deine Gerechtigkeit. Herr, tue meine Lippen auf, und mein Mund wird dein Lob verkünden.“

Vorsicht auf jedem Schritt

Was lernen wir daraus? Zunächst einmal, dass wir sorgfältig gehen sollten, Schritt für Schritt. Dann haben wir auch nichts zu bekennen. Aber was, wenn doch einmal etwas vorgefallen ist? Dann hilft nur das Bekenntnis. Wir wollen nicht damit warten, schon gar nicht so lange, bis es herausgekommen ist (dann ist es nämlich kein Bekenntnis mehr, sondern nur noch ein Geständnis oder Eingestehen der ohnehin bekannten Schuld).

Für die Außenstehenden

In dem Fall Hoyzer haben alle Medien darüber berichtet, alle möglichen Schiedsrichterkollegen und Fußballpersönlichkeiten haben sich entrüstet geäußert Der Anwalt Hoyzers sprach sogar über eine öffentliche Hinrichtung seines Mandanten.

Wir sollten zuerst einmal auf uns sehen. „Kann mir nicht das gleiche passieren, bin ich nicht auch dazu fähig?“ Dann werden wir uns auch davor hüten, uns über andere und deren Fehler zu äußern.