03.02.2005Persönlicher Glaube

Schutz gegen falsche Lehre

Der Herr Jesus hat den Teufel einen „Lügner und den Vater derselben" (Joh 8,44) genannt. Dieser Feind unserer Seelen sucht jede Gelegenheit, um die Wahrheit zu verdrehen, und viele sind durch seine so logisch erscheinenden Unwahrheiten verführt worden. Gott hat uns jedoch Hilfsmittel gegeben, durch die wir vor den Fallstricken des Teufels bewahrt bleiben können. Selbst der jüngste Gläubige hat den Geist Gottes (1. Joh 2,18-21), und wenn sein Herz dem Herrn Jesus unterwürfig ist, wird er auf dem rechten Weg der Erkenntnis und des Verständnisses des Wortes Gottes geführt werden. Wir brauchen nicht alle raffinierten Formen falscher Lehre zu kennen. Was wir jedoch kennen müssen, ist die geoffenbarte Wahrheit des Wortes Gottes. Wir wollen uns daher mit einigen der entscheidend wichtigen Wahrheiten der Schrift beschäftigen und bedenken, daß alles, was dem entgegensteht, falsche Lehre ist.

Alle Schrift ist von Gott inspiriert

Paulus erklärt in 2. Timotheus 3,16, daß „alle Schrift von Gott eingegeben und nütze ist ..." Andere Schriftstellen warnen eindrücklich davor, von den Worten wegzunehmen oder etwas hinzuzufügen (5. Mo 4,2; Spr 30,6; Offb 22,18.19). Der Herr Jesus, der Sohn Gottes, hat gesagt: „... und die Schrift kann nicht aufgelöst werden" (Joh 10,35). Das Wort Gottes, wie es im Urtext gegeben wurde, ist absolut vollkommen, und zuverlässige Übersetzungen sind ausreichend genau, um sicherzustellen, daß wir das klare Wort Gottes als die Grundlage aller Belehrung haben. Wir müssen die Lehren derer, die die Wahrheit des Wortes Gottes leugnen, entschieden zurückweisen, aber ebenso die Belehrung von solchen, die zum Wort etwas hinzufügen oder etwas davon wegnehmen.

Gottheit und Menschheit Christi

Diese Wahrheit wird in Kolosser 2,9 so wunderbar vorgestellt: „Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig." Er ist „Gott ... geoffenbart im Fleisch" (1.Tim 3,16). Johannes beschreibt Ihn als den „wahrhaftigen Gott und das ewige Leben" (1.Joh 5,20). Viele weitere Schriftstellen bestätigen dies. Viele Taten und Worte des Herrn auf der Erde können nur damit erklärt werden, daß Er Gott ist. Zum Beispiel wandelte Er auf dem See (Mt 14,25), der Sturm verstummte auf Sein Wort (Mk 4,39), Er kannte die Gedanken der Menschen und antwortete auf sie mit göttlicher Autorität und Weisheit (Lk 5,21-24). Auf der anderen Seite können viele Einzelheiten Seines irdischen Lebens nur durch die Tatsache erklärt werden, daß Er wahrer Mensch ist. Seine Ermüdung von der Reise (Joh 4,6), Sein flehentliches Gebet im Garten Gethsemane, wo Ihn ein Engel physisch stärkte (Lk 22,41-44), die Tatsache, daß Er „in allem versucht worden ist wie wir, ausgenommen die Sünde", zeugen davon (Hebr 4,15). Er ist wirklich wahrer Mensch. Er wurde von einer Jungfrau durch die Kraft des Heiligen Geistes geboren {Lk 1,35) und war ein Mensch, vollkommen und ohne Sünde: „Er tat keine Sünde" (1.Petr 2,22), „er kannte Sünde nicht" (2. Kor 5,21), und „in ihm war keine Sünde" (1. Joh 3,5). Die sündige Natur, die wir besitzen, war nicht in Ihm. Daher konnte Er nicht sündigen, wie Er in Johannes 5,19 sagt: „Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht." Es war für Ihn unmöglich, etwas unabhängig vom Vater zu tun. Da der Vater nicht sündigen kann, kann der Sohn es auch nicht. Jede Belehrung, die dem widerspricht, ist falsch und vermittelt einen falschen Eindruck von der Vollkommenheit Christi als Mensch.

Der Tod und die Auferstehung Christi

Inspiriert durch den Heiligen Geist schrieb Paulus, „daß Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften; und daß er begraben wurde und daß er auferweckt worden ist am dritten Tag, nach den Schriften" (1.Kor. 15,3.4). Das ist von ganz entscheidender Bedeutung, da es die einzige Grundlage der Segnung für den Menschen ist. Petrus ist in diesem Punkt nicht weniger deutlich, wenn er sagt: „Denn es hat ja Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns zu Gott führe, getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist" (1.Petr 3,18).

Auf der Grundlage dieses vollkommenen Werkes des Herrn Jesus wird jeder wahre Gläubige gerettet und in Christus angenommen. Der Wert Seines Opfers wird dem Gläubigen zugerechnet. Daher schrieb Paulus: „Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittelst des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, auf daß niemand sich rühme" (Eph 2,8.9). Manche Menschen glauben, der Gnade und dem Glauben müßten noch Werke hinzugefügt werden, bevor man errettet wird. Gott sagt jedoch: „nicht aus Werken". Wir müssen einfach anerkennen, daß der Herr Jesus durch Sein eigenes Werk eine vollkommene Erlösung vollbracht hat. Wenn wir etwas Eigenes hinzufügen, dann verderben wir es nur.

