31.01.2005 Persönlicher Glaube

Christ oder christlicher Touch?

Christ sein - was ist das?

Wir wollen einmal darüber nachdenken, was es überhaupt heißt, Christ zu sein und als solcher zu leben. Aus Apostelgeschichte 11,26 wissen wir, „dass die Jünger zuerst in Antiochien Christen genannt wurden“ - und das wird von ehemaligen Heiden - also Nicht-Juden - gesagt. Der Grund liegt auf der Hand: sie redeten von Christus und lebten so wie Er, und das nicht nur privat, denn das hätte kaum einer mitbekommen. Das machte solch einen Eindruck, dass die Jünger Jesu diesen Namen bekamen.

Sie waren also in ihrem Denken und Handeln so von ihrem Meister geprägt, so dass man sofort sah - aha, die gehören zu Christus. Eine Frage, die sich da aufdrängt, ist, ob man das auch von uns sagen kann. Oder weiß unsere Umgebung nicht einmal davon, dass wir Christen sind? Erbitten wir uns vom Herrn (mehr) Mut und Einsicht, von dem Herrn Jesus als den Retter des Sünders zu reden oder Ihn auf andere Art zu bezeugen!

Ganz für den Herrn

Aber war es bei ihnen so, dass sie bestimmte Bereiche ausgrenzten und sagten: „Ich bin zwar Christ, aber hier und da muss ich es ja nicht so eng sehen, wir sind doch frei, dies und jenes zu tun“? - Sicherlich nicht! Daher sollten auch wir nicht so denken und leben, weil wir letzten Endes den Herrn ausgrenzen und Ihn seiner Rechte berauben!

Wie zeigt sich das nun in unserem Leben? Es zeigt sich darin, dass wir uns Ihm ganz widmen, nicht nur darin, dass wir den Eltern gehorchen, unsere Arbeit tun, nicht lügen und die Zusammenkünfte besuchen. In allem müssen, aber auch dürfen wir fragen: Herr was erfreut Dich und bringt anderen Segen? - Leider gelingt uns das nicht immer, weil wir vielleicht nicht ganz nahe bei Ihm sind. Aber es sollte unser Sinnen und Trachten sein.

Unter die Lupe genommen

Wenn wir unsere Freizeit unter die Lupe nehmen - widmen wir Ihm unsere Zeit, oder reservieren wir nur einen Teil für Ihn, da ja unbedingt dies und jenes getan werden muss? Es gibt genug für den Herrn Jesus zu tun: andere besuchen oder einladen, anderen helfen, mit Kindern singen oder ihnen vorlesen, Traktate verteilen, Kalenderzettel übersetzen, sich mit jemanden zum gemeinsamen Bibelstudium treffen und nicht zuletzt das Wort intensiv lesen. Aber auch vieles mehr kann für den Herrn Jesus in unserer Freizeit getan werden.

Auch wenn wir zusammen sind, aus welchem Grund auch immer, haben wir auch dann diese Gesinnung? „Ein bisschen Singen und noch ein Kalenderzettel oder ein paar Verse aus der Bibel, das ist schon genug, den Rest der Zeit können wir ja über anderes diskutieren oder anders verbringen“ - denkst du so oder ähnlich? Oft wird vielleicht nicht so gedacht, aber so getan.

Da werden Hochzeiten gefeiert, die sich mehr und mehr denen der Welt angleichen (es kann auch die fromme Welt sein). Ein paar Lieder zwischendurch, eine Andacht - die muss ja schon sein, aber sonst: Sketche, Witze, Spiele u.a. Sind unsere Hochzeiten noch wirklich christlich geprägt, oder nicht einmal mehr das? Möge das niemand falsch verstehen: An seinem Platz, wenn es vor dem Herrn erwogen und entschieden wurde, ist alles richtig und gut. Aber was ist uns wirklich wichtig?

Der Herr und Paulus als Vorbilder

Letzten Endes entscheidet sich alles an unserem Herzenszustand. In erster Linie dürfen wir vom Herrn Jesus lernen, der sich jeden Morgen das Ohr öffnen ließ, damit er hörte wie solche, die belehrt werden (Jesaja 50,4), der den Volksmengen diente, indem Er sie drei Tage lang ununterbrochen belehrte und Bedürftige heilte (Matthäus 15,29-32) und der wirklich eine Hingabe zeigte, die soweit ging, dass Er für uns - für mich und für Dich - starb.

Aber dann ist auch ein Apostel Paulus für uns ein Vorbild, das wir nachahmen dürfen; er fordert uns schließlich nicht umsonst dazu auf (Philipper 3,17). Er achtete alles für Verlust und Dreck (Philipper 3,7.8). Nicht weil es so böse war, sondern „um Christi willen“ und „wegen der Vortrefflichkeit der Erkenntnis Christi Jesu“.

Lassen wir uns nicht entmutigen, sondern ermutigen, mehr mit Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren und Ihm mit Hingabe, und nicht nur teilweise, zu folgen!