Gott hat den Herrn Jesus nach vollbrachtem Werk belohnt, indem Er Ihn aus den Toten auferweckte und zu Seiner Rechten setzte. Daher gilt: „Wenn du mit deinem Munde Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst" {Rom 10,9). Unter den Galatern gab es falsche Lehrer, die Gesetzeswerke zu der vollkommenen Erlösung hinzufügen wollten, doch Gott tadelt sie scharf durch den Apostel Paulus. Warum? Eine solche Lehre ist eine Herabsetzung der Person und des Werkes unseres Herrn, dessen Opfer allein retten kann.

Das baldige Kommen des Herrn

Die Wahrheit von der Auferstehung der Gläubigen ist eng mit der Auferstehung des Herrn verbunden. So wie der Herr körperlich aus dem Grab auferstanden ist und mit diesem Leib in den Himmel auffuhr (Lk 24,36-40.50.51; Joh 20,19.20), so wird es auch mit denen geschehen, die an Ihn glauben. Wenn Er kommt, dann werden jene zuerst auferweckt, die schon in Christus gestorben sind. Danach werden alle lebenden Gläubigen mit ihnen zusammen entrückt werden in die Luft, um dem Herrn zu begegnen (1.Thess 4,14-17). Dabei wird der Herr Jesus „unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten zur Gleichförmigkeit mit seinem Leib der Herrlichkeit" (Phil 3,20.21). Unsere Leiber werden also verändert, um Seinem eigenen Leib der Herrlichkeit gleich zu sein. Diese Verse sind klar und entschieden. Die buchstäbliche Auferstehung der Gläubigen zu leugnen, ist daher eine falsche Lehre. Eine solche Lehre mag verschiedene Formen annehmen, wie wir z. B. in 2.Tim 2,17.18 sehen, aber sie muß als falsch und gefährlich zurückgewiesen werden.

Was ist über das Schicksal der Ungläubigen zu sagen? Auch darin ist die Bibel klar. Der Herr Jesus sagte: „Den unnützen Knecht werfet hinaus in die äußere Finsternis: da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen" (Mt 25,30). Bei einer anderen Gelegenheit sprach Er von der Hölle als einem Ort, „wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt" {Mk 9,44.46.48). An einem zukünftigen Tag wird Er zu etlichen sagen: „Gehet von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln ... Und diese werden hingehen in die ewige Pein" (Mt 25,41.46). Offenbarung 20,10 beschreibt die Hölle als einen Ort, an dem die Qualen Tag und Nacht bis in alle Ewigkeit nicht aufhören werden. Wenn wir auch eine solche Qual nicht einmal unserem ärgsten Feind wünschen, so haben doch nicht wir darüber zu entscheiden. Wir können uns hier nur vor Seinem Wort beugen. Jemand, der diese Tatsache leugnet, hat eine falsche Sicht, sowohl was die Liebe als auch was die Heiligkeit Gottes angeht.

Irrtum, aber keine bewußte Fälschung

Bis hierhin haben wir über falsche Lehren nachgedacht. Diese müssen als verderbenbringend zurückgewiesen werden. Wir sollten sie jedoch sorgfältig von einem falschen Verständnis der Schrift unterscheiden. Ein Gläubiger mag einmal Ansichten über Stellen aus dem Wort Gottes haben, die, wie er dann merkt, der Korrektur bedürfen. In solchen Fällen dürfen wir Philipper 3,15 anwenden: „Wenn ihr etwas anders gesinnt seid, so wird euch Gott auch dies offenbaren." Wir sollten keine absolute Übereinstimmung in jedem Aspekt der Lehre fordern, sondern dem Heiligen Geist Raum geben, jeden persönlich zu belehren. Römer 14 spricht z. B. vom Sich-Enthalten von bestimmten Speisen und dem Beobachten einzelner Tage. Ein Gläubiger mit einem schwachen Ge- wissen mag sich irren in bezug auf das, was Gott in diesen Dingen möchte. Das ist jedoch kein Grund, mit diesem Gläubigen keine Gemeinschaft zu haben. Auch gibt es unterschiedliche Gedanken in bezug auf die Prophetie. Die Gnade wird uns befähigen, einander zu helfen. Doch gilt auch hier, daß ein sektiererischer Mensch, der seine falschen Ansichten anderen aufzwingen will, nach einer zweimaligen Ermahnung abgewiesen werden muß (Tit 3,10).

Jeder Irrtum mindert in irgendeiner Weise die Herrlichkeit des Herrn Jesus, des Einen, der der Mittelpunkt aller Wahrheit und Weisheit ist. Laßt uns Ihm den Platz höchster Autorität und Ehre geben in allem, was gelehrt wird. Und laßt uns auch den Bedürfnissen des Volkes Gottes entsprechen, indem wir einander ermuntern, das rechte Verständnis des Wortes Gottes zu erlangen